#1

Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 22.01.2010 09:20
von sysop • Admin | 844 Beiträge | 844 Punkte

Die Signale für einen baldigen Konjunktur-Schub mehren sich: Die Auftragseinbrüche im Maschinenbau gehen merklich zurück, die Regierung dürfte ihre Wachstumsprognose anheben. Haben wir das Schlimmste überstanden - oder droht ein neuer Rückschlag?



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#2

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 31.03.2010 00:56
von kein Name angegeben • ( Gast )
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Zitat von: sysop #1389
Die Signale für einen baldigen Konjunktur-Schub mehren sich: Die Auftragseinbrüche im Maschinenbau gehen merklich zurück, die Regierung dürfte ihre Wachstumsprognose anheben. Haben wir das Schlimmste überstanden - oder droht ein neuer Rückschlag?


Schaut man sich an, wie unterschiedlich die Medien über dieselben Tatsachen berichten (auf news.google.de findet sich eine Schlagzeile über die Lohnnebenkosten in Deutschland, gemessen an jenen der anderen EU-Nationen), ist der "Rückschlag" wohl beschlossene Sache...
- Nach der Badischen Zeitung schnellen die Arbeitskosten hoch
- nach der Frankfurter Rundschau treibt die Krise die Arbeitskosten in die Höhe
- der Spiegel warnt ängstlich, daß in Deutschland die Arbeitskosten massiv ansteigen werden
- Ein Medium speziell für Unternehmer berichtet aufgeschreckt, daß Deutschland bei den Lohnnebenkosten unter den Top-ten innerhalb der EU liegt,
- wo doch AFP doch nur meldete, daß Deutschland mittlerweile EU-weit bei den Lohnnebenkosten unter'm Durchschnitt liege...
- was in etwa von einer Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes auch bestätigt wird, und sich anderswo viel unaufgeregter liest...


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#3

RE: hoppla, ich hatte ganz vergessen, mich einzuloggen...

in Wirtschaft 31.03.2010 01:01
von achras | 111 Beiträge | 111 Punkte

Also nochmal: Bei den Arbeitskosten rangiert Deutschland auf Rang acht, bei den Industriearbeitsplätzen dagegen auf Rang drei. Und das, wo Deutschland so gern in diesem Vergleichswert das globale Schlußlicht bildete...


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#4

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 31.03.2010 06:01
von Andreas Heil (gelöscht)
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Zitat von: sysop #1389
Die Signale für einen baldigen Konjunktur-Schub mehren sich: Die Auftragseinbrüche im Maschinenbau gehen merklich zurück, die Regierung dürfte ihre Wachstumsprognose anheben. Haben wir das Schlimmste überstanden - oder droht ein neuer Rückschlag?


Ist eigentlich keine ernstzunehmende Frage.

Die Regierungen waren weltweit sehr erfolgreich darin, die Vorkrisensituation zu restaurieren (auch das letzte Mal folgte der Vorkrisensituation bekanntlich ... der Ausbruch der Krise), allerdings um den Preis immens höherer Staatsverschuldung, was unterm Strich vor allem ungerechtfertigten Scheinvermögenswerten in Richistan nachträglich Deckung gegeben hat, und das als Regeländerung von historischem Ausmaß im laufenden Spiel, als die Kugel schon für jeden erkennbar auf die Null zurollte. Dumm, dass die Misthaufen-Portfolios anderer Kapitaldeckungsnkanäle - wie Riester und Co. - über die Kreditketten der "Finanzindustrie" da genauso dranhängen.

Anyway.

Die Asset-Inflation ist an den Unwertpapiermärkten mit beispiellos billigem Zentralbankgeld wieder voll aufgepustet - woran man auch sieht, welche Aufgabe die Zentralbanken tatsächlich wahrnehmen: Kapitalansprüche gegenüber den Zwangsverpflichteten um jeden Preis abzusichern. Derzeit laufen bekanntlich sogar emsige Bemühungen, auch die OTC-Variante der Buffetschen Massenvernichtungswaffen offiziell zu handeln, offensichtlich mit dem Ziel, dass fortan jeder auf den Abbrand des Nachbarhauses wetten möge - unterm Strich also nur der Versuch nach dem Ausfall der Landesbanken und Kommunalkassenverwalter das - in deren Augen - noch blödere Publikum anzufixen.

Man stelle sich vor, man richte eine echte Börse für Massenvernichtungswaffen ein - zögen wir sie dann in Tel Aviv oder in Damaskus hoch ?

