#126

RE: Brexit

in Politik 21.11.2018 12:41
von Corto | 843 Beiträge | 7260 Punkte

Das Referendum war ein politischer GAU. Aber nun steht es im Raum und will respektiert werden. Bei einer so existenziellen Entscheidung wäre mindestens eine 2-stufige Abstimmung vonnöten gewesen: 1.Austrittsverhandlungen ja/nein, 2. Ausgehandeltes Ergebnis Zustimmung/Ablehnung.
Politische Weitsicht eben, - aber damit war es in London damals nicht weit her...


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zuletzt bearbeitet 21.11.2018 12:42 | nach oben springen

#127

RE: Brexit

in Politik 21.11.2018 16:11
von Willie | 19.337 Beiträge | 46908 Punkte

Zitat von Corto im Beitrag #126
Das Referendum war ein politischer GAU. Aber nun steht es im Raum und will respektiert werden. Bei einer so existenziellen Entscheidung wäre mindestens eine 2-stufige Abstimmung vonnöten gewesen: 1.Austrittsverhandlungen ja/nein, 2. Ausgehandeltes Ergebnis Zustimmung/Ablehnung.
Politische Weitsicht eben, - aber damit war es in London damals nicht weit her...

Das Referendum will garnichts. Menschen wollen.


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#128

RE: Brexit

in Politik 21.11.2018 16:13
von Willie | 19.337 Beiträge | 46908 Punkte

Europa lässt sich nicht auflösen
Der Brexit-Tumult zeigt: Die EU ist derart eng zusammengewachsen, dass ein Austritt faktisch kaum möglich ist - jedenfalls nicht zu vertretbaren Kosten. Aus dieser Erkenntnis erwachsen neue Chancen.

Das Brexit-Abkommen offenbart eine simple Tatsache: Die Europäer bilden längst eine Schicksalsgemeinschaft, die sich nicht so einfach auflösen lässt.
Drei Millionen Bürger aus anderen EU-Ländern leben auf den Inseln, eine Million Briten auf dem Kontinent. Wirtschaftlich, rechtlich, auch ganz persönlich - die Europäer sind nach Jahrzehnten der Integration voneinander hochgradig abhängig. Die Länder Europas sind inzwischen so eng verflochten, dass sich diese Verbindungen eigentlich nicht mehr lösen lassen, jedenfalls nicht zu halbwegs vertretbaren Kosten.

Leider ist diese Erkenntnis noch nicht in die politischen Debatten vorgedrungen, weder in Großbritannien noch auf dem Kontinent.
Es gebe drei Optionen für ihr Land, sagte die britische Premierministerin Theresa May dieser Tage vor dem Londoner Unterhaus: einen Ausstieg ohne Abkommen, die Annahme des ausgehandelten Abkommens oder der formale Verbleib in der EU. Bei Licht betrachtet sind das zwei Optionen: Entweder Britannien wagt einen chaotischen Exit und zieht neue Grenzen - oder es bleibt faktisch in der EU.
Denn das Abkommen sieht eine Übergangsphase vor, die bis 2020 dauern soll, aber beliebig verlängert werden kann. So lange bleibt Großbritannien Mitglied des Wirtschaftsraums, übernimmt Gesetze und Regulierungen, zahlt in den EU-Haushalt - kann über all das aber nicht mehr mitentscheiden. Nach wie vor dürfen sich auch EU-Bürger auf den Inseln niederlassen (was ja durch den Brexit eigentlich verhindert werden sollte).
May hat sich darauf eingelassen, weil ein abrupter Ausstieg große Unwägbarkeiten mit sich bringt, wirtschaftlich, aber auch politisch. Gut möglich, dass die Übergangsphase der neue Normalzustand wird; bis ein umfassendes Nachfolgeabkommen ausgehandelt ist, werden Jahre vergehen, und dann muss es noch von allen Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Die "Transition" kann die neue Normalität werden.

Any deal is better than no deal
Genau diesen Zwischenzustand lehnen die Brexiteers ab. Sie wollen lieber gar kein Abkommen. Großbritannien dürfe nicht zum "Vasallenstaat" von Brüssels Gnaden werden, ätzte Ex-Außenminister Boris Johnson. Statt die nationale Kontrolle über die eigenen Geschicke zurückzugewinnen ("take back control"), wie die Ausstiegsfreaks seit Jahren versprechen, bliebe Großbritannien Mitglied im Wirtschafts- und Rechtsraum, dürfte aber, anders als bisher, nicht mehr mitreden.

Es ist ein, zugegeben, absurdes Politmanöver. Aber es zeigt, wie groß die wirtschaftlichen und politischen Kollateralschäden bei Licht betrachtet wären, die ein No Deal Brexit mit sich brächte.

Mays Verhandlungsergebnis ist, so gesehen, das Eingeständnis, dass sich die über Jahrzehnte etablierten Verbindungen nicht so einfach kappen lassen. Mühsam ist ihre Regierung zu dieser Erkenntnis gelangt. Zunächst glaubte sie noch, "no deal is better than a bad deal". Jetzt handelt sie nach dem Motto "Any deal is better than no deal."
Dabei gehört Großbritannien weder der Eurozone noch dem Schengen-Raum an. Es ist weit weniger in die übrige EU integriert als, sagen wir, Italien - ein Land, dessen derzeitige Regierungsparteien Lega und Fünf Sterne ebenfalls mit der Idee eines Austritts gespielt haben.

Ein Staat namens Europa?
Der derzeitige Brexit-Tumult zeigt: Die Vorstellung, allein besser dazustehen, ist eine Illusion. Wenn man diese Erkenntnis anerkennt, verändert das die politische Logik Europas grundlegend. Statt immer wieder über das Für und Wider der Mitgliedschaft zu debattieren, statt Nation um Nation gegen die EU oder die Euro-Partner auszuspielen, sollte es darum gehen, die europäische Ebene weiterzuentwickeln hin zu einem föderalistischen Modell, das die Nationalstaaten nicht abschafft, sondern eine zusätzliche überstaatliche Ebene bildet, die für einige übergreifende Politikbereiche zuständig ist und eine eigene demokratische Legitimation besitzt.

