#76

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 12:13
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte


Zitat von: Leto_II.
12.10.2012 12:04 #140535


Wir Gutmenschen sind einfach Nobelpreisverdächtig!

Hat sich Fatima Roth schon zu dem Fall geäußert oder sie mal wieder in der Türkei? :-)

Ich meinte in diesem Fall die lächerliche Entscheidung aus Oslo, nicht den Fall von Metzler...


zuletzt bearbeitet 12.10.2012 12:26 | nach oben springen

#77

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 12:16
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte


Zitat von: RagnarLodbrok
12.10.2012 11:07 #140521


Ich finde es wirklich genauso erschreckend wie die Ereignisse von Lichtenhagen, wenn nach Folter verlangt wird.
Es geht um Recht und nicht um Rache.
Und jedem der nach Folter schreit, wünsche ich in die Situation zu kommen, als Tatverdächtiger der mit gefälschten DNA Proben "überführt" wurde, diese Form des Verhörs selbst zu erleben.

Opferschutz, dass ich nicht lache.
Da gibt es eine Vielzahl von anderen Möglichkeiten Opfern zu helfen, als den "mutmasslichen" Täter zu foltern.

Dass die in dem "rührselig gemachten Film" gezeigten Polizisten vielleicht auch vor einer Gewissensentscheidung standen, vor einer Entscheidung, in der das Lebensrecht des Kindes, von dem man nicht wusste, ob es noch am Leben war, höher zu bewerten war als das Recht des überführten Täters auf körperliche und seelische - es handelte sich um eine Androhung - Unversehrtheit, lassen wir mal einfach außen vor.


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#78

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 12:23
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte


Zitat von: Leto_II.
12.10.2012 11:35 #140526

Er soll sich ruhig immer wieder in Erinnerung rufen und sich als soziopathisches Arschloch präsentieren.
Könnte man so sehen, wären nicht die Eltern, Geschwister und Angehörigendes kleinen Jakob, die durch die Klagewut dieses soziopathischen Dreckhaufens immer wieder leiden müssen...


zuletzt bearbeitet 12.10.2012 12:25 | nach oben springen

#79

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 12:31
von primatologe | 8.476 Beiträge | 8476 Punkte


Zitat von: Maga-neu
12.10.2012 12:16 #140542
Dass die in dem "rührselig gemachten Film" gezeigten Polizisten vielleicht auch vor einer Gewissensentscheidung standen, vor einer Entscheidung, in der das Lebensrecht des Kindes, von dem man nicht wusste, ob es noch am Leben war, höher zu bewerten war als das Recht des überführten Täters auf körperliche und seelische - es handelte sich um eine Androhung - Unversehrtheit, lassen wir mal einfach außen vor.


Mit der DNA Methode wird praktisch jeder überführt, wenn man ihn erst einmal vor sich sitzen hat. Das kann man jedem Verdächtigen begreifbar machen.

Ihm dann anzubieten, er bekäme in dem einen Fall Lebenslänglich mit Sicherungsverwahrung, also Haft bis zum Tod, und im anderen Fall nur 10 Jahre für Entführung, ich denke damit erübrigt sich die Frage nach Folter.

Von Folter sollten wir lieber die Finger lassen, das Instrument zumindest die Drohung damit, könnte schneller als uns lieb ist zur Allzweckwaffe werden.


zuletzt bearbeitet 12.10.2012 12:32 | nach oben springen

#80

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 12:35
von tbn | 4.131 Beiträge | 4131 Punkte


Zitat von: Hans Bergman
12.10.2012 12:08 #140537


Nein Gerald. In diesem Fall kamen ein paar Umstände zusammen, die es gerechtfertigt hätten und für den es Ausnahmeregelung geben müsste. In den meisten Fällen trifft das alles ohnehin nicht zu (Geständnis, aber Verweigerung zu sagen, dass das Kind bereits tot ist und wo es ist).
Der Kerl hatte jederzeit jegliche Möglichkeit seine Unversehrtheit zu bewahren.