:)

Ist das Publikum wirklich "so dumm" ? - Meine Tochter hat von der Spaßkassenwerbung den Teil abgetrennt, auf dem stand "Anna-Katharina kann mehr", mit Magnetpin am Türrahmen aufgehängt und das "Angebot" sogleich in den Papierkorb befördert. Die Botschaft war also korrekt. An anderer Stelle wirbt DWS mit einem inflationssicheren "Sachwerte-Fonds", dessen vornehmlicher Zweck wohl ist, den börsengehenden überschuldeten Großimmobilienkonglomeraten rechtzeitig einen Bad-Fonds zu bieten ? - Mein fünf Jahre vor der Rente stehender älterer Kollege hat jedenfalls sein Kapitalvermögen in eine Solaranlage und das Haus des Nachbarn gesteckt, freilich nicht in der Absicht, dies abzufackeln. Und wir halten weiterhin ordentlich Bargeld vor und streuen weiter unser Tagesgeld über viele Institute. Santander und Co. sind präemptiv jedoch nicht mehr dabei - oder sollten auch die Verbriefungen spanischer Geisterstädte alle in deutschen Portfolios enden ? - Macht nichts, beim Rütli Joe und seinen jüngeren Töchtern habe ich auch nur meine Verbindlichkeiten.

Aber alles nur Einzelfallevidenz, ich weiß ...

Selbst wenn das Publikum aber unterm Strich "so dumm" ist, untergräbt das die Möglichkeit, ein neues tragfähiges aufwärtsgerichtetes Geschäftsmodell für die Weltwirtschaft zu finden eher noch mehr: Denn es handelt sich - zur Erinnerung - um eine Solvenzkrise von Scheinvermögenswerten der Finanzindustrie, die gerade dabei ist, bei vollumfänglicher Ignoranz der staatlichen Regeländerer für die Natur der Krise, zu einer deflationären japanischen Dauerdepression ausgebaut zu werden. Deren deflationäre Tendenz verschlimmert die Solvenzkrise tendenziell eher, indem die Altkredite hinter den Vermögenswerten mehr wert werden und gleichzeitig die Preissenkungsschübe die Erträge weiter dezimieren - freilich bei vorerst einigermaßen niedrig gehaltenen Zinskosten. Es verstärkt sich bei den Akteuren dann aber zu recht der Eindruck, ausweglos auf einem Pulverfass festzusitzen, während die Realgüternachfrage der Privaten unter dem Eindruck der Depression und der niedrigen Zinsen darauf hinausläuft im stärker gegen die Krise ansparen zu wollen: Ein geradezu klassischer keynsianischer Teufelskreis, aus einer marxschen Unterkonsumptionskrise geboren.

Mitte 2007 hatte ich prophezeit, dass den Banken nach der Krise das Geschäftsmodell abhanden gekommen sein wird und das ganze vorgerechnet, daran hat sich - betrachtet man nur die Möglichkeiten des Marktes nichts geändert. Freilich kann jedoch weiterhin der Staat indirekt in gigantischem Ausmaß die Finanzindustrie subventionieren, indem er wegen seiner zunehmenden eigenen Schieflage immer höhere Risikoaufschläge für seine Verschuldung zahlt, was den Spread der Geschäftsbanken zum auch indirekt vom Staat bereitgestellten Zentralbankgeld immer weiter erhöht, wie es auch in der Privatwirtschaft der Fall ist.

Noch relativ "gesunde" Staaten (legt man der Wertung ausschließlich die Finanzierungsseite der Bilanz zugrunde) wie die Bundesrepublik oder auch Japan machen dabei die eigentümliche Erfahrung, dass ihrer steigenden Verschuldung absolut sinkende Zinszahlungen gegenüberstehen, was an sich schon ein sehr eindeutiges Zeichen ist, dass etwas schief läuft - m.E. Indikator für Marxens "tendenziellen Fall der Profitrate" oder Keynes' "schleichende Euthanasierung des Rentiers". Dumm nur, dass der sozialverträglich dahinzuraffende Rentier über die politische Ökonomie die Hand auf den staatlich zu setzenden Spielregeln hat und unsere schöne Marktwirtschaft zunehmend als Zombie marodierend beschädigt.

