#1576

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 14:32
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: FrieFie
07.11.2011 13:15 #90994


Man kann sich wohl sicher sein, dass ein Angriff nicht unbeantwortet bleiben würde.
Die iranische Armee ist wohl kein so desolater Hufen wie die libysche, und die hat sich monatelang gehalten.
Also folgt auf den eventuell israelischen Erstangriff einen Gegenangriff, dann wochen- oder monatelanges Bombardieren des Iran durch die USA.
Mich interessieren die Folgen: wird die Regierung von den Angriffen nicht eher profitieren?
Auch die Oppositionellen werden früher oder später gegen die Angriffe sein, die zwangsläufig auch Unschuldige das Leben kosten. Die Regierung wird unter Kriegsbedingungen auch im Land (noch mehr) freie Hand haben, alles Abweichlerische zu unterbinden.
Und was danach? Irans Atomprogramm um ein paar Jahre zurückgeworfen, die Feindschaften intensiviert, die USA noch bankrotter als ohnehin schon (auch ein begrenztes Bombardement kostet viel Geld. Im Libyenkrieg wurde fleissig mitgerechnet). Die Opposition im Iran entweder einig mit der Regierung gegen den gemeinsamen Feind, oder ganz ausgeschaltet. Israel endgültig gehasst von allen arabischen und nordafrikanischen Völkern, oder zumindest der überwiegenden Mehrheit.
Was genau hat man gewonnen, ausser ein wenig Zeit? Wieviel verloren?


Und wem oder was verdankt die Welt diese verzwickte und gefährliche Lage? Einem Land, dass seit über zehn Jahren die IAEA und den UN-Sicherheitsrat von vorne bis hinten belogen hat. Dass entgegen seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) und all seinen Zusicherungen, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken, die Staatengemeinschaft fortwährend hintergangen hat. Einem Regime, dem sowohl der Westen (USA + EU) als auch Russland ohne Erfolg alle erdenklichen Offerten einer Kooperation auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung von Atomstrom einschließlich der notwendigen Urananreicherung angeboten hat. Einer Regierung, die vier UN-Resolutionen unter Chapter VII, die einstimmig von allen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats verabschiedet wurden, ignoriert hat. Einem Staat, der einem anderen die Existenzberechtigung abspricht und seine bevorstehende Vernichtung ankündigt. Wer sich dauerhaft so verhält, der darf sich nicht wundern wenn der Konflikt von der diplomatischen Ebene auf eine militärische abzurutschen droht.

Der Iran hat keine Möglichkeit ausgelassen um den Konflikt mit der Staatengemeinschaft um sein Atomwaffenprogramm bis zum Siedepunkt aufzuheizen. Es liegt daher auf der Hand, dass jetzt die Herrscher in Teheran Maßnahmen, die einen Krieg verhindern können, ergreifen müssen, um eine Katastrophe für die Region und ein Debakel für die Menschheit in letzter Minute noch abzuwenden.



zuletzt bearbeitet 07.11.2011 14:39 | nach oben springen

#1577

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 14:45
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: guylux
07.11.2011 14:21 #91003

1. Merhrere Wochen , etwa so wie in Afghanistan ?
2. Ich dachte es ginge um die Atomanlagen , jetzt sollen auch die Revolutionären Garden das Ziel sein ? Und das will man als "preemptive srike " verkaufen ? Geht's noch , das ist ein offener Krieg gegen das Land Iran ?


Nein, nicht wie in Afghanistan oder dem Irak, sondern so wie in Libyen. Aus der Luft und von der See ohne den Einsatz von Bodentruppen.

President Barack Obama may then decide to strike Revolutionary Guards Corps targets, the bulwark of the Islamic regime, and its strategic infrastructure, thereby knocking over the key props holding up the regime of the ayatollahs.


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#1578

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 15:34
von Hans Bergman | 15.227 Beiträge | 25368 Punkte


Zitat von: Maga-neu
07.11.2011 14:22 #91004
Jetzt doch ein Zwischeneinwurf:

"Any further stupid remarks likely to be ignored"...

Nur verantwortungslose Narren schüren dort weiter, wo es bereits siedet und brodelt. In NO ist gar nichts mehr unmöglich.
Du schaust in die Vergangenheit - ich schaue in die Zukunft. ;)



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#1579

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 15:55
von Nante | 7.680 Beiträge | 9594 Punkte


Zitat von: mbockstette
07.11.2011 14:45 #91008

Nein, nicht wie in Afghanistan oder dem Irak, sondern so wie in Libyen. Aus der Luft und von der See ohne den Einsatz von Bodentruppen.