Von der Stabilisierung der Eurozone und des Binnenmarkts bis zur Schaffung einer gemeinsamen Armee - die EU und die Eurozone sind an einem Punkt angelangt, wo sie Elemente von übernationaler Staatlichkeit entwickeln müssen.

Populisten können nicht liefern
Viele ungelöste Probleme, die den Bürgern auf der Seele liegen, lassen sich nicht mehr auf nationalstaatlicher Ebene lösen, aber noch nicht auf europäischer. Es sind vor allem zwei Themen, die den Europäern Sorgen bereiten: die Wirtschaftslage (Arbeitslosigkeit, steigende Lebenshaltungskosten, Sicherheit der Renten) und die äußere Sicherheit (Zuwanderung sowie die Zukunft der gemeinsamen Verteidigung, falls die USA ihren Nato-Beistand aufkündigen).

Nationalpopulistische Politiker versprechen zwar nationale Antworten, können aber nicht liefern - wie man an Theresa May sieht, deren Handlungsspielraum von den unhaltbaren Versprechen der Brexiteers stark eingeschränkt ist. Oder an Italiens Regierung, die weniger Steuern und mehr Sozialleistungen ankündigt, deren riskanter finanzpolitischer Kurs aber zugleich eine erneute Schulden- und Bankenkrise heraufbeschwört....
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale...-a-1238999.html



Marlies gefällt das
zuletzt bearbeitet 21.11.2018 16:39 | nach oben springen

#129

RE: Brexit

in Politik 21.11.2018 19:26
von Maga-neu | 21.156 Beiträge | 46065 Punkte

Zitat von Leto_II. im Beitrag #125
Zitat von Maga-neu im Beitrag #124
Zitat von Leto_II. im Beitrag #123
Zitat von Maga-neu im Beitrag #121

Was mir übel aufstößt, ist das Exempel, das die EU an den unbotmäßigen Briten statuieren will: Und die journalistischen Helfer stehen schon bereit, die Botschaft den Italienern oder wem auch immer zu verkünden:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale...-a-1238999.html

Die versuchte Rosinenpickerei der Briten übersiehst Du natürlich einfach einmal. Wie vernetzt Europa ist, sieht man hier im Pott sehr schön auf den Autobahnen.

Hast du mal überlegt, dass die Personenfreizügigkeit (z. B. aus bestimmten Regionen des Balkans) auch nicht in deutschem Interesse ist? Anders als die Blair-Regierung hat die damalige Bundesregierung noch auf Übergangszeiten mit reduzierter Freizügigkeit geachtet. Inzwischen sind die Schleusen ja ganz hochgezogen.

Ich muss sagen, ich bin bei den Deal-Kritikern. Als Brite würde ich keinen Deal diesem Deal gegenüber bevorzugen, der Britannien an die EU anschließt, ohne dass die Briten (wie zuvor) die Möglichkeit haben, auf die Regelungen einzuwirken. Besonders arg im Magen würde mir die Superkompetenz der europäischen Judikative liegen.

Ich bin meiner Personenfreizügigkeit ganz glücklich, mit der anderer natürlich weniger.:)

Als Brite würde ich gerne neu abstimmen, vielleicht lassen sich ja noch ein paar Engländer umstimmen. Es zwingt GB niemand zu irgendwas.

Als Brite hätte ich damals vielleicht gegen den Brexit gestimmt, heute würde ich auf jeden Fall dafür stimmen.


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#130

RE: Brexit

in Politik 21.11.2018 23:39
von Leto_II. | 20.630 Beiträge | 29433 Punkte

Zitat von Maga-neu im Beitrag #129
Zitat von Leto_II. im Beitrag #125
Zitat von Maga-neu im Beitrag #124
Zitat von Leto_II. im Beitrag #123
Zitat von Maga-neu im Beitrag #121

Was mir übel aufstößt, ist das Exempel, das die EU an den unbotmäßigen Briten statuieren will: Und die journalistischen Helfer stehen schon bereit, die Botschaft den Italienern oder wem auch immer zu verkünden:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale...-a-1238999.html

Die versuchte Rosinenpickerei der Briten übersiehst Du natürlich einfach einmal. Wie vernetzt Europa ist, sieht man hier im Pott sehr schön auf den Autobahnen.

Hast du mal überlegt, dass die Personenfreizügigkeit (z. B. aus bestimmten Regionen des Balkans) auch nicht in deutschem Interesse ist? Anders als die Blair-Regierung hat die damalige Bundesregierung noch auf Übergangszeiten mit reduzierter Freizügigkeit geachtet. Inzwischen sind die Schleusen ja ganz hochgezogen.

Ich muss sagen, ich bin bei den Deal-Kritikern. Als Brite würde ich keinen Deal diesem Deal gegenüber bevorzugen, der Britannien an die EU anschließt, ohne dass die Briten (wie zuvor) die Möglichkeit haben, auf die Regelungen einzuwirken. Besonders arg im Magen würde mir die Superkompetenz der europäischen Judikative liegen.

Ich bin meiner Personenfreizügigkeit ganz glücklich, mit der anderer natürlich weniger.:)

Als Brite würde ich gerne neu abstimmen, vielleicht lassen sich ja noch ein paar Engländer umstimmen. Es zwingt GB niemand zu irgendwas.

Als Brite hätte ich damals vielleicht gegen den Brexit gestimmt, heute würde ich auf jeden Fall dafür stimmen.

