#126

RE:

in Politik 28.03.2011 19:59
von primatologe | 8.476 Beiträge | 8476 Punkte


Zitat von: Lea S.
28.03.2011 19:44 #64636

1. Jeder lebt auf Kosten irgend jemand anderes.
...
2. Es gab immer und zu jeder Zeit auf der Welt Völkerwanderungen.
...

1. Nein, das wäre traurig und würde nicht funktionieren.

2. Ja, mal herbeigesehnt, mal weniger willkommen.



zuletzt bearbeitet 28.03.2011 20:24 | nach oben springen

#127

RE: 2-ter sunnitischer Aufstands

in Politik 28.03.2011 20:16
von Nante | 7.776 Beiträge | 10554 Punkte


Zitat von: mbockstette
28.03.2011 17:57 #64608


Damit habe ich die Sorge die Dich umtreibt doch deutlich zum Ausdruck gebracht, oder etwa nicht? Denn wir gehen doch beide davon aus, so habe ich Deine Aussagen hier verstanden, dass die Tage des Regimes gezählt sind.

March 28, 2011 - DAMASCUS (Reuters) - Syrian forces opened fire to disperse hundreds of protesters in Deraa calling for an end to emergency laws on Monday, but demonstrators regrouped despite a heavy troop deployment, a witness said.

Herr Bockstette, ich glaube, daß Sie das zu optimistisch sehen. Syrien ist wesentlich kontrollierbarer durch die Staatsmacht und auch ein internationaler Eingriff verbietet sich geradezu.
Die syrische Führung wird einige unruhige Wochen verleben und dann mit Hilfe kosmetischer Operationen ihre Herrschaft retten.


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#128

RE:

in Politik 28.03.2011 22:42
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: mbockstette
28.03.2011 18:55 #64624


Die Lafontains, die Maizière, die Lojewskis und die Schimanskis haben alle einen Migrationshintergrund genau so wie die Cem Özdemirs, Mojib Latifs, Hamed-Abdel-Samads, Bassam Tibis und die Ranga Yogeshwars. Der Hintergrund ist weniger entscheidend als der Vordergrund.


meine Rede. Auch meine nach Geburt Heimat Ostpreussen war ein solches Land der unterschiedlichsten Ethnien. Ich kann das an Hand der Namenslisten der Einwohner meines Geburtskreises Gumbinnen nachweisen: Litauer, Polen, Franzosen, Schotten, Russen, Österreicher, Masuren - sogar ein paar "Reichsdeutsche" sind darunter. Juden waren nur marginal nachzuweisen, aber natürlich auch dort. Und grade Ostpreussen galt als das preussische Kernland....


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#129

RE: RE:Die Putschisten sind Obristen

in Politik 28.03.2011 22:54
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: mbockstette
28.03.2011 13:50 #64587


Das ist mit bekannt und daher bewusst, nahal. Aber es sind die Obristen und nicht die Generale, welche in der Regel den Kern der Putschisten bilden. Col. Gaddafi, Col. Havez etc. Und es sind die sunnitischen Soldaten, die sich ggf. weigern würden an der "Front" auf ihre Glaubensbrüder zu schießen.

Das scheint mir denn doch eine eher romantische Vorstellung zu sein (ich bin geneigt, die einschlägigen Kapitel der Mahgrebinischen Geschichten zu zitieren). Mobutu war Feldwebel (Sergeant) der belgischen Armee, Taylor auch Feldwebel.
Syriens militärische Machtelite und -struktur hat unerschüttert auch den Tod des alten Assad überstanden, ebenso wie die Niederlagen in den Kriegen gegen Israel und den Sohnemann heftig umarmt. Syriens Machtelite konnte es sich leisten, im Golfkrig II an der Seite von Bush sen. gegen den Irak zu stehen, die peinliche Niederlagen im Libanon nach der Zedern-Revolution zu überstehen. Vorläufig gibt es keine Chance, auf den Machthunger von "Obristen im 2. Glied" zu hoffen. Das Militär ist in Syrien eine stabile Versorgungsinstitution. Und wer mag schon gerne seinen Arbeitgeber und zuverlässigen Soldzahler beissen?


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#130

«Die Kinder haben die syrische Revolution gezündet»

in Politik 28.03.2011 23:53
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: Nante
28.03.2011 20:16 #64642

Herr Bockstette, ich glaube, daß Sie das zu optimistisch sehen. Syrien ist wesentlich kontrollierbarer durch die Staatsmacht und auch ein internationaler Eingriff verbietet sich geradezu.
Die syrische Führung wird einige unruhige Wochen verleben und dann mit Hilfe kosmetischer Operationen ihre Herrschaft retten.