Die lange Vorbereitungsphase für einen solchen Einsatz zeigt nachdrücklich die Schwierigkeiten einer solchen Operation.
Schon im Sommer 2009 hat mir Michael Schnarch im spon eine Aktion im Herbst desselben Jahres angekündigt...
Ich halte den Iran für vorbereitet, asymmetrisch zurückzuschlagen. Die zeitweilige Ausschaltung der Webseiten der israelischen Schutz- und Sicherheitsorgane scheint mir darauf hinzuweisen.

Für die iranische Führung wäre die Flucht nach vorne die beste Lösung: Offenlegung und internationale Kontrolle. So etwas hätte Gaddafi auch geholfen. Aber anscheinend denken Diktatoren nicht so weit.


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#1580

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 16:03
von FrieFie | 7.321 Beiträge | 7298 Punkte


Zitat von: Nante
07.11.2011 15:55 #91012


Die lange Vorbereitungsphase für einen solchen Einsatz zeigt nachdrücklich die Schwierigkeiten einer solchen Operation.
Schon im Sommer 2009 hat mir Michael Schnarch im spon eine Aktion im Herbst desselben Jahres angekündigt...
Ich halte den Iran für vorbereitet, asymmetrisch zurückzuschlagen. Die zeitweilige Ausschaltung der Webseiten der israelischen Schutz- und Sicherheitsorgane scheint mir darauf hinzuweisen.

Für die iranische Führung wäre die Flucht nach vorne die beste Lösung: Offenlegung und internationale Kontrolle. So etwas hätte Gaddafi auch geholfen. Aber anscheinend denken Diktatoren nicht so weit.


Von Gaddafi haben die Iraner vielleicht auch gelernt, dass selbst die Kontrolle zuzulassen nichts nutzt, wenn unbedingt etwas gefunden werden soll ...


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#1581

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 16:10
von FrieFie | 7.321 Beiträge | 7298 Punkte


Zitat von: mbockstette
07.11.2011 14:32 #91007


Und wem oder was verdankt die Welt diese verzwickte und gefährliche Lage? Einem Land, dass seit über zehn Jahren die IAEA und den UN-Sicherheitsrat von vorne bis hinten belogen hat. Dass entgegen seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) und all seinen Zusicherungen, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken, die Staatengemeinschaft fortwährend hintergangen hat. Einem Regime, dem sowohl der Westen (USA + EU) als auch Russland ohne Erfolg alle erdenklichen Offerten einer Kooperation auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung von Atomstrom einschließlich der notwendigen Urananreicherung angeboten hat. Einer Regierung, die vier UN-Resolutionen unter Chapter VII, die einstimmig von allen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats verabschiedet wurden, ignoriert hat. Einem Staat, der einem anderen die Existenzberechtigung abspricht und seine bevorstehende Vernichtung ankündigt. Wer sich dauerhaft so verhält, der darf sich nicht wundern wenn der Konflikt von der diplomatischen Ebene auf eine militärische abzurutschen droht.

Der Iran hat keine Möglichkeit ausgelassen um den Konflikt mit der Staatengemeinschaft um sein Atomwaffenprogramm bis zum Siedepunkt aufzuheizen. Es liegt daher auf der Hand, dass jetzt die Herrscher in Teheran Maßnahmen, die einen Krieg verhindern können, ergreifen müssen, um eine Katastrophe für die Region und ein Debakel für die Menschheit in letzter Minute noch abzuwenden.

Mag sein, mag man aus anderer Warte auch anders sehen.
Bloss wird auch eine militärische Aktion den Staat nicht von der Landkarte pusten, und im Zweifelsfall hat man hinterher eine vollends unberechenbare Grösse, ein Irrlicht wie Gaddafi oder Saddam.
Man muss mit den Nachbarn leben, oder ausziehen. Ein Krieg verschlimmert die Situation in jedem Fall, möge er auch noch so berechtigt sein. Israel will Frieden? Den hat es danach weniger als davor. USA wollen Ruhe im Nahen Osten? Fehlanzeige auf diesem Weg.
Die einzige Chance wäre, den Iran zu einem eindeutigen Erstschlag zu provozieren. Aber ganz so verpeilt ist bei aller Grossmäuligkeit nichmal Ahmadinejad.