Nicht gesehen wird allerdings weiterhin, dass die Deckung der Finanzwerte von der anderen Seite der Bilanz kommt und diese zunehmend und weiter abgewürgt wird - obwohl gerade dieser schleichende Prozess auch vorher schon einer ihrer wichtigsten Bestandteile an der Wurzel der Krise war. Investoren in Realien multiplizieren die Absatzaussichten mit ihren tatsächlichen Finanzierungsbedingungen und die verschlechtern sich krisenbedingt eher weiter. Und daran ändern weder die realen Nichtinvestitionen des Staates (von wegen "Konjunkturpaket"), noch die bevorstehenden Sozialkürzungen oder die Verschärfungen bei den Privaten etwas zum positiven - im Gegenteil. Alle Maßnahmen waren saldiert eher kontraproduktiv.

Klar ist, dass jeder Zinsfurz dieses Kartenhaus zum Einsturz brächte - es haben sich nirgendwo die Ertragswerte der Assets verbessert - und der "vermittelnde" Faktor zwischen Preis eines Assets und dessen laufendem Ertrag aus der regulären Geschäftstätigkeit ist nunmal der Zins. Aber auch der temporäre Inflationsschub an den Gütermärkten, der beim Versuch jeder signifikanten Absetzbewegung der Finanzmisthaufen aus dem inflationären Unwertpapieremarkt aufgrund der monetären Disparitäten, der zwischen den jeweiligen Märkten aufgebaut und wieder restauriert wurde, dezimiert die dortige reale Nachfrage, so dass er in lauter Minicrashs enden muss, wie wir eindrucksvoll 2008 am Ölmarkt erleben konnten.

Wie kommen wir da raus ?

Ich hätte da einige Vorschläge, aber vielleicht möchte jemand anders auch mal ... ?


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#5

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 31.03.2010 09:29
von Hans Bergman | 15.227 Beiträge | 25368 Punkte


Zitat von: Andreas Heil #5241

...Ich hätte da einige Vorschläge, aber vielleicht möchte jemand anders auch mal ... ?

Möchten vielleicht schon. Aber auch können?
Das war jetzt erst mal Stoff zum nochmaligen Durchlesen. Dieses Mal etwas langsamer.



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#6

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 19.04.2010 21:40
von semipermeabel (gelöscht)
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Zitat von: sysop 
Die Signale für einen baldigen Konjunktur-Schub mehren sich: Die Auftragseinbrüche im Maschinenbau gehen merklich zurück, die Regierung dürfte ihre Wachstumsprognose anheben. Haben wir das Schlimmste überstanden - oder droht ein neuer Rückschlag?

Fragen wir mal die Aschewolke.



zuletzt bearbeitet 20.04.2010 08:50 | nach oben springen

#7

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 19.04.2010 21:51
von semipermeabel (gelöscht)
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Zitat von: semipermeabel 
Fragen wir mal die Aschewolke.

Nachtrag:
http://www.bruhaha.de/kuh_im_propeller.html


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#8

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 20.04.2010 09:02
von Hans Bergman | 15.227 Beiträge | 25368 Punkte


Zitat von: semipermeabel 
Nachtrag:
http://www.bruhaha.de/kuh_im_propeller.html

Schöne Geschichte. Zurück zur Natur, möchte man da nur sagen - wenn das noch ginge. Oder wenn man es denn wirklich wollte.



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#9

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 20.04.2010 10:46
von semipermeabel (gelöscht)
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Zitat von: Hans Bergman 
Schöne Geschichte. Zurück zur Natur, möchte man da nur sagen - wenn das noch ginge. Oder wenn man es denn wirklich wollte.

Bei Asche im Triebwerk kam mir die Idee mit der Kuh im Propeller.
Da geht fast jede Assoziation!


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#10

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 14.05.2010 16:23
von Foul Breitner | 1.682 Beiträge | 1677 Punkte

Vielleicht ein nettes read ...

http://www.leap2020.eu/GEAB-N-44-ist-ang...mmer_a4529.html


Zitat von: Schon wieder hier
- Für Großbritannien springen eventuell der IWF und die EU ein (13). Und ab dem Sommer 2010 beginnt die „Schlacht um die Bank of England“ (14), mit der versucht werden soll, einen gleichzeitigen Zusammenbruch des britischen Pfunds und der britischen Staatsfinanzen zu vermeiden. Eines ist aber sicher: Das britische Pfund wird die öffentliche Schuldenkrise nicht unbeschadet überstehen, und die Überschuldung wird die Regierung zu einem Sparplan zwingen, wie Großbritannien noch keinen erleben musste.