Ja, so wie FrieFie es beschrieb. Ich habe Verständnis für die Polizisten, die in diesem Fall ihre Kompetenzen überschreiten. Ich habe aber kein Verständnis dafür, wenn ein Gericht aufgefordert wird darüber zu entscheiden, diesen Übertritt legitimiert.
Friedensnobelpreisträger


zuletzt bearbeitet 12.10.2012 12:35 | nach oben springen

#81

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 13:00
von Leto_II. | 19.589 Beiträge | 19023 Punkte


Zitat von: Maga-neu
12.10.2012 12:23 #140547
Könnte man so sehen, wären nicht die Eltern, Geschwister und Angehörigendes kleinen Jakob, die durch die Klagewut dieses soziopathischen Dreckhaufens immer wieder leiden müssen...


Ja, da hast Du recht.


***Dumpfbacken beharren stur auf ihrem Standpunkt bis in den Untergang und mag er auch noch so falsch sein.***


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#82

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 13:09
von FrieFie | 7.321 Beiträge | 7298 Punkte


Zitat von: Hans Bergman
12.10.2012 12:08 #140537


Nein Gerald. In diesem Fall kamen ein paar Umstände zusammen, die es gerechtfertigt hätten und für den es Ausnahmeregelung geben müsste. In den meisten Fällen trifft das alles ohnehin nicht zu (Geständnis, aber Verweigerung zu sagen, dass das Kind bereits tot ist und wo es ist).
Der Kerl hatte jederzeit jegliche Möglichkeit seine Unversehrtheit zu bewahren.


Wie genau sollte eine solche Ausnahmeregelung aussehen?
Wie hoch darf das Alter des Opfers sein, oder trifft die Regelung auch bei Erwachsenen zu? Müssen Erwachsene Opfer absolut unschuldig und reinen Charakters sein, oder trifft die Regelung auch bei einem ... sagen wir mal ... entführten NPD-Funktionär oder Kleinkriminellen in Kraft?
Darf sie sofort angewendet werden, muss erst jedes andere Mittel ausgeschöpft (und Zeit verloren) werden?

Wie gesagt: Geständnisse sind erst vor Gericht gültig, nicht in der Ermittlung. Es gibt falsche Geständnisse und solche, die unter Druck entstanden.
Auch ein Geständnis muss überprüft und bewiesen werden.

Und nochmal: bei Folter wird nicht die Wahrheit erzählt, sondern das, was der Folterer hören will und dem Folteropfer Erleichterung (wenn auch nur vorübergehend) verschafft.
Da hat es schon manches Kräuterweiblein gegeben, das gestand, mit dem Teufel im Bunde zu sein ...
und ausgerechnet das soll nun Mittel der Wahl werden?

Dieser Fall ist in seiner Klarheit eine Ausnahme. Polizeialltag sieht mitunter anders aus.
Daschner hat selbst einen Aktenvermerk angefertigt, der zu dem Prozess gegen ihn führte, denn ihm war bewusst, dass er ein schweres Vergehen im Amt begangen hat. Er hat aber weder die Geldtrafe bezahlen müssen, noch gilt er als vorbestraft. Meines Erachtens ist beides ein Ausdruck dessen, dass allen Beteiligten der absolute Ausnahmecharakter der Situation bewusst war, man ihn aber ausdrücklich nicht zum Vorbild für andere Fälle machen wollte.

Macht sich hier jemand klar, was die Möglichkeit der Folter (und sei es auch nur in ganz bestimmten Fällen) gerade in der Polizeiarbeit bedeuten würde? Man bräche eines der strengsten Tabus unserer Rechtssprechung.


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#83

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 13:15
von tbn | 4.131 Beiträge | 4131 Punkte


Zitat von: FrieFie
12.10.2012 13:09 #140569


Wie genau sollte eine solche Ausnahmeregelung aussehen?
Wie hoch darf das Alter des Opfers sein, oder trifft die Regelung auch bei Erwachsenen zu? Müssen Erwachsene Opfer absolut unschuldig und reinen Charakters sein, oder trifft die Regelung auch bei einem ... sagen wir mal ... entführten NPD-Funktionär oder Kleinkriminellen in Kraft?
Darf sie sofort angewendet werden, muss erst jedes andere Mittel ausgeschöpft (und Zeit verloren) werden?

Wie gesagt: Geständnisse sind erst vor Gericht gültig, nicht in der Ermittlung. Es gibt falsche Geständnisse und solche, die unter Druck entstanden.
Auch ein Geständnis muss überprüft und bewiesen werden.