Nie hätte ich gedacht, dass ich sowas mal schreibe, aber: man wünscht sich doch direkt den guten alten kalten Krieg zurück.


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#1582

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 16:11
von Nante | 7.680 Beiträge | 9594 Punkte


Zitat von: FrieFie
07.11.2011 16:03 #91016

Von Gaddafi haben die Iraner vielleicht auch gelernt, dass selbst die Kontrolle zuzulassen nichts nutzt, wenn unbedingt etwas gefunden werden soll ...


Wenn Iran wirklich, glaubhaft und nachprüfbar den Schild sinken läßt, können Israel und die USA, samt ihrem Pudel Albion, nicht mehr zustoßen.
Der Ball liegt wirklich im Feld der Iraner..........


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#1583

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 16:11
von nahal | 18.783 Beiträge | 20475 Punkte


Zitat von: FrieFie
07.11.2011 16:03 #91016


Von Gaddafi haben die Iraner vielleicht auch gelernt, dass selbst die Kontrolle zuzulassen nichts nutzt, wenn unbedingt etwas gefunden werden soll ...



Sorry, FrieFie,
So einen Unfug.
Als Gaddafi seine Atom-Pläne offenbart hat, wurden alle Sanktionen gegen Libyen aufgehoben.
Wenn man aber sein eigenes Volk abschlachtet...................

Hätte von dir nicht diese Analogie erwartet.


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#1584

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 17:25
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: FrieFie
07.11.2011 08:56 #90945


Da fällt mir auf ...
According to the report, intelligence provided to the UN nuclear watchdog shows that former Soviet scientists taught the Iranians to construct the kind of "high-precision detonators" that can be used to "trigger a nuclear chain reaction."
Vor ein paar Monaten wurde doch ein iranischer Wissenschaftler vor seinem Haus getötet, der genau diese Spezial-Zünder entwickelt haben soll?
Wozu den umbringen, wenn das Knowhow doch aus dem Ausland kam?
Warum nicht die ausländischen Wissenschaftler aus dem Verkehr ziehen, wenn das denn das Mittel der Wahl ist ... es wäre nicht das erste russische Flugzeug, das zwischen Iran und Russland abstürzt (klinge ich schon wie Thurner?). Oder wollte man die mit dem Mord an dem Kollegen abschrecken?
In jedem Fall scheint die Massnahme zu spät gekommen zu sein.

Fragen über Fragen.


Ja, Fragen über Fragen.
Die schwierigste Frage aber ist, warum um alles in der Welt wird es einfach hingenommen, wenn Geheimdienste irgendwo irgendwen abknallen.
Heutzutage kommt es wohl sehr auf die richtige Religionsgemeinschaft an, ansonsten kann jemand leicht zum Freiwild werden. Flugzeuge sind davon nicht ausgeschlossen.


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#1585

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 17:36
von guylux (gelöscht)
avatar


Zitat von: mbockstette
07.11.2011 14:45 #91008


Nein, nicht wie in Afghanistan oder dem Irak, sondern so wie in Libyen. Aus der Luft und von der See ohne den Einsatz von Bodentruppen.

President Barack Obama may then decide to strike Revolutionary Guards Corps targets, the bulwark of the Islamic regime, and its strategic infrastructure, thereby knocking over the key props holding up the regime of the ayatollahs.

Also genau wie Ich geschrieben habe : nicht nur die Atomanlagen sind das Ziel , sondern der Sturz des Regimes . Das ist kein Preventivkrieg gegen iranische Atomanlagen , das ist ein Angriffskrieg gegen den Irak . Der wird das Land erst einmal zusammenschweissen und in etlichen Ländern in der Region werden wohl ziemlich massiv Raketen einschlagen . So einfach wie in Lybien wird das hier nicht gehen : da gab es eine Flugverbotszone , von der UN legitimiert , die wird es im Irak nicht geben ! Ich fürchte wir gehen hier auf einen Konflikt zu , der nicht überschaubar ist, aber das scheint einige Foristen hier nicht zu kümmern .


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#1586

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 17:39
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: nahal
07.11.2011 09:35 #90955


Und was macht "dieses Regime"?
40.000 Raketen in Libanon.
20.000 Raketen in Gaza.
Einmischung in Irak.
Einmischung in Bahrain.
Auwiegelung in Saudi-Arabien.
Unterstützung der taliban in Afghanistan.