- Für die USA niemand; denn ihren Finanzierungsbedarf kann keine Institution, auch nicht der IWF (15), bedienen. Damit ist für den Winter 2010/2011 mit einer Implosion der Spekulationsblase mit US-Staatsanleihen zu rechnen. Dann wird nämlich die US-Fed die Zinsen erhöhen müssen, um die öffentlichen Schulden finanzieren zu können, während gleichzeitig ungeheure Summen an privaten Schulden refinanziert werden müssen. Eine weitere Welle von Bankpleiten wird dann einsetzen. Aber nicht nur Staaten können zahlungsunfähig werden. Auch eine Zentralbank kann Pleite gehen, wenn ihre Bilanz nur noch fiktive und virtuelle Vermögenswerte aufweist (16); die US-Zentralbank wird vor der konkreten Gefahr stehen, pleite zu gehen. Das entsprechende Risiko analysieren wir in dieser Ausgabe des GEAB. Im Winter 2010/2012 steht ein weiteres Ereignis an, das zur Unruhe in den USA beitragen wird: Es kommt zur ersten großen Wahl nach den Präsidentschaftswahlen; es ist davon auszugehen, dass viele Wähler sie nutzen werden, um ihrem Gefühl Luft zu verschaffen, dass sie „die Nase voll haben“ von einer Krise (17), die das Land schon lange im Griff hat (18), während Washington und Wall Street (19) ungeschoren davon kommen; von einer Krise, die zu einer öffentlichen Verschuldung führt, die inzwischen sogar kontra-produktiv wurde: Ein von der Regierung zusätzlich geliehener Dollar führt inzwischen dazu, dass das Bruttoinlandsprodukt um 40 cents absinkt (vgl. unten stehendes Schaubild).



zuletzt bearbeitet 14.05.2010 16:39 | nach oben springen

#11

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 14.05.2010 16:50
von Hans Bergman | 15.227 Beiträge | 25368 Punkte


Zitat von: Foul Breitner
...es ist davon auszugehen, dass viele Wähler sie nutzen werden, um ihrem Gefühl Luft zu verschaffen, dass sie „die Nase voll haben“ von einer Krise (17), die das Land schon lange im Griff hat (18), während Washington und Wall Street (19) ungeschoren davon kommen;

Die ersten Demonstrationen haben in New York ja bereits stattgefunden. Ich denke schon, dass die radikaleren unter den US-Bürgern wissen, dass Straßenlaternen multifunktionale Eigenschaften haben.



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#12

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 26.08.2010 12:41
von primatologe | 8.476 Beiträge | 8476 Punkte


Zitat von: Andreas Heil 
(...)
Selbst wenn das Publikum aber unterm Strich "so dumm" ist, untergräbt das die Möglichkeit, ein neues tragfähiges aufwärtsgerichtetes Geschäftsmodell für die Weltwirtschaft zu finden eher noch mehr: Denn es handelt sich - zur Erinnerung - um eine Solvenzkrise von Scheinvermögenswerten der Finanzindustrie, ...
(...)
Nicht gesehen wird allerdings weiterhin, dass die Deckung der Finanzwerte von der anderen Seite der Bilanz kommt und diese zunehmend und weiter abgewürgt wird - obwohl gerade dieser schleichende Prozess auch vorher schon einer ihrer wichtigsten Bestandteile an der Wurzel der Krise war. Investoren in Realien multiplizieren die Absatzaussichten mit ihren tatsächlichen Finanzierungsbedingungen und die verschlechtern sich krisenbedingt eher weiter. Und daran ändern weder die realen Nichtinvestitionen des Staates (von wegen "Konjunkturpaket"), noch die bevorstehenden Sozialkürzungen oder die Verschärfungen bei den Privaten etwas zum positiven - im Gegenteil. Alle Maßnahmen waren saldiert eher kontraproduktiv.
(...)

Laut Spiegel ist der unverhoffte Aufschwung auf das Konjunkturpaket zurückzuführen.
Deren Hauptbestandteile sollen schon unter Schröder von RotGrün und Olaf Scholz erarbeitet worden seien.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale...,713705,00.html

Das stützt meine These, dass infolge sozialdemokratischen Regierens stets ein Aufschwung kommt.
In USA war es auch immer so, dass im Nachgang einer Amtszeit der Demokraten stets der Aufschwung kam und im Nachgang der Reps kam immer eine Krise.