Und nochmal: bei Folter wird nicht die Wahrheit erzählt, sondern das, was der Folterer hören will und dem Folteropfer Erleichterung (wenn auch nur vorübergehend) verschafft.
Da hat es schon manches Kräuterweiblein gegeben, das gestand, mit dem Teufel im Bunde zu sein ...
und ausgerechnet das soll nun Mittel der Wahl werden?

Dieser Fall ist in seiner Klarheit eine Ausnahme. Polizeialltag sieht mitunter anders aus.
Daschner hat selbst einen Aktenvermerk angefertigt, der zu dem Prozess gegen ihn führte, denn ihm war bewusst, dass er ein schweres Vergehen im Amt begangen hat. Er hat aber weder die Geldtrafe bezahlen müssen, noch gilt er als vorbestraft. Meines Erachtens ist beides ein Ausdruck dessen, dass allen Beteiligten der absolute Ausnahmecharakter der Situation bewusst war, man ihn aber ausdrücklich nicht zum Vorbild für andere Fälle machen wollte.

Macht sich hier jemand klar, was die Möglichkeit der Folter (und sei es auch nur in ganz bestimmten Fällen) gerade in der Polizeiarbeit bedeuten würde? Man bräche eines der strengsten Tabus unserer Rechtssprechung.


Ich finde es ausgesprochen angenehm Dir 100 % zustimmen zu können. Nicht nur das, Du drückst das was ich denke, besser aus als ich es schreiben könnte.


Friedensnobelpreisträger


zuletzt bearbeitet 12.10.2012 13:15 | nach oben springen

#84

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 13:19
von FrieFie | 7.321 Beiträge | 7298 Punkte


Zitat von: RagnarLodbrok
12.10.2012 13:15 #140573


Ich finde es ausgesprochen angenehm Dir 100 % zustimmen zu können. Nicht nur das, Du drückst das was ich denke, besser aus als ich es schreiben könnte.


Friedensnobelpreisträger

Danke!


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#85

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 14:38
von guylux (gelöscht)
avatar


Zitat von: RagnarLodbrok
12.10.2012 12:35 #140553


Ja, so wie FrieFie es beschrieb. Ich habe Verständnis für die Polizisten, die in diesem Fall ihre Kompetenzen überschreiten. Ich habe aber kein Verständnis dafür, wenn ein Gericht aufgefordert wird darüber zu entscheiden, diesen Übertritt legitimiert.
Friedensnobelpreisträger




Diesem Beamten hätte man einen mündlichen Rüffel geben können und dem Mörder 1 Cent Schadenersatz . Damit wäre der Gerechtigkeit vollends Genüge getan worden .
Und à propos Menschenrechten : das Menschenrecht des kleinen Jakob war es leben zu können . Das ist bestimmt soviel wert wie das des Mörders .


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#86

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 14:46
von Landegaard | 15.356 Beiträge | 15416 Punkte


Zitat von: guylux
12.10.2012 14:38 #140594


Diesem Beamten hätte man einen mündlichen Rüffel geben können und dem Mörder 1 Cent Schadenersatz . Damit wäre der Gerechtigkeit vollends Genüge getan worden .
Und à propos Menschenrechten : das Menschenrecht des kleinen Jakob war es leben zu können . Das ist bestimmt soviel wert wie das des Mörders .


Das macht nichts, denn Menschenrechte gelten universell. Was heisst, dass Gäfgen seine nicht dadurch verwirkt, dass er die seines Opfers ignoriert hat.



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#87

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 14:49
von FrieFie | 7.321 Beiträge | 7298 Punkte


Zitat von: guylux
12.10.2012 14:38 #140594


Diesem Beamten hätte man einen mündlichen Rüffel geben können und dem Mörder 1 Cent Schadenersatz . Damit wäre der Gerechtigkeit vollends Genüge getan worden .
Und à propos Menschenrechten : das Menschenrecht des kleinen Jakob war es leben zu können . Das ist bestimmt soviel wert wie das des Mörders .


Es geht darum, dass ein Polizist nicht abwägen darf.

Ich frage mich, ob Gäfgen das Geld überhaupt zur Verfügung bekommt? Mit Verbraucher-Insolvenz müsste er noch einige Schulden haben.