Sicher ist jede militärische Aktion gegen dieses Regime gefährlich.
Gefährlich ist auch alles, was dieses Regime am Leben erhält.
Die Frage ist, was gefährlcher ist und vor allem, wie die Gefahr steigt, je länger man wartet.
Da sind keine einfachen Antworten angebracht.

PS:
überschätze dich nicht, wenn du Beurteilungen über Aussagen eines Ex-Mossad-Chefs machst.




Die Raketen im Libanon verteidigen die Libanesen, nicht die Iraner
Die Raketen in Gaza verteidigen die Menschen dort, nicht die Iraner
Die Einmischung im Irak (falls überhaupt) hilft den Schiiten, die massenweise auf Markplätzen und vor Moscheen in die Luft gesprengt wurden.
Die Einmischung in Bahrain hat die gleiche Qualität wie die Einmischung der Nato in Libyen (allerdings weitaus geringer)
Aufwiegelung in Saudi Arabien nicht nötig, die Menschen dort sind zu Tode gepeinigt durch ihre Diktatorenscheichs
Unterstützung der Taliban? Womit denn? mit ein paar Scheiben Brot? Iran bekämpft die Taliban, weil deren Idiologie iranischen Gesellschaft wirklich gefährlich werden könnten. Allerdings falls iranische Waffenhändler nach Afghanistan schmuggeln ist das keine Unterstüzung der Taliban durch den Staat. Israelische Organschmuggler schmuggeln auch ohne Unterstützung des Staates.

All diese Einmischungen, die Du als Kriegsgründe für Israel gegen Iran nennst sind nichts weiteres als das, was andere Länder seit eh und jeh auch machen. Verbündete suchen, Gleichgesinnte unterstützen usw usw usw

Dass es Dir nicht passt, dass die Libanesen und die Palästinenser sich selbst verteidigen können (evtl. wirklich durch die Hilfe des Irans) sagt mehr über Dein Gerechtigkeitsempfinden aus, als über das Unrecht des Iran. Erhält nicht Israel seit Jahr und Tag kräftig Unterstützung durch die USA, finanziell und in der UNO?
Warum sollten die Libanesen keine Unterstützung erhalten, sollen die sich nochmal durch Israel plattbomben lassen?

Alle wären momentan sehr gut beraten, sich etwas zurückzunehmen anstatt einen neuen Krieg zu beginnen.


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#1587

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 17:43
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: nahal
07.11.2011 09:55 #90966


"The leak, which is considered to be one of the largest in U.S. military history,revealed information on the deaths of civilians, increased Taliban attacks, and involvement by Pakistan and Iran in the insurgency."
"Evidence that Iran provided extensive assistance to the Taliban was also revealed. Coming from sources such as Afghan spies and paid informants, Iranian involvement in Afghanistan steadily widened from 2004 to today and constituted armaments, money, and physical deployment of anti-NATO militants. Iran denies supporting the militants."

http://en.wikipedia.org/wiki/Afghan_War_documents_leak

Zitat
Afghan spies and paid informants


sind das diejenigen, denen man mit Guantanamo droht, falls sie nicht das Richtige sagen?


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#1588

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 17:50
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: FrieFie
07.11.2011 13:15 #90994


Man kann sich wohl sicher sein, dass ein Angriff nicht unbeantwortet bleiben würde.
Die iranische Armee ist wohl kein so desolater Hufen wie die libysche, und die hat sich monatelang gehalten.
Also folgt auf den eventuell israelischen Erstangriff einen Gegenangriff, dann wochen- oder monatelanges Bombardieren des Iran durch die USA.
Mich interessieren die Folgen: wird die Regierung von den Angriffen nicht eher profitieren?
Auch die Oppositionellen werden früher oder später gegen die Angriffe sein, die zwangsläufig auch Unschuldige das Leben kosten. Die Regierung wird unter Kriegsbedingungen auch im Land (noch mehr) freie Hand haben, alles Abweichlerische zu unterbinden.
Und was danach? Irans Atomprogramm um ein paar Jahre zurückgeworfen, die Feindschaften intensiviert, die USA noch bankrotter als ohnehin schon (auch ein begrenztes Bombardement kostet viel Geld. Im Libyenkrieg wurde fleissig mitgerechnet). Die Opposition im Iran entweder einig mit der Regierung gegen den gemeinsamen Feind, oder ganz ausgeschaltet. Israel endgültig gehasst von allen arabischen und nordafrikanischen Völkern, oder zumindest der überwiegenden Mehrheit.
Was genau hat man gewonnen, ausser ein wenig Zeit? Wieviel verloren?