Herr Nante, wenn Sie sagen, ich sehe das zu optimistisch, dann meinen Sie damit, ich ginge davon aus, dass es ein Leichtes sei das syrische "System" zu Fall zu bringen. Dem ist nicht so. Ich halte den Sturz des Assad-Regimes für die schwerste aller revolutionären Herausforderungen in der gesamten Region, ausgenommen den Iran.

Auf der anderen Seite ist die Unterdrückung der Bevölkerung in keinem Land in der Region stärker ausgeprägt als in Syrien. Da sich die arabischen Erhebungen aber genau gegen diese Art von Repression und Vetternwirtschaft richten und der politische Humus in Syrien diesbezüglich besonders fruchtbar ist, kann der Keim des Aufruhrs dort auch besonders gut gedeihen.

Vielleicht lesen Sie diesen Artikel eines gut beleumundeten syrischen Insiders
der die Komplexität und Gefahren seiner Heimat beschreibt.

Der syrische Schriftsteller Rafik Schami über den Aufstand in seiner Heimat
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/in...1.10045956.html

Untrennbar mit dem Schicksal Syriens ist der Libanon verbunden. Wenn die "Polonaise" in Syrien sich in Bewegung setzen sollte, dann wird der Libanon unmittelbar in den Strudel hineingezogen werden, außer ein politisches Wunder würde das verhindern. Und seit Joschua trocken Fußes den Jordan durchschritt und Jesus trockenen Fußes über den See Genezareth wandelte sind Wunder in der Region eine Seltenheit geworden.

Ein Jude aus Amerika namens Schlomo wollte auf dem See eine Bootsfahrt unternehmen und fragte einen Fischer, wie viel er für eine Stunde bezahlen müsste. "150 Dollar" antwortete dieser. "Was? 150 Dollar für eine Stunde mit Ihrem mickrigen Ruderboot", entsetze sich Schlomo. "Sie müssen wissen", sprach der Fischer, "dass ist nicht irgend ein beliebiger See, sondern ein ganz besonderer, denn ein gewisser Jesus von Nazareth ist hier zu Fuß übers Wasser gegangenen", erklärte er. Da entgegnete ihm Schlomo aus New York "Kein Wunder bei den Preisen!"



zuletzt bearbeitet 29.03.2011 00:14 | nach oben springen

#131

RE:

in Politik 29.03.2011 00:01
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: GeorgeF
28.03.2011 22:54 #64645

Das scheint mir denn doch eine eher romantische Vorstellung zu sein (ich bin geneigt, die einschlägigen Kapitel der Mahgrebinischen Geschichten zu zitieren). Mobutu war Feldwebel (Sergeant) der belgischen Armee, Taylor auch Feldwebel.
Syriens militärische Machtelite und -struktur hat unerschüttert auch den Tod des alten Assad überstanden, ebenso wie die Niederlagen in den Kriegen gegen Israel und den Sohnemann heftig umarmt. Syriens Machtelite konnte es sich leisten, im Golfkrig II an der Seite von Bush sen. gegen den Irak zu stehen, die peinliche Niederlagen im Libanon nach der Zedern-Revolution zu überstehen. Vorläufig gibt es keine Chance, auf den Machthunger von "Obristen im 2. Glied" zu hoffen. Das Militär ist in Syrien eine stabile Versorgungsinstitution. Und wer mag schon gerne seinen Arbeitgeber und zuverlässigen Soldzahler beissen?


Eben genau deshalb. Denn wenn die Militärs zu dem Schluss kommen sollten, dass die Person Assad diesen Zustand nicht mehr länger gewährleisten kann, dann könnte sein letztes Stündlein geschlagen haben.



zuletzt bearbeitet 29.03.2011 00:15 | nach oben springen

#132

RE:

in Politik 29.03.2011 00:15
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: mbockstette
29.03.2011 00:01 #64659


Eben genau deshalb. Denn wenn die Militärs zu dem Schluss kommen soolten, dass die Person Assad diesen Zustand nicht mehr länger gewährleisten kann, dann könnte sein letztes Stündlein geschlagen haben.


OK, das aber würde bedeuten, dass sich die syrischen Militärs vordergründig den Demonstarnten anschliessen, die Assad-Clique eliminieren, aber dann doch das alte, gut eingespielte System der Militärdiktatur beibehalten.