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#88

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 15:05
von guylux (gelöscht)
avatar


Zitat von: FrieFie
12.10.2012 14:49 #140599


Es geht darum, dass ein Polizist nicht abwägen darf.

Ich frage mich, ob Gäfgen das Geld überhaupt zur Verfügung bekommt? Mit Verbraucher-Insolvenz müsste er noch einige Schulden haben.

Jeder Mensch kann und muss abwägen , ein Polizist auch .
Er kriegt das Geld nicht , weil er noch Justizschulden hat aber darum geht es eben auch nicht , es wird nämlich von seinen Schulden abgezogen .


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#89

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 15:09
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte


Zitat von: FrieFie
12.10.2012 14:49 #140599


Es geht darum, dass ein Polizist nicht abwägen darf.
Doch, darf er. Z. B. beim finalen Rettungsschuss darf er das.


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#90

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 15:34
von Hans Bergman | 14.407 Beiträge | 17168 Punkte


Zitat von: Landegaard
12.10.2012 14:46 #140596


Das macht nichts, denn Menschenrechte gelten universell. Was heisst, dass Gäfgen seine nicht dadurch verwirkt, dass er die seines Opfers ignoriert hat.


Das klingt nach Aussagen wie "Antisemiten gehört in die Fresse geschlagen" wie eine Worthülse.


*** Friedensnobelpreisträger ****


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#91

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 15:37
von Leto_II. | 19.589 Beiträge | 19023 Punkte


Zitat von: Maga-neu
12.10.2012 15:09 #140602
Doch, darf er. Z. B. beim finalen Rettungsschuss darf er das.


http://www.stern.de/tv/sterntv/der-entfu...2-standard.html

Im Affekt rausprügeln ist besser.


***Dumpfbacken beharren stur auf ihrem Standpunkt bis in den Untergang und mag er auch noch so falsch sein.***


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#92

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 15:44
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte


Zitat von: Leto_II.
12.10.2012 15:37 #140616


http://www.stern.de/tv/sterntv/der-entfu...2-standard.html

Im Affekt rausprügeln ist besser.

Die Polizisten werden das in Zukunft zu beherzigen wissen. Ehrlich, Leto, ich bin ein (insgesamt) friedlicher Mensch, aber sogar ich würde in so einem Fall die Scheiße aus dem Kerl rausprügeln - was mir körperlich nicht allzu schwer fallen würde. Natürlich "im Affekt"... :-)


nach oben springen

#93

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 16:24
von tbn | 4.131 Beiträge | 4131 Punkte


Zitat von: Maga-neu
12.10.2012 15:44 #140619

Die Polizisten werden das in Zukunft zu beherzigen wissen. Ehrlich, Leto, ich bin ein (insgesamt) friedlicher Mensch, aber sogar ich würde in so einem Fall die Scheiße aus dem Kerl rausprügeln - was mir körperlich nicht allzu schwer fallen würde. Natürlich "im Affekt"... :-)


Überschätze die Muckies nicht.
:)

Die brutalste Typ, den ich in meinem Leben kennen lernte war keine 1.70 und hatte höchstens 60 Kilo.
Der hätte Dir den Schädel eingeschlagen bevor Du Deinen Bizeps gepannt hättest.

...

Die Forderung nach Polizeibrutalität ist zum Kotzen. Die gibt es schon lange, bisher straffrei für die Beamte. Meinen 70 jährigen Schwiegervater haben sie verprügelt, einfach so, weil er den Jungbullen nicht grundlos ins Haus lassen wollte.
Erst als ein zweiter, von meiner Schwiegermutter gerufener Polizeiwagen kam hörte der Wixer auf.
Sie hörte Hilferufe meines Schwiegervaters aus dem treppenhaus und rief an ohne zu wissen, dass die, die sie anrief, die Täter waren.
Ich habe Glück gehabt, dass ich nicht auch in dem Haus wohne und der Jungbulle ebenso.