Ein paar Milliarden Umsatz der Rüstungsindustrie, ein paar Milliarden mehr Umsatz durch die sprunghafte Erhöhung der Ölpreise?

Ob die Menschen sterben, oder Ottonormal US-ler noch ärmer wird, Ob David-Israeli noch ein paar Jahrzehnte lang an jeder Ecke einen feindlichen Hamasterroristen sieht, wen stört das in den Kreisen, die einen Angriff auf den Iran beschliessen.

Jene Kreise verdienen nicht am Frieden, sondern an Krieg und Tod und Angst.


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#1589

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 17:50
von nahal | 18.783 Beiträge | 20475 Punkte


Zitat von: Lea S.
07.11.2011 17:39 #91030



All diese Einmischungen, die Du als Kriegsgründe für Israel gegen Iran nennst sind nichts weiteres als das, was andere Länder seit eh und jeh auch machen. Verbündete suchen, Gleichgesinnte unterstützen usw usw usw

Dass es Dir nicht passt, dass die Libanesen und die Palästinenser sich selbst verteidigen können (evtl. wirklich durch die Hilfe des Irans) sagt mehr über Dein Gerechtigkeitsempfinden aus, als über das Unrecht des Iran.


Du scheinst ein sehr unbefriedigendes Wochenende gehabt zu haben.
Ich nenne keine Kriegsgründe, sondern zeige die Friedfertigkeit der Mullahs auf.

Dass du die Kassams und die Hezbaolah-Waffen als Mittel der Selbstverteidigung bezeichnest, lässt an deiner hier gespielten Menschlichkeit und Friedfertigkeit zweifeln.
Raketen gegen Schulbusse, Schulen usw demaskiert dich mehr als dir lieb sein kann.

Aber ich gebe dir einen Rat, konform deiner gespielten pazifistischen Einstellung:

Ausgehend davon, dass die Israelis so böse und unvernüftig sind, sollten die Mullahs besser mit dem Spiel aufhören. Wenn die Reaktion dieser schießwütigen Israelis gegen Katyuschas aus dem Libanon und Kassams aus Gaza so ist, wie bekannt, ist leicht auszurechnen, wie die Reaktion gegen weitere "Verteidigungsanstrengungen" Irans sein wird.

Ich hoffe, du verbringst mehr Energie dafür, die Mullahs zu Räson zu bringen.
Bei den bösen Israelis wirst du kein Erfolg haben.


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#1590

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 17:52
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: Hans Bergman
07.11.2011 13:55 #90999


Zwar nicht das Ende, aber das Ende des jetzigen Friedens und der Beginn der Hölle.


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#1591

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 17:53
von nahal | 18.783 Beiträge | 20475 Punkte


Zitat von: Lea S.
07.11.2011 17:43 #91031

Zitat
Afghan spies and paid informants


sind das diejenigen, denen man mit Guantanamo droht, falls sie nicht das Richtige sagen?



Ich weiß, dir gefallen nur Meldungen, die dir in den Kramm passen.
Die Welt ist so ungerecht....


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#1592

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 17:56
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: Leto_II.
07.11.2011 14:22 #91005


Bis jetzt ist der Krieg geschossen und läuft über Proxis. Wäre also ehrlicher.

Wird dieses Gerede über die Proxies nicht langsam langweilig.
Man könnte es ja noch akzeptieren, wenn rund um Israel der himmlische Frieden seit Jahrzehnten halten würde. Aber alle diese "Proxies" hatten Gründe genug, den Staat Israel aus Selbsterhalt anzugreifen und aus ihren Ländern zu vertreiben.
Ohne Hisbollah sässe Israel noch heute im Libanon fest, ohne Hamas ebenso in Gaza. Mit oder ohne Iran.

Es klingt aber weitaus gefährlicher zu behaupten, diese Organisationen wären nur die Handlanger Irans und nicht gleich auch Verteidiger ihrer eigenen Heimat.