Sicher, wenn man keinen Plan hat, dann wenigstens einen Dickkopf, das hilft immer. Nebenbei waren es nicht DIE Briten, mehrheitlich waren es Engländer. Die haben jetzt festgestellt, dass sie nicht mehr Nabel der Welt sind, I´m so sorry. Wenn sie am Binnenmarkt teilnehmen wollen, unterliegen sie seinen Regeln. Sie müssen nicht teilnehmen, sie haben dann aber, wenn es ungeordnet läuft, zum grössten Markt der Welt (vor der Haustür) gerade mal diplomatische Beziehungen. Dir ist schon bekannt, das der liebe Toni über deutsche Mittelstandspolitik gelacht hat? Nun haben die Engländer festgestellt, dass es ihnen an industrieller Basis fehlt. The Special Relationship ist unter Trump auch sehr einseitig geworden, der Busenfreund vom Boris hat die fallen lassen, der Commonwealth gibt wohl auch nicht so viel her, sorry, wie konnte man sich nur so viel verrechnen? Stolz lässt einen Kapitän mit seinem Schiff untergehen. Vor dem Stolz war hier sehr viel Arroganz. Wieder ein Fall für Selbstreflexion.


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#131

RE: Brexit

in Politik 22.11.2018 00:08
von Maga-neu | 21.156 Beiträge | 46065 Punkte

Zitat von Leto_II. im Beitrag #130
Zitat von Maga-neu im Beitrag #129
Zitat von Leto_II. im Beitrag #125
Zitat von Maga-neu im Beitrag #124
Zitat von Leto_II. im Beitrag #123
Zitat von Maga-neu im Beitrag #121

Was mir übel aufstößt, ist das Exempel, das die EU an den unbotmäßigen Briten statuieren will: Und die journalistischen Helfer stehen schon bereit, die Botschaft den Italienern oder wem auch immer zu verkünden:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale...-a-1238999.html

Die versuchte Rosinenpickerei der Briten übersiehst Du natürlich einfach einmal. Wie vernetzt Europa ist, sieht man hier im Pott sehr schön auf den Autobahnen.

Hast du mal überlegt, dass die Personenfreizügigkeit (z. B. aus bestimmten Regionen des Balkans) auch nicht in deutschem Interesse ist? Anders als die Blair-Regierung hat die damalige Bundesregierung noch auf Übergangszeiten mit reduzierter Freizügigkeit geachtet. Inzwischen sind die Schleusen ja ganz hochgezogen.

Ich muss sagen, ich bin bei den Deal-Kritikern. Als Brite würde ich keinen Deal diesem Deal gegenüber bevorzugen, der Britannien an die EU anschließt, ohne dass die Briten (wie zuvor) die Möglichkeit haben, auf die Regelungen einzuwirken. Besonders arg im Magen würde mir die Superkompetenz der europäischen Judikative liegen.

Ich bin meiner Personenfreizügigkeit ganz glücklich, mit der anderer natürlich weniger.:)

Als Brite würde ich gerne neu abstimmen, vielleicht lassen sich ja noch ein paar Engländer umstimmen. Es zwingt GB niemand zu irgendwas.

Als Brite hätte ich damals vielleicht gegen den Brexit gestimmt, heute würde ich auf jeden Fall dafür stimmen.

Sicher, wenn man keinen Plan hat, dann wenigstens einen Dickkopf, das hilft immer. Nebenbei waren es nicht DIE Briten, mehrheitlich waren es Engländer. Die haben jetzt festgestellt, dass sie nicht mehr Nabel der Welt sind, I´m so sorry. Wenn sie am Binnenmarkt teilnehmen wollen, unterliegen sie seinen Regeln. Sie müssen nicht teilnehmen, sie haben dann aber, wenn es ungeordnet läuft, zum grössten Markt der Welt (vor der Haustür) gerade mal diplomatische Beziehungen. Dir ist schon bekannt, das der liebe Toni über deutsche Mittelstandspolitik gelacht hat? Nun haben die Engländer festgestellt, dass es ihnen an industrieller Basis fehlt. The Special Relationship ist unter Trump auch sehr einseitig geworden, der Busenfreund vom Boris hat die fallen lassen, der Commonwealth gibt wohl auch nicht so viel her, sorry, wie konnte man sich nur so viel verrechnen? Stolz lässt einen Kapitän mit seinem Schiff untergehen. Vor dem Stolz war hier sehr viel Arroganz. Wieder ein Fall für Selbstreflexion.
Viele neue Fragen:
1. Das Land heißt United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland. Dazu gehören die vier Nationen England, Wales, Schottland und Nordirland. Die Engländer und Waliser haben mit "ja", die Schotten und Nordiren mit "nein" gestimmt. Dennoch ist es ein Land.
2. Man hätte ein Freihandelsabkommen schließen können wie man es mit Kanada versucht oder mit Südkorea gemacht hat. Unter einem harten Brexit würden nicht nur die Briten, sondern auch die Europäer leiden, die Deutschen als exportabhängiges Land am meisten.
3. Der Toni war der schlechteste Premier seit Robert Walpole. Ja, die Deindustrialisierng ist schief gegangen. Man muss allerdings dazu sagen, dass die deutsche Politik, die Industrie im Land zu halten, über Lohnzurückhaltung, Lohnzurückhaltung und Lohnzurückhaltung erkauft wurde.
4. Momentan liegt das britische Wirtschaftswachstum über dem deutschen, vom französischen und italienischen ganz zu schweigen.
5. Staaten haben keine Freunde, sondern nur Interessen. Sich auf ein "special relationship" zu verlassen, wäre dumm.
6. Wie sich der Brexit, egal ob soft oder hard, auswirken wird, wird man erst in einigen Jahren beurteilen können. Möglich, dass das Königreich dann schlechter dasteht als die anderen, möglich, dass es besser dastehen wird.
7. Die deutsche Lust am Weltschmerz, am Untergang, an der Götterdämmerung wird die Briten kaum beseelt haben, dazu sind sie doch zu pragmatische, nüchterne Menschen.