Friedensnobelpreisträger


zuletzt bearbeitet 12.10.2012 16:30 | nach oben springen

#94

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 16:38
von tbn | 4.131 Beiträge | 4131 Punkte

Irgenwie machen sich meine

Friedensnobelpreisträger

selbsständig und vermehren sich
:)


zuletzt bearbeitet 12.10.2012 16:38 | nach oben springen

#95

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 16:39
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte


Zitat von: RagnarLodbrok
12.10.2012 16:24 #140624

Die Forderung nach Polizeibrutalität ist zum Kotzen. Die gibt es schon lange, bisher straffrei für die Beamte. Meinen 70 jährigen Schwiegervater haben sie verprügelt, einfach so, weil er den Jungbullen nicht grundlos ins Haus lassen wollte.
Erst als ein zweiter, von meiner Schwiegermutter gerufener Polizeiwagen kam hörte der Wixer auf.
Sie hörte Hilferufe meines Schwiegervaters aus dem treppenhaus und rief an ohne zu wissen, dass die, die sie anrief, die Täter waren.
Ich habe Glück gehabt, dass ich nicht auch in dem Haus wohne und der Jungbulle ebenso.

Friedensnobelpreisträger



Vielleicht würde ich es auch nicht tun... Es ist nicht die Forderung nach Polizeibrutalität, sondern danach, dass alles Menschenmögliche getan wird, um ein unschuldiges Menschenleben zu retten. Es geht nicht um Demonstrationen, nicht um "Ins-Haus-Lassen", etc.


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#96

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 19:05
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte


Zitat von: Maga-neu
12.10.2012 16:39 #140631
Vielleicht würde ich es auch nicht tun... Es ist nicht die Forderung nach Polizeibrutalität, sondern danach, dass alles Menschenmögliche getan wird, um ein unschuldiges Menschenleben zu retten. Es geht nicht um Demonstrationen, nicht um "Ins-Haus-Lassen", etc.

Hmm, ich habe wohl auch zu viel Temperament und Führungsstärke...

Jedenfalls nehme ich einige meiner Aussagen zurück (Rausprügeln), die ich im Zorn formuliert habe.

Meine Kritik bleibt bestehen: Die Gerichtsentscheidung bedeutet eine Verhöhnung des Opfers (Jakob) und seiner Angehörigen. Und: In Deutschland wird zu viel Täterschutz und zu wenig Opferschutz betrieben.


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#97

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 20:39
von tbn | 4.131 Beiträge | 4131 Punkte


Zitat von: Maga-neu
12.10.2012 19:05 #140679

Hmm, ich habe wohl auch zu viel Temperament und Führungsstärke...

Jedenfalls nehme ich einige meiner Aussagen zurück (Rausprügeln), die ich im Zorn formuliert habe.

Meine Kritik bleibt bestehen: Die Gerichtsentscheidung bedeutet eine Verhöhnung des Opfers (Jakob) und seiner Angehörigen. Und: In Deutschland wird zu viel Täterschutz und zu wenig Opferschutz betrieben.


Mir stellt sich die Frage, wieso Daschner diesen Aktienvermerk überhaupt machte.
Wenn man sich die "normalen" Gewalttaten der Polizei anschaut, so wird vertuscht und zusammengehalten.

Wir haben uns damals an den Polizeipräsident gewand und wollten nicht mehr als eine Entschuldigung des Beamten. Wurde abgelehnt, mit dem Hinweis, dass nichts zu entschuldigen war und mehrere Beamten es bezeugen könnten. Wie muss man drauf sein, wenn man einen Kollegen der einen 70 jährigen Mann schlägt, der nie in seinem Leben gewaltätig war, auch noch durch eine Falschaussage deckt.
Also wie gesagt, dass ist die Polizei, die ich kenne.
Daher kommt mir der Verdacht, dass diese "Selbstanzeige" wohl hauptsächlich den Nutzen haben soll eine öffentliche Diskussion zu inszenieren.
Es scheint mir, dieses jeden weichklopfende Argument , "ich wollte nur das Beste für das Kind" um die Akzeptanz für eine Polizeigewalt, nicht eine Fiktive, sondern eine täglich Praktizierte, in der Bevölkerung zu erhöhen.


zuletzt bearbeitet 12.10.2012 20:41 | nach oben springen

#98

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 21:02
von primatologe | 8.476 Beiträge | 8476 Punkte


Zitat von: RagnarLodbrok
12.10.2012 20:39 #140689


Mir stellt sich die Frage, wieso Daschner diesen Aktienvermerk überhaupt machte.
Wenn man sich die "normalen" Gewalttaten der Polizei anschaut, so wird vertuscht und zusammengehalten.
...