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#1593

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 18:02
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: mbockstette
07.11.2011 14:32 #91007


Und wem oder was verdankt die Welt diese verzwickte und gefährliche Lage? Einem Land, dass seit über zehn Jahren die IAEA und den UN-Sicherheitsrat von vorne bis hinten belogen hat. Dass entgegen seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) und all seinen Zusicherungen, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken, die Staatengemeinschaft fortwährend hintergangen hat. Einem Regime, dem sowohl der Westen (USA + EU) als auch Russland ohne Erfolg alle erdenklichen Offerten einer Kooperation auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung von Atomstrom einschließlich der notwendigen Urananreicherung angeboten hat. Einer Regierung, die vier UN-Resolutionen unter Chapter VII, die einstimmig von allen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats verabschiedet wurden, ignoriert hat. Einem Staat, der einem anderen die Existenzberechtigung abspricht und seine bevorstehende Vernichtung ankündigt. Wer sich dauerhaft so verhält, der darf sich nicht wundern wenn der Konflikt von der diplomatischen Ebene auf eine militärische abzurutschen droht.

Der Iran hat keine Möglichkeit ausgelassen um den Konflikt mit der Staatengemeinschaft um sein Atomwaffenprogramm bis zum Siedepunkt aufzuheizen. Es liegt daher auf der Hand, dass jetzt die Herrscher in Teheran Maßnahmen, die einen Krieg verhindern können, ergreifen müssen, um eine Katastrophe für die Region und ein Debakel für die Menschheit in letzter Minute noch abzuwenden.



Es wäre wirklich wünschenswert, wenn der Iran irgendwelche solcher Massnahmen ergreifen würde.

Lächerlich aber ist die Begründung, mit UN-Sicherheitsrate und der IAEA. Wenn diese beiden Organisationen von allen respektiert würden, wäre der Nah-Ost Konflikt längst zu Ende, der Irakkrieg niemals entbrannt und Israel entwaffnet.

Es sind gerade die zweierlei Sichtweisen, die andere Länder sich wiedersetzen lassen.


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#1594

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 18:03
von Lea S. | 14.199 Beiträge | 13418 Punkte


Zitat von: mbockstette
07.11.2011 14:45 #91008


Nein, nicht wie in Afghanistan oder dem Irak, sondern so wie in Libyen. Aus der Luft und von der See ohne den Einsatz von Bodentruppen.

President Barack Obama may then decide to strike Revolutionary Guards Corps targets, the bulwark of the Islamic regime, and its strategic infrastructure, thereby knocking over the key props holding up the regime of the ayatollahs.

So wie auch Bush jun. wird auch Obama keine Erlaubnis zum Krieg durch die UN bekommen.
Wenn Israel den Krieg will, wird es ihn allein führen müssen. Alle anderen reden zwar viel momentan, werden sich aber nicht an einem illegalen Angriffskrieg beteiligen.


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#1595

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 18:36
von tbn | 4.131 Beiträge | 4131 Punkte


Zitat von: mbockstette
07.11.2011 14:45 #91008


Nein, nicht wie in Afghanistan oder dem Irak, sondern so wie in Libyen. Aus der Luft und von der See ohne den Einsatz von Bodentruppen.



In Lybien gab es Bodentruppen. Die wird es im Iran nicht geben.
Im Gegenteil, Israel wird Ahmedinedschad und seinen Schergen einen Gefallen mit einem Angriff erweisen.

Es ist schon interessant wie Ihnen der Sabber läuft, wenn die Hoffnung auf tote Iraner besteht.
Hatten Sie persönlich schlechte Erfahrungen mit Iranern? Oder ist es einfach nur Rassismus?



zuletzt bearbeitet 07.11.2011 18:37 | nach oben springen

#1596

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 18:46
von Leto_II. | 20.259 Beiträge | 25723 Punkte


Zitat von: Lea S.
07.11.2011 17:56 #91036


Es klingt aber weitaus gefährlicher zu behaupten, diese Organisationen wären nur die Handlanger Irans und nicht gleich auch Verteidiger ihrer eigenen Heimat.


Nicht nur sondern auch, Lea. Nun erkläre noch die Verteidigungsstrategie von Hamas und Hisbollah, da bin ich mal gespannt.


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#1597

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 18:48
von tbn | 4.131 Beiträge | 4131 Punkte


Zitat von: nahal
07.11.2011 16:11 #91019



Sorry, FrieFie,
So einen Unfug.
Als Gaddafi seine Atom-Pläne offenbart hat, wurden alle Sanktionen gegen Libyen aufgehoben.
Wenn man aber sein eigenes Volk abschlachtet...................