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#132

RE: Brexit

in Politik 22.11.2018 10:43
von Leto_II. | 20.630 Beiträge | 29433 Punkte

Zitat von Maga-neu im Beitrag #131
Viele neue Fragen:
1. Das Land heißt United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland. Dazu gehören die vier Nationen England, Wales, Schottland und Nordirland. Die Engländer und Waliser haben mit "ja", die Schotten und Nordiren mit "nein" gestimmt. Dennoch ist es ein Land.
2. Man hätte ein Freihandelsabkommen schließen können wie man es mit Kanada versucht oder mit Südkorea gemacht hat. Unter einem harten Brexit würden nicht nur die Briten, sondern auch die Europäer leiden, die Deutschen als exportabhängiges Land am meisten.
3. Der Toni war der schlechteste Premier seit Robert Walpole. Ja, die Deindustrialisierng ist schief gegangen. Man muss allerdings dazu sagen, dass die deutsche Politik, die Industrie im Land zu halten, über Lohnzurückhaltung, Lohnzurückhaltung und Lohnzurückhaltung erkauft wurde.
4. Momentan liegt das britische Wirtschaftswachstum über dem deutschen, vom französischen und italienischen ganz zu schweigen.
5. Staaten haben keine Freunde, sondern nur Interessen. Sich auf ein "special relationship" zu verlassen, wäre dumm.
6. Wie sich der Brexit, egal ob soft oder hard, auswirken wird, wird man erst in einigen Jahren beurteilen können. Möglich, dass das Königreich dann schlechter dasteht als die anderen, möglich, dass es besser dastehen wird.
7. Die deutsche Lust am Weltschmerz, am Untergang, an der Götterdämmerung wird die Briten kaum beseelt haben, dazu sind sie doch zu pragmatische, nüchterne Menschen.


1. So der Brexit in die Hose geht, wird Schottland wieder raus wollen, Nordirland könnte explodieren.

2. CETA hat 8 Jahre gedauert. Die Briten haben den Brexit erklärt und dann festgestellt, dass sie weder Behörde noch Leute für solche Verhandlungen haben.

3. Sie haben zumindest ganz tüchtig darauf gehofft, genau, wie man auf den Commenwealth hofft.

6. Die EU ist ein Riese, die Einzelstaaten sind alle Zwerge.

7. Der Wahlkampf zum Referendum war sehr nüchtern und pragmatisch.


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#133

RE: Brexit

in Politik 22.11.2018 13:03
von Maga-neu | 21.156 Beiträge | 46065 Punkte

1. Wie oft sollen die Schotten denn noch abstimmen? Sie haben abgestimmt, und sie wollten die Union, die einzige bis jetzt funktionierende, nicht verlassen.
2. Wie kommst du darauf, dass die Briten keine Leute oder Behörde haben. Der civil service ist einer der besten der Welt. David Davies war sicher der richtige Mann, um dies zu verhandeln, egal, welche Links Willie hier einstellt.
3. Man hat zu sehr auf Amerika geschaut. Dennoch: Das Vereinigte Königreich ist nach Deutschland die zweitgrößte Wirtschaftsmacht in Europa.
6. Ein Riese auf tönernden Füßen.
7. Hmm, die "stiff upper lip" war einmal. Man muss sich nur die Würde des Begräbnisses von Churchill in den 60er Jahren mit der Hysterie beim Tod von Lady Di in den 90er Jahren ansehen. Dennoch halte ich die Briten insgesamt für vernünftiger und pragmatischer als die Deutschen. Hier eines der besten Bücher, um etwas über die deutsche Mentalität zu erfahren. Ja, die Grünen sind eine sehr deutsche Partei, vielleicht die deutscheste aller Parteien...
https://www.amazon.de/eben-kurz-Welt-ret...die+welt+retten


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#134

RE: Brexit

in Politik 22.11.2018 14:18
von Leto_II. | 20.630 Beiträge | 29433 Punkte

Zitat von Maga-neu im Beitrag #133
1. Wie oft sollen die Schotten denn noch abstimmen? Sie haben abgestimmt, und sie wollten die Union, die einzige bis jetzt funktionierende, nicht verlassen.
2. Wie kommst du darauf, dass die Briten keine Leute oder Behörde haben. Der civil service ist einer der besten der Welt. David Davies war sicher der richtige Mann, um dies zu verhandeln, egal, welche Links Willie hier einstellt.
3. Man hat zu sehr auf Amerika geschaut. Dennoch: Das Vereinigte Königreich ist nach Deutschland die zweitgrößte Wirtschaftsmacht in Europa.
6. Ein Riese auf tönernden Füßen.
7. Hmm, die "stiff upper lip" war einmal. Man muss sich nur die Würde des Begräbnisses von Churchill in den 60er Jahren mit der Hysterie beim Tod von Lady Di in den 90er Jahren ansehen. Dennoch halte ich die Briten insgesamt für vernünftiger und pragmatischer als die Deutschen. Hier eines der besten Bücher, um etwas über die deutsche Mentalität zu erfahren. Ja, die Grünen sind eine sehr deutsche Partei, vielleicht die deutscheste aller Parteien...
https://www.amazon.de/eben-kurz-Welt-ret...die+welt+retten

1. Nun hat sich die Ausgangslage aber völlig gedreht.

2. Weil seit Jahren der Aussenhandel in Brüssel bearbeitet wird, wurde die Abteilung wohl aufgelöst, so habe ich es jedenfalls gelesen.