Der Grund mag sein, dass die wahren konservativen Werte links von der Mitte verwaltet werden und rechts nur Scheinkonservative stehen, die mit Wirtschaft nie die Gesamtwirtschaft, sondern immer nur die Taschen und Bankkonten der eigene Klientel meinen und bedienen.



zuletzt bearbeitet 26.08.2010 12:42 | nach oben springen

#13

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 27.08.2010 17:33
von Ronald.Z | 1.625 Beiträge | 1587 Punkte


Zitat von: primatologe 
Laut Spiegel ist der unverhoffte Aufschwung auf das Konjunkturpaket zurückzuführen.
Deren Hauptbestandteile sollen schon unter Schröder von RotGrün und Olaf Scholz erarbeitet worden seien.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale...,713705,00.html
Das stützt meine These, dass infolge sozialdemokratischen Regierens stets ein Aufschwung kommt.
In USA war es auch immer so, dass im Nachgang einer Amtszeit der Demokraten stets der Aufschwung kam und im Nachgang der Reps kam immer eine Krise.
Der Grund mag sein, dass die wahren konservativen Werte links von der Mitte verwaltet werden und rechts nur Scheinkonservative stehen, die mit Wirtschaft nie die Gesamtwirtschaft, sondern immer nur die Taschen und Bankkonten der eigene Klientel meinen und bedienen.

So nicht ganz richtig bzw. nur ein Teil der Medaillie.

Solange der Aufschwung nicht bei der Masse der Bevölkerung ankommt ist er schlicht und ergreifend für den Arsch (@ Zensor dieses ist die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung und keine verbale Entgleisung).

Sinkende Arbeitslosigkeit? Ein ganz mieser Witz, erkauft durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Leiharbeit, geringfügige Beschäftigung an den Sozialsystemen vorbei, Hartz-4 Aufstocker usw. usf..

Sinkende Steuern? Hat der Normalbürger kaum was von, aber die steigenden Sozialversicherungsbeiträge (oder wie sind die Pläne der KV'en zu bewerten?) merkta schon.

Und den Blick auf das Trauerspiel, was sich Staatshaushalt nennt ersparen wir uns lieber. Von den Haushalten der Länder und Kommunen ganz zu schweigen.

Aber wir haben Aufschwung, toll!

Aber richtig, genau DAS ist den Spezialdemokraten anzulasten. Und wenn ich dann noch sehe, wie sich diese Kamarilla nach der Abwahl ihren Lohn in Form von Frühstücksdirektorenpöstchen in der "freien Wirtschaft" abholt, wird mir fast die FDP noch sympathisch.

Wenn ich über diese Bande schimpfe denke ich nicht nur an das erfolgreiche Zurückdrängen des Sozialstaats, sondern auch die hemmungslose Förderung von Partikularinteressen (Heuschrecken) zu Lasten der Bevölkerungsmehrheit.:

Die verdrängten Sünden der Heuschreckenbändiger:
"(...)Wenn man einen, der alles miterlebt hat, hautnah, nach diesen Gesetzen fragt, dann holt dieser Jemand, den man nicht nennen kann, tief Luft und sagt: "Was wir da gemacht haben, dagegen ist die Agenda 2010 in ihren Auswirkungen ein Klacks." Bis auf ein paar Fachleute habe damals niemand gemerkt, was vor sich ging. "Das", sagt er, "war auch besser so."(...)"

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...-611329,00.html

Wer hat uns verraten?
Sozialdemokraten!
Wer war dabei?
die Grüne Partei!



zuletzt bearbeitet 27.08.2010 17:34 | nach oben springen

#14

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 27.08.2010 17:48
von Hans Bergman | 15.227 Beiträge | 25368 Punkte