Hätte von dir nicht diese Analogie erwartet.

Ach nahal, schon wieder Mist verzapft.

Denn die Sanktionen wurden im September 2003 aufgehoben nach der Entschädigungszahlung an die Lockerbie Opfer.
Dem Atomwaffensperrvertrag unterschrieben hat er erst im März 2004 und erst ab dann hat er Inspekteure ins Land gelassen.

Und sein Volk "abzuschlachten" hat er wann genau genau begonnen?

Ach apropo NVV, wann hat Israel nochmal den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben und seit wann sind Kontrolleure in dem Land, dass die aggressivste Aussenpolitik weltweit betreibt, im Einsatz?



zuletzt bearbeitet 07.11.2011 18:51 | nach oben springen

#1598

RE: Wahl zwischen Pest und Cholera

in Politik 07.11.2011 18:50
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: Maga-neu
07.11.2011 09:28 #90953
Genau, was ich gestern geschrieben habe:

"Iran wants nuclear weapons to protect its regime. It saw former Iraqi leader Saddam Hussein and Libya's Muammar Gadhafi bombed and it understands - very logically, it should be said - that if it possessed a nuclear option, the world would not touch it, as it touches neither North Korea nor Pakistan. Iran also wants to be a regional power in the new Middle East, and it knows that one way of doing so is by means of centrifuges. It would be preferable, of course, if it did not get its wish, preferable that the world exert pressure so that it does not attain nuclear arms, but it is clear to all that no bombing will keep them from Iran forever."

Hier, nahal, über die Haltung Dagans:

http://www.haaretz.com/news/diplomacy-de...-heard-1.360367

Aber wer hätte das von Yischai gedacht?



Das sage und schreibe ich schon seit Jahren. Es ist befriedigend und bestätigend zugleich zu sehen, dass ein Ex-Mossad-Chef das genauso sieht.


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#1599

"Ernster Fehler, dessen Folgen unabsehbar wären"

in Politik 07.11.2011 18:57
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte

Neben Frankreich und natürlich Iran selbst, hat nun auch Russland die potenziellen Aggressoren gewarnt:

<<"Moskau warnt vor Militärschlag gegen Iran">>

"Moskau (BoerseGo.de) – Russlands Außenminister hat vor einer Eskalation des Streits um das iranische Atomprogramm gewarnt. Ein Militärschlag gegen Teheran wäre „ein sehr ernster Fehler, dessen Folgen unabsehbar wären“, sagte Sergej Lawrow am Montag gegenüber der Agentur Interfax.
Mit diesem Worten richtete sich Lawrow vor allem an Israel, wo bereits offen über einen Militärschlag gegen das persische Land diskutiert werde. Hintergrund ist, dass Israel davon ausgeht, der Iran könne bereits in sechs Monaten über eine Atombombe verfügen, die dann als Drohpotenzial gegen Israel eingesetzt werden könne."
http://www.boerse-go.de//nachricht/,a2685504.html


"Russland hat Israel vor einem militärischen Angriff gegen den Iran gewarnt. "Es wäre ein sehr schwerer Fehler mit unvorhersehbaren Folgen", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag. Es könne "keine militärische Lösung" für den Streit um das iranische Atomproblem geben - "ebenso wenig wie für irgendein anderes Problem der heutigen Welt".
http://www.stern.de/politik/ausland/droh...m_campaign=alle



zuletzt bearbeitet 07.11.2011 18:58 | nach oben springen

#1600

Deutschland ebenfalls gegen militärisches Vorgehen

in Politik 07.11.2011 19:01
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte

---
<<Bundesregierung ist gegen Militärmaßnahmen>>

"[...]Die Bundesregierung lehnt militärische Maßnahmen in dem sich zuspitzenden Streit ab. Sollte der Iran seinen internationalen Verpflichtungen zur Offenlegung seines Atomprogramms nicht nachkommen, werde sich die Bundesregierung für eine Ausweitung des politischen und diplomatischen Drucks einsetzen, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. "Das ist für uns nach wie vor der entscheidende Weg, um mit dieser Gefährdung der regionalen und internationalen Sicherheit umzugehen."
http://www.stern.de/politik/ausland/droh...m_campaign=alle



zuletzt bearbeitet 07.11.2011 19:01 | nach oben springen

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