Na ja Gewalttaten sind sicherlich die Ausnahme, der Zusammenhalt aber enorm, kürzlich sah ich wie aus einer Gruppe angetrunkener Jugendlicher einer einem vorbeifahrenden Mannschaftswagen den Stinkefinger zeigte.
Sofort der Rückwärtsgang, große Aktion, alle raus aus dem Mannschaftswagen, die Gruppe umstellt, und und und.


zuletzt bearbeitet 12.10.2012 21:04 | nach oben springen

#99

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 22:06
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: Hans Bergman
12.10.2012 12:01 #140533


Gerade im Fall Gäfgen eindeutig. Man muss es ja auch nicht Folter nennen. Es ist eine Strafandrohung an einen Schuldigen zur Rettung des Lebens eines Unschuldigen.
Hat auch nichts mit Kindern zu tun. Sondern mit der Abwägung von Rechten.

Ich denke ein Menschenleben zählt etwas höher als ein blaues Auge (oder zwei).
Einem Antisemiten würden viele hier "in die Fresse hauen", aber einen Kindermörder will man unbedingt Unversehrtheit gönnen, auch wenn das Kind noch leben würde.


Das ist beides verdreht.
Dem Antisemiten in die Fresse hauen ist ebenso verboten, wie einem Verbrecher zu foltern.
Als Menschen würden wir das tun, als Freunde würden wir das tolerieren.
Der Gesetzgeber darf das nicht. Nur darum geht es.


zuletzt bearbeitet 12.10.2012 22:06 | nach oben springen

#100

RE: Der Fall von Metzler

in Gesellschaft 12.10.2012 22:14
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: FrieFie
12.10.2012 13:09 #140569


Wie genau sollte eine solche Ausnahmeregelung aussehen?
Wie hoch darf das Alter des Opfers sein, oder trifft die Regelung auch bei Erwachsenen zu? Müssen Erwachsene Opfer absolut unschuldig und reinen Charakters sein, oder trifft die Regelung auch bei einem ... sagen wir mal ... entführten NPD-Funktionär oder Kleinkriminellen in Kraft?
Darf sie sofort angewendet werden, muss erst jedes andere Mittel ausgeschöpft (und Zeit verloren) werden?

Wie gesagt: Geständnisse sind erst vor Gericht gültig, nicht in der Ermittlung. Es gibt falsche Geständnisse und solche, die unter Druck entstanden.
Auch ein Geständnis muss überprüft und bewiesen werden.

Und nochmal: bei Folter wird nicht die Wahrheit erzählt, sondern das, was der Folterer hören will und dem Folteropfer Erleichterung (wenn auch nur vorübergehend) verschafft.
Da hat es schon manches Kräuterweiblein gegeben, das gestand, mit dem Teufel im Bunde zu sein ...
und ausgerechnet das soll nun Mittel der Wahl werden?

Dieser Fall ist in seiner Klarheit eine Ausnahme. Polizeialltag sieht mitunter anders aus.
Daschner hat selbst einen Aktenvermerk angefertigt, der zu dem Prozess gegen ihn führte, denn ihm war bewusst, dass er ein schweres Vergehen im Amt begangen hat. Er hat aber weder die Geldtrafe bezahlen müssen, noch gilt er als vorbestraft. Meines Erachtens ist beides ein Ausdruck dessen, dass allen Beteiligten der absolute Ausnahmecharakter der Situation bewusst war, man ihn aber ausdrücklich nicht zum Vorbild für andere Fälle machen wollte.

Macht sich hier jemand klar, was die Möglichkeit der Folter (und sei es auch nur in ganz bestimmten Fällen) gerade in der Polizeiarbeit bedeuten würde? Man bräche eines der strengsten Tabus unserer Rechtssprechung.


Mit dem Vermerk, den Daschner gemacht hat, hat er ganz klar bereits zum Zeitpunkt seiner Entscheidung klargemacht, dass er über die Konsequenzen weiss. Er hat damit auch klargemacht, dass er diese Konsequenzen bereit ist zu tragen und nicht auf seine Untergebenen abwälzt.


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