3. Es steht aber bald allein in der Welt da.

4. Eben weil sich da einige immer noch für gross halten.

7. Das ist halt Deine Wertung, ich denke, beide haben ihre Marotten und neigen zur Selbstüberschätzung.


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#135

RE: Brexit

in Politik 22.11.2018 17:59
von Willie | 19.337 Beiträge | 46908 Punkte

Deutsche Unternehmerin in London
"Vielen ist der Brexit peinlich"
Petra Braun betreibt in einem Londoner Vorort eine deutsche Bäckerei. Sie erzählt, warum sie seit der Brexit-Entscheidung schwieriger an Personal kommt - und wie sich ihre Sicht auf Großbritannien verändert hat.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unterne...-a-1239561.html


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#136

RE: Brexit

in Politik 22.11.2018 18:55
von Willie | 19.337 Beiträge | 46908 Punkte

EU und Großbritannien
26 Seiten Liebe im Scheidungsdrama
Großbritannien und EU haben sich auf eine Erklärung zu ihren künftigen Beziehungen geeinigt. Wer das Papier liest, könnte meinen, die Briten wollten der Union beitreten, statt sie zu verlassen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/br...-a-1239848.html

Mal sehen wie lange es dauert, bis aufgregte Stimmen in GB fragen, was sie uebersehen oder gar falsch gemacht haben -nachdem die EU jetzt mit dem Verlauf quite happy zu sein scheint. Jene, von denen man doch Abstand halten will, weil zu nahe dran die angeblich GB "nicht gut tun". :-)))



zuletzt bearbeitet 22.11.2018 19:11 | nach oben springen

#137

RE: Brexit

in Politik 24.11.2018 10:09
von Nadine | 3.226 Beiträge | 19784 Punkte

Der britische Ehemann reicht die Scheidung von seiner Ehefrau EU ein, will keine Alimente mehr zahlen, den regelmäßigen Sex mit der Ex aber vertraglich fixiert beibehalten.


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#138

RE: Brexit

in Politik 24.11.2018 13:29
von Hans Bergman | 15.584 Beiträge | 28938 Punkte

Zitat von Willie im Beitrag #104
Zitat von Hans Bergman im Beitrag #98
Zitat von Willie im Beitrag #82
...Die EU hat in ihrer Struktur null Gemeinsamkeit mit den Regimen von UDSSR und DDR.
Die Gemeinsamkeit ist, dass ein unterschiedlichstes politisches Gebilde nur durch Parolen und egoistische Ziele von wenigen zusammengehalten wird. Und die richten sich im Grunde alle gegen hilflose Bürger.


Klingt fast wie wahr, stimmt nur eben nicht.:-)

Na ja, wenn Texas eine strategisch wichtige Enklave in Illinois am Michigan See hielte und mit Hawaii Beitrittsverhandlungen geführt worden wären, obwohl es einen Teil Kaliforniens militärisch besetzt gehabt hätte und in jedem Staat der USA eine andere Sprache gesprochen würde und völlig unterschiedliche Lebensstandards aufwiesen, wären unsere Ansichten vielleicht nicht so unterschiedlich.



Willie gefällt das
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#139

RE: Brexit

in Politik 24.11.2018 16:05
von Willie | 19.337 Beiträge | 46908 Punkte

Zitat von Hans Bergman im Beitrag #138
Zitat von Willie im Beitrag #104
Zitat von Hans Bergman im Beitrag #98
Zitat von Willie im Beitrag #82
...Die EU hat in ihrer Struktur null Gemeinsamkeit mit den Regimen von UDSSR und DDR.
Die Gemeinsamkeit ist, dass ein unterschiedlichstes politisches Gebilde nur durch Parolen und egoistische Ziele von wenigen zusammengehalten wird. Und die richten sich im Grunde alle gegen hilflose Bürger.


Klingt fast wie wahr, stimmt nur eben nicht.:-)

Na ja, wenn Texas eine strategisch wichtige Enklave in Illinois am Michigan See hielte und mit Hawaii Beitrittsverhandlungen geführt worden wären, obwohl es einen Teil Kaliforniens militärisch besetzt gehabt hätte und in jedem Staat der USA eine andere Sprache gesprochen würde und völlig unterschiedliche Lebensstandards aufwiesen, wären unsere Ansichten vielleicht nicht so unterschiedlich.

Moeglicherweise. Dennoch sehe ich das als wenig bedeutsam und meinen Fokus mehr auf das sowieso unausweichliche gerichtet. Diesbezueglich bin ich total Realist und Pragmatiker mit wenigen emotionalen Hemmnissen. Ein ueberzeugter Globalist eben.
Und die Menschheitsgeschichte erklaert eigentlich ganz gut wieso. Insbesondere vor dem Hintergrund des immer kleiner werdenden Globus -metaphorisch gemeint- wird der Verlauf unausweichlich..



zuletzt bearbeitet 24.11.2018 16:54 | nach oben springen

#140

RE: Brexit

in Politik 24.11.2018 17:38
von Hans Bergman | 15.584 Beiträge | 28938 Punkte

Zitat von Willie im Beitrag #139
...Moeglicherweise. Dennoch sehe ich das als wenig bedeutsam und meinen Fokus mehr auf das sowieso unausweichliche gerichtet. Diesbezueglich bin ich total Realist und Pragmatiker mit wenigen emotionale Hemmnissen. Ein eberzeugter Globalist eben.
Und die Menschheitsgeschichte erklaert eigentlich ganz gut wieso.


Der Traum von der Globalisierung ist nichts weniger als die kommunistische Idee - nur zusätzlich mit Truthahn an Thanksgiving. :-)

Statt der Nationalstaaten wird es dann Kasten geben, ein weltweites Indien; und Unberührbare gibt es dann auch wieder. Kurz gesagt, der Krieg zwischen Arm und Reich wird dann richtig gewalttätig und brutal. Oder Scientologie oder der Islam übernimmt die Herrschaft.
Es ist fatal, zu glauben, der Egoismus und die Gewaltbereitschaft des Einzelnen könne weltweit überwunden werden. Gerade auch die USA, die diesem unausrottbaren Prinzip ihre Stärke und Wirtschaftskraft verdanken, werden niemals dazu bereit sein, es aufzugeben (zum Glück ihrer Bevölkerung).
Und die Länder und Gesellschaften, die davon träumen und ihre Grenzen jedem öffnen, die werden so schwach werden wie nie und Deutschland wird dann eben nicht vom russischen oder italienischen Staat angegriffen, sondern von der russischen oder italienischen Mafia. Oder von maghrebinischen oder arabischen Gruppen (die Brückenköpfe bestehen bereits).