Zitat von: Ronald.Z 
So nicht ganz richtig bzw. nur ein Teil der Medaillie.
Solange der Aufschwung nicht bei der Masse der Bevölkerung ankommt ist er schlicht und ergreifend für den Arsch (@ Zensor dieses ist die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung und keine verbale Entgleisung).
Sinkende Arbeitslosigkeit? Ein ganz mieser Witz, erkauft durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Leiharbeit, geringfügige Beschäftigung an den Sozialsystemen vorbei, Hartz-4 Aufstocker usw. usf..
Sinkende Steuern? Hat der Normalbürger kaum was von, aber die steigenden Sozialversicherungsbeiträge (oder wie sind die Pläne der KV'en zu bewerten?) merkta schon.
Und den Blick auf das Trauerspiel, was sich Staatshaushalt nennt ersparen wir uns lieber. Von den Haushalten der Länder und Kommunen ganz zu schweigen.
Aber wir haben Aufschwung, toll!
Aber richtig, genau DAS ist den Spezialdemokraten anzulasten. Und wenn ich dann noch sehe, wie sich diese Kamarilla nach der Abwahl ihren Lohn in Form von Frühstücksdirektorenpöstchen in der "freien Wirtschaft" abholt, wird mir fast die FDP noch sympathisch.
Wenn ich über diese Bande schimpfe denke ich nicht nur an das erfolgreiche Zurückdrängen des Sozialstaats, sondern auch die hemmungslose Förderung von Partikularinteressen (Heuschrecken) zu Lasten der Bevölkerungsmehrheit.:
Die verdrängten Sünden der Heuschreckenbändiger:
"(...)Wenn man einen, der alles miterlebt hat, hautnah, nach diesen Gesetzen fragt, dann holt dieser Jemand, den man nicht nennen kann, tief Luft und sagt: "Was wir da gemacht haben, dagegen ist die Agenda 2010 in ihren Auswirkungen ein Klacks." Bis auf ein paar Fachleute habe damals niemand gemerkt, was vor sich ging. "Das", sagt er, "war auch besser so."(...)"
http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...-611329,00.html
Wer hat uns verraten?
Sozialdemokraten!
Wer war dabei?
die Grüne Partei!

Sehr guter Beitrag. Ungeschminkt.



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#15

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 27.08.2010 19:51
von Ronald.Z | 1.625 Beiträge | 1587 Punkte


Zitat von: Hans Bergman 
Sehr guter Beitrag. Ungeschminkt.

Danke.

Und von wegen ungeschminkt, ich habe mich sehr zurückgehalten.

Dieser Verrat während der Regierungszeit Schröder, an sämtlichen Prinzipien mit denen man diese beiden Parteien assoziiert hat, hat m.E. der Demokratie in Deutschland einen größeren Schaden zugefügt wie NPD, DVU und sämtliche ostdeutsche Nazis zusammengenommen.

Diese auf selbstgeschaffenen "alternativlosen Sachzwängen" basierende neoliberale Agenda die in dieser Zeit durchgezogen wurde, wäre einer CDU/FDP Regierung aufgrund des Widerstandes der dann vorhandenen Opposition gar nicht möglich gewesen.

Jedoch die SPD-Grünen konnten das, da die "Opposition" mitgespielt hat. Dafür wird eine "sozialdemokratische" Partei aber nicht gewählt. Auch das die Grünen die Bundeswehr ins Ausland schicken, war sicher so nicht der Wählerwille. Und der Atomausstieg iss'n Witz, der Fristen waren hinreichend lang, dass mit Sicherheit zwischendurch wieder einer in diesem Kontext "konservative" Partei ans Ruder kommt.

Lediglich die Verbrauchssteuern (Sprit und so, die älteren erinnern sich), die den kleinen Mann treffen haben'se erhöht. Der soziale Nutzen dessen ist übersichtlich, zumal die Stromsteuern für Großverbraucher anderen Regeln folgen.

Also, ich fasse zusammen:
In der Zeit der letzten SPD-Regierungen wurde unsere Demokratie zur Farce, da dieses Pack den Wählerauftrag hinter die Befolgung des Willens und Abarbeitung der Wünsche der Lobbyisten von Industrie-, Energie- und insbesondere Finanz(versicherungs-)wirtschaft stellt.

Die Wahlbeteiligung entwickelt sich entsprechend. Demokratie ist anders.

Danke SPD;-(.


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#16

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 28.08.2010 09:26
von primatologe | 8.476 Beiträge | 8476 Punkte


Zitat von: Ronald.Z 
(...)
Aber richtig, genau DAS ist den Spezialdemokraten anzulasten. Und wenn ich dann noch sehe, wie sich diese Kamarilla nach der Abwahl ihren Lohn in Form von Frühstücksdirektorenpöstchen in der "freien Wirtschaft" abholt, wird mir fast die FDP noch sympathisch.
Wenn ich über diese Bande schimpfe denke ich nicht nur an das erfolgreiche Zurückdrängen des Sozialstaats, sondern auch die hemmungslose Förderung von Partikularinteressen (Heuschrecken) zu Lasten der Bevölkerungsmehrheit.:
(...)