Aber gut, wem seine eigenen Familienmitglieder nicht mehr wert sind, als ihm fremde Menschen, dem sehe ich solche Träume sogar nach. Alle anderen müssten in ihrem Innersten spüren, dass der Nationalstaat die Maximalgröße für eine funktionierende und einigermaßen menschliche Gesellschaft ist.
Das erklärt die Menschheitsgeschichte ziemlich eindeutig. Denn Kriege und Gewalt gab es lang schon, als es noch Platz und Ressourcen die Hülle und Fülle gab. Mit ein wenig Fantasie kann man sich vorstellen, wie es wird, wenn das alles noch mehr zur Neige geht.



zuletzt bearbeitet 24.11.2018 17:43 | nach oben springen

#141

RE: Brexit

in Politik 24.11.2018 18:10
von Willie | 19.337 Beiträge | 46908 Punkte

Zitat von Hans Bergman im Beitrag #140
Zitat von Willie im Beitrag #139
...Moeglicherweise. Dennoch sehe ich das als wenig bedeutsam und meinen Fokus mehr auf das sowieso unausweichliche gerichtet. Diesbezueglich bin ich total Realist und Pragmatiker mit wenigen emotionale Hemmnissen. Ein eberzeugter Globalist eben.
Und die Menschheitsgeschichte erklaert eigentlich ganz gut wieso.


Der Traum von der Globalisierung ist nichts weniger als die kommunistische Idee - nur zusätzlich mit Truthahn an Thanksgiving. :-)

Die Wahrnehmung von Realitaet und deren Unterschied zu Traeumen, Alptraeumen, Fantasien und Wunschdenken ist nicht immer einfach. Fuer manche ist es gar unmoeglich.
Und da endet dann auch meist die Gemeinsamkeit fuer eine sinnvole Diskussion ueber das Thema. Klar.

Globalisierung ist jedoch kein Traum, sondern ein sehr realer Prozess, der laengst im Gange ist und unaufhaltbar. Seit Jahrhunderten -genaugenommen seit Jahrtausenden. Und konkret nachweisbar.
Globale Prozesse gehoeren keinem und scheren sich nicht um Traeume. Oder Behauptungen. Oder Spekulationen. Oder Wunschdenken. Wer diesen Globalisierungsprozess ignoriert, sich dem immer schneller rollenden Zug mit fest geschlossen Augen in den Weg stellt, der wird einfach von den Ereignissen ueberrollt.
(Wer zu spaet kommt, den bestraft das Leben -Gorbi)
Das ist alles.



zuletzt bearbeitet 24.11.2018 19:02 | nach oben springen

#142

RE: Brexit

in Politik 24.11.2018 19:43
von Willie | 19.337 Beiträge | 46908 Punkte

Boris Johnson could face prosecution over his big red Brexit bus
Boris Johnson has been warned he faces private prosecution over his famous claim that the UK sends £350,000,000 a week to Brussels. The Vote Leave figurehead has been notified that a private prosecutor wants to take him to court for his claims plastered over the side of a bus during the EU referendum. Marcus Ball said he had notified the former foreign secretary on Saturday of his intention to bring a court case over alleged misconduct in public office.

Mr Ball alleges the claim, made or endorsed by Mr Johnson during the 2016 referendum campaign, that the UK ‘sends £350 million a week to the EU’ was knowingly false and made with the intention to sway votes.

‘We do need to stop politicians from lying in any future referendums though. The motivation for this prosecution is a desire to bring a beginning to the end of lying in politics.’

https://metro.co.uk/2018/11/22/boris-joh...Tl3gTVdL_amz4yg


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#143

RE: Brexit

in Politik 24.11.2018 22:17
von Hans Bergman | 15.584 Beiträge | 28938 Punkte

Zitat von Willie im Beitrag #141
......Wer diesen Globalisierungsprozess ignoriert, sich dem immer schneller rollenden Zug mit fest geschlossen Augen in den Weg stellt, der wird einfach von den Ereignissen ueberrollt.
(Wer zu spaet kommt, den bestraft das Leben -Gorbi)
Das ist alles.


Übereinstimmung in einem: Wer mit fest geschlossenen Augen nur träumend da steht und nichts unternimmt, der wird tatsächlich überrollt. Wer sollte da widersprechen.
Der Fahrplan für diesen Zug, der im Dezember in Kraft gesetzt werden soll, wird von immer mehr Ländern abgelehnt. Er wird also durch die schwachen Länder rollen, wie ich schon sagte - wenn nicht auch dort rechtzeitig geeignete Barrieren geschaffen werden.



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#144

RE: Brexit

in Politik 25.11.2018 16:30
von Willie | 19.337 Beiträge | 46908 Punkte

Zitat von Hans Bergman im Beitrag #143
Zitat von Willie im Beitrag #141
......Wer diesen Globalisierungsprozess ignoriert, sich dem immer schneller rollenden Zug mit fest geschlossen Augen in den Weg stellt, der wird einfach von den Ereignissen ueberrollt.
(Wer zu spaet kommt, den bestraft das Leben -Gorbi)
Das ist alles.


Übereinstimmung in einem: Wer mit fest geschlossenen Augen nur träumend da steht und nichts unternimmt, der wird tatsächlich überrollt. Wer sollte da widersprechen.
Der Fahrplan für diesen Zug, der im Dezember in Kraft gesetzt werden soll, wird von immer mehr Ländern abgelehnt. Er wird also durch die schwachen Länder rollen, wie ich schon sagte - wenn nicht auch dort rechtzeitig geeignete Barrieren geschaffen werden.