Komisch finde ich immer, dass die Selbstbedienung und Klientelbedienung auf Kosten der Allgemeinheit bei den SchwarzGelben akzeptiert und hingenommen wird, aber bei viel geringeren Verfehlungen der RotGrünen soviel Empörung auslöst.
Oft sind es sogar linke Selbstzerfleischer, die so den schwarzgelben Tigerenten regelmäßig in die Sessel helfen.

Und was die Heuschrecken betrifft, war das nicht beabsichtigt mit Schröders Politik, und er hätte in einer neuen Amtszeit den Fehler korrigiert, SchwarzGelb tut das gerade nicht, weil die sch*** Heuschrecken zu ihrer Klientel gehören.



zuletzt bearbeitet 28.08.2010 09:28 | nach oben springen

#17

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 28.08.2010 12:10
von Ronald.Z | 1.625 Beiträge | 1587 Punkte


Zitat von: primatologe 
Komisch finde ich immer, dass die Selbstbedienung und Klientelbedienung auf Kosten der Allgemeinheit bei den SchwarzGelben akzeptiert und hingenommen wird, aber bei viel geringeren Verfehlungen der RotGrünen soviel Empörung auslöst.(...)

Von Schwarzgeld erwarte ich nix anderes. Die treiben halt ihre Klientelpolitik.

Ich erwarte (nur theoretisch, jetzt natürlich nicht mehr) aber von RotGrün auch Klientelpolitik, jedoch zugunsten IHRER Klientel (theoretisch der kleine Mann, ich Naivchen dachte das füher mal, bin aber inzwischen eines Besseren belehrt worden) nicht zugunsten der Klientel der FDP!


Zitat von: primatologe (...)
Und was die Heuschrecken betrifft, war das nicht beabsichtigt mit Schröders Politik, und er hätte in einer neuen Amtszeit den Fehler korrigiert, SchwarzGelb tut das gerade nicht, weil die sch*** Heuschrecken zu ihrer Klientel gehören.

Genau das war beabsichtigt, die Veräußerungsgewinne institutioneller Anleger steuerfrei stellen und die der Privatinvestoren nicht. Was ist das, wenn nicht Absicht?

Schröder hätte nix korrigiert, der hat nämlich keine Fehler gemacht zumindest nicht aus Sicht seiner Klientel, welche deckungsgleich mit der Klientel von Schwarzgeld ist.



zuletzt bearbeitet 28.08.2010 12:12 | nach oben springen

#18

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 29.08.2010 08:12
von primatologe | 8.476 Beiträge | 8476 Punkte


Zitat von: Ronald.Z Von Schwarzgeld erwarte ich nix anderes. Die treiben halt ihre Klientelpolitik.

Ich erwarte (nur theoretisch, jetzt natürlich nicht mehr) aber von RotGrün auch Klientelpolitik, jedoch zugunsten IHRER Klientel (theoretisch der kleine Mann, ich Naivchen dachte das füher mal, bin aber inzwischen eines Besseren belehrt worden) nicht zugunsten der Klientel der FDP!

Widerspruch:
Jeder für seine Klientel bringt uns auch nicht weiter.
Wir brauchen weitsichtige Politiker die an alle denken.


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#19

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 31.08.2010 19:35
von Ronald.Z | 1.625 Beiträge | 1587 Punkte


Zitat von: primatologe 
Widerspruch:
Jeder für seine Klientel bringt uns auch nicht weiter.
Wir brauchen weitsichtige Politiker die an alle denken.

Willi Weise?
http://de.wikipedia.org/wiki/Willi-Weise-Projekt


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#20

RE: Konjunktur-Schub oder Rezessions-Rückschlag?

in Wirtschaft 01.09.2010 13:39
von primatologe | 8.476 Beiträge | 8476 Punkte


Zitat von: Ronald.Z 
Willi Weise?
http://de.wikipedia.org/wiki/Willi-Weise-Projekt

Das haben wir schon vor 25 Jahren diskutiert, aber es hieß damals nicht Bedingungsloses Grundeinkommen sondern Bürgergeld oder negative Einkommensteuer.

Soweit wollte ich gar nicht gehen, ich bin schon zufrieden wenn Politiker genügend Rückrat besitzen sich von ihrer Klientel unabhängig zu machen und das nach ihrer Überzeugung Richtige tun und nicht bloß opportunistische Marionetten sind.


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