Wir reden da ganz offensichtlich von zwei verschiedenen Dingen, wenn wir "Globalisierung" meinen. Wie so oft.:-)
Ich schrieb bereits unten: "Globalisierung ist jedoch kein Traum, sondern ein sehr realer Prozess, der laengst im Gange ist und unaufhaltbar. Seit Jahrhunderten -genaugenommen seit Jahrtausenden. Und konkret nachweisbar. "
Da ist nichts mit einem "...Fahrplan fuer diesen Zug, der im Dezember in Kraft gesetzt werden soll...", sondern nur mit "...aber der Wagen der rollt..." :-)


PS.: Gestern Abend waren meine Familie und ich im Hofbraeuhaus -um auf den 38igsten Geburtstag meines Juengsten ein paar Bier mit etwas Essen zu geniesen. Im Chicagoer Stadteil Rosemont. Die life music wurde von drei Ost-Tirolern gestellt. Soviel zur Globalisierung.


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zuletzt bearbeitet 25.11.2018 18:28 | nach oben springen

#145

RE: Brexit

in Politik 25.11.2018 16:53
von Willie | 19.337 Beiträge | 46908 Punkte

Brexit: High Court to rule if referendum vote ‘void’ as early as Christmas after Arron Banks investigation
Exclusive: Judges poised to fast-track explosive legal challenge after Theresa May’s ‘failure to act’ on growing evidence of illegality

The High Court will rule as early as Christmas whether Brexit should be declared “void”, in a legal case given a turbo-boost by the criminal investigation into Leave funder Arron Banks.
Judges are poised to fast track the potentially explosive challenge, after Theresa May’s refusal to act on the growing evidence of illegality in the 2016 referendum campaign, The Independent can reveal.
Lawyers describe that failure as “absolutely extraordinary” – given the National Crime Agency’s (NCA) probe into suspicions of “multiple” criminal offences committed by Mr Banks and the Leave.EU campaign.
https://www.independent.co.uk/news/uk/po...TKUBL6OwJ6ccdXk


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#146

RE: Brexit

in Politik 25.11.2018 18:25
von Hans Bergman | 15.584 Beiträge | 28938 Punkte

Zitat von Willie im Beitrag #144
....Wir reden da ganz offensichtlich von zwei verschiedenen Dingen, wenn wir "Globalisierung" meinen. Wie so oft.:-)
Ich schrieb bereits unten: "Globalisierung ist jedoch kein Traum, sondern ein sehr realer Prozess, der laengst im Gange ist und unaufhaltbar. Seit Jahrhunderten -genaugenommen seit Jahrtausenden. Und konkret nachweisbar. "
Da ist nichts mit einem "...Fahrplan fuer diesen Zug, der im Dezember in Kraft gesetzt werden soll...", sondern nur mit "...aber der Wagen der rollt..." :-)


Über eine andere Art der (schleichenden) Globalisierung habe ich allerdings schon gelesen, als ich 25 war. Da war ich hellauf begeistert davon. Und bin es noch immer. Friede durch die Vermischung der Völker durch Zuneigung und Heirat (damit meine ich nicht den Ankauf von Filipinas).
Auch wenn damals ein Anstoß dafür auch mein Interesse für exotische Frauen war, so war und ist der Grundgedanke doch faszinierend.
Und es hat tatsächlich nichts mit der Invasion zu tun, die man heute unter Globalisierung versteht.



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#147

RE: Brexit

in Politik 25.11.2018 18:49
von Maga-neu | 21.156 Beiträge | 46065 Punkte

Zitat von Willie im Beitrag #144
Wir reden da ganz offensichtlich von zwei verschiedenen Dingen, wenn wir "Globalisierung" meinen. Wie so oft.:-)
Ich schrieb bereits unten: "Globalisierung ist jedoch kein Traum, sondern ein sehr realer Prozess, der laengst im Gange ist und unaufhaltbar. Seit Jahrhunderten -genaugenommen seit Jahrtausenden. Und konkret nachweisbar. "
Da ist nichts mit einem "...Fahrplan fuer diesen Zug, der im Dezember in Kraft gesetzt werden soll...", sondern nur mit "...aber der Wagen der rollt..." :-)


PS.: Gestern Abend waren meine Familie und ich im Hofbraeuhaus -um auf den 38igsten Geburtstag meines Juengsten ein paar Bier mit etwas Essen zu geniesen. Im Chicagoer Stadteil Rosemont. Die life music wurde von drei Ost-Tirolern gestellt. Soviel zur Globalisierung.


https://scontent-ort2-1.xx.fbcdn.net/v/t...bce&oe=5CA4C209

https://scontent-ort2-1.xx.fbcdn.net/v/t...6fe&oe=5CA9DA2D

https://scontent-ort2-1.xx.fbcdn.net/v/t...7f3&oe=5C6F2998
Es ist natürlich Unsinn, die "Globalisierung" stoppen zu wollen. Aber sie ist kein Naturprozess, sondern sie muss gestaltet werden. Der rollende Wagen, um im Bild zu bleiben, muss nicht nur gelenkt werden, auch seine Geschwindigkeit muss kontrolliert werden.

Und hier haben wir zwei Regierungen und Regierungschefs, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Auf der einen Seite ein vielleicht vulgärer, manchmal pöbelnder Choleriker, der aber die Interessen seines Landes an die erste Stelle setzt und den Wagen kontrollieren will - sowohl, was die Geschwindigkeit als auch, was die Richtung angeht. Ein Mann, der sagt, er habe nichts gegen Immigranten, wohl aber gegen Immigranten, die Gesetze verletzten. Auf der anderen Seite eine "Mutti der Mühseligen und Beladenen", die die ganze Welt in ihr Land einlädt, die in Gutsherrinnenart sagt "Wir schaffen das", ohne zu sagen, was sie schaffen will und wie sie es schaffen will. Die die Schleusentore öffnet, auch weil sie außerstande ist, die Interessen ihres Landes überhaupt zu definieren.

https://www.welt.de/politik/deutschland/...-_qWtRhCOC-0cio

Wenn ich die Wahl zwischen diesen beiden Regierungschefs hätte - sie wäre ganz klar...



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zuletzt bearbeitet 25.11.2018 18:50 | nach oben springen

#148

RE: Brexit

in Politik 25.11.2018 18:49
von Willie | 19.337 Beiträge | 46908 Punkte

Zitat von Hans Bergman im Beitrag #146
Zitat von Willie im Beitrag #144
....Wir reden da ganz offensichtlich von zwei verschiedenen Dingen, wenn wir "Globalisierung" meinen. Wie so oft.:-)
Ich schrieb bereits unten: "Globalisierung ist jedoch kein Traum, sondern ein sehr realer Prozess, der laengst im Gange ist und unaufhaltbar. Seit Jahrhunderten -genaugenommen seit Jahrtausenden. Und konkret nachweisbar. "
Da ist nichts mit einem "...Fahrplan fuer diesen Zug, der im Dezember in Kraft gesetzt werden soll...", sondern nur mit "...aber der Wagen der rollt..." :-)


Über eine andere Art der (schleichenden) Globalisierung habe ich allerdings schon gelesen, als ich 25 war. Da war ich hellauf begeistert davon. Und bin es noch immer. Friede durch die Vermischung der Völker durch Zuneigung und Heirat (damit meine ich nicht den Ankauf von Filipinas).
Auch wenn damals ein Anstoß dafür auch mein Interesse für exotische Frauen war, so war und ist der Grundgedanke doch faszinierend.
Und es hat tatsächlich nichts mit der Invasion zu tun, die man heute unter Globalisierung versteht.

Die Globalisierung ist alles andere als schleichend, sie ist rauschend in voller Fahrt und immer schneller werdend. Und sie ist sehr vielfaeltiger und ruecksichtsloser als "Friede durch Vermischung....".
Globalisierung wird vor allem getrieben durch die Mechanismen des Kapitalismus, der "freien Markwirtschaft", des Wettbewerbs, des Verdraengungswettbewerbs, die Notwendigkeit von "Wachstum", die Messung von Erfolg nach Umsatzsteigerungen, der niemals ruhenden und zunehmend rasenden Bestrebungen nach Resourcen- und Marktsicherung -die dennoch taeglich kleiner werden, weil die Mittel der Ausnutzung immer groesser und effektiver werden, der Globus aber nicht groesser wird -im Gegenteil, wir teilen ihn mit taeglich mehr werdenden Menschen. Sowie den ueblichen Neigungen zu Geldgier und Machterhalt.

Der Oberdummschwaetzer und Volksverfuehrer von Trumphausen zum Beispiel, der hier taeglich grosse Reden gegen Globalisierung schwingt -und damit seine trotteligen Nichtswisser von Nachlaeufern begeistert und beduselt, ist gleichzeitig weltweit in grosse Projekte und Unternehmungen involviert. Moeglicherweise sind er und sein Clan sogar so sehr von Geldern und Wohlwollen anderer Regieruungen abhaengig, dass ein Teil der amerikanischen Piolitik bereits durch diese bestimmt wird.
Moskau, Tel Aviv, Riyadh usw. -um nur mal einige der moeglichen Kandidaten zu nennen. Vielleicht haben sie auch alle zusammen in trauter Uebereinstimmung miteinander den Orangenen auf der Rolle.
Dazu kommt dass nicht eines seiner Produkte, die er hier in den USA verkloppt, auch in den USA hergestellt werden. Nicht eines. Alles kommt aus sogenannten Billiglaendern. Jeder weiss es und dennoch tut "man" so, als sei das alles garnichts. Und dann gegen Globalismus sein wollen.
Das ist es, wo fuer breite Massen dann Realiatet und Illusionen konvergieren. Hannah Arendt laesst gruessen.



zuletzt bearbeitet 25.11.2018 20:40 | nach oben springen

#149

RE: Brexit

in Politik 25.11.2018 22:15
von Hans Bergman | 15.584 Beiträge | 28938 Punkte

Zitat von Willie im Beitrag #148
...Die Globalisierung ist alles andere als schleichend, sie ist rauschend in voller Fahrt und immer schneller werdend. Und sie ist sehr vielfaeltiger und ruecksichtsloser als "Friede durch Vermischung....".
Diese Art Globalisierung ist nichts anderes als der internationale Krieg Reich gegen Arm.
Wir sprechen tatsächlich von verschiedenen Dingen. Also lassen wir es besser... :-)



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#150

RE: Brexit

in Politik 25.11.2018 22:51
von Willie | 19.337 Beiträge | 46908 Punkte

Zitat von Hans Bergman im Beitrag #149
Zitat von Willie im Beitrag #148
...Die Globalisierung ist alles andere als schleichend, sie ist rauschend in voller Fahrt und immer schneller werdend. Und sie ist sehr vielfaeltiger und ruecksichtsloser als "Friede durch Vermischung....".
Diese Art Globalisierung ist nichts anderes als der internationale Krieg Reich gegen Arm.


Die Geschichte widerlegt es. Ohne Globalisierung kein Britisches Empire, keine Kolonialisierung Afrikas, grosser Teile Asiens, der Amerikas -auch durch andere europaeische Staaten. Da ging es nur um Selbstbereicherung und Machtzuwachs derer, die schon jede Menge hatten. Die Armen der Welt oder auch Zuhause gingen denen am Arsch vorbei. Es ging um Resourcen,Gold, Diamanten, Oel, Erze, Naturprodukte, Land und sogar um billige Arbeitskraefte.
Und von den anderen expandierenden Reichen vorher in der Geschichte garnicht erst zu sprechen.

Der Konflikt arm gegen reich spielte nur dann eine Rolle, wenn die Armen mal gegen die Reichen aufmuckten. Und meistens haben sie -die Aufmucker- verloren.


Zitat von Hans Bergman im Beitrag #149
Wir sprechen tatsächlich von verschiedenen Dingen. Also lassen wir es besser... :-)

Ich wies bereits darauf hin.:-)



zuletzt bearbeitet 25.11.2018 23:03 | nach oben springen

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