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#133

RE: «Die Kinder haben die syrische Revolution gezündet»

in Politik 29.03.2011 00:21
von Nante | 7.776 Beiträge | 10554 Punkte


Zitat von: mbockstette
28.03.2011 23:53 #64655

Herr Nante, wenn Sie sagen, ich sehe das zu optimistisch, dann mein Sie damit, ich ginge davon aus, dass es ein leichtes sei das syrische "System" zu Fall zu bringen. Dem ist nicht so. Ich halte den Sturz des Assad-Regimes für die schwerste aller revolutionären Herausforderungen in der gesamten Region, ausgenommen den Iran.

Ich meinte nicht so sehr innenpolitische Aspekte. Da ist mir schon klar, daß der Druck gewaltig ist und die Kräfte, die die Freiheit wollen, haben meine Sympathie. Ich hatte aber eher militärstrategische Aspekte im Visier. Syrien ist aus luftkriegstechnischer Hinsicht ja nicht sonderlich groß und hat sensible Nachbarn. Eine Resolution ähnlich wie in Libyen wird sich nicht machen lassen.
Auch ist die Bodenbeschaffenheit für Luftoperationen nicht so bequem wie in Nordafrika.

Deswegen sehe ich keine Chance für eine Flugverbotszone und demzufolge auch keine Chancen für eine dementsprechende Unterstützung von Rebellen.


Zitat von: mbockstette
28.03.2011 23:53 #64655

Ein Jude aus Amerika namens Schlomo wollte auf dem See eine Bootsfahrt unternehmen und fragte einen Fischer, wie viel er für eine Stunde bezahlen müsste. "150 Dollar" antwortete dieser. "Was? 150 Dollar für eine Stunde mit Ihrem mickrigen Ruderboot", entsetze sich Schlomo. "Sie müssen wissen", sprach der Fischer, "dass ist nicht irgend ein beliebiger See, sondern ein ganz besonderer, denn ein gewisser Jesus von Nazareth ist hier zu Fuß übers Wasser gegangenen", erklärte er. Da entgegnete ihm Schlomo aus New York "Kein Wunder bei den Preisen!"


Gefällt mir..) Leider bin ich da aufgrund von geschichtlichen Entwicklungen nicht so firm..


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#134

RE: «Die Kinder haben die syrische Revolution gezündet»

in Politik 29.03.2011 10:02
von Leto_II. | 20.630 Beiträge | 29433 Punkte

Immerhin bekommt Syrien eine neue Regierung! Macht sich immer gut.


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#135

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 29.03.2011 14:50
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: mbockstette
27.03.2011 23:32 #64519


Ich habe mir vorgenommen Sie in diesem Forum nicht persönlich anzugreifen, wie ich dies des öfteren schon getan habe.


Diese Absichtserklärung ist natürlich begrüßenswert und spricht für eine bessere Erkenntnis- und Entwicklungsfähigkeit, als ich sie für möglich gehalten hätte. :)


Zitat von: mbockstette
27.03.2011 23:32 #64519

Die vorausgeschickt nehme ich zu Ihrer Prognose wie folgt Stellung:

In Syrien wird sich die arabische Revolution erfüllen. Keine andere Regierung hat der Sache der Araber in den vergangenen ca. 10 Jahren mehr Schaden zugefügt als die Syrische.
Ob im Irak, im Libanon oder in Palästina überall unterminieren die syrischen "Interessen" die Entwicklung und den Fortschritt zur Selbstbestimmung und den Wunsch nach Stabilität und Prosperität.

Was "gestern" erst in Syrien von Stapel lief, heute Fahrt aufnimmt und morgen bereits in Syrien hohe Wellen schlagen wird, das wird spätestens übermorgen als Tsunami mit enormer Wucht die Küsten des Irans erreichen und die Islamische Revolution unter sich begraben.

Mit dem absehbaren Sturz des Baath-Regimes in Syrien verliert der Iran seinen einzigen verbliebenen Verbündeten. Isoliert, unbeliebt und von der eigenen Twitter-Generation verachtet sind die Herrscher in Teheran am Prellbock ihrer langen Irrfahrt angelangt. Spätestens wenn die Frustrierten, Unterdrückten und Entrechteten im Iran den Angstschweiß auf der Stirn Mahmud Ahmadinedschad rinnen sehen, werden sie den arabischen Vorbildern von Mut und Ausdauer folgen. Der Tiger auf dem die IRI reiten wird sie zerfetzen und dabei wird mehr Gewalt freigesetzt werden als bei allen arabischen Revolten, Rebellionen und Revolutionen zusammen. Der Hass den die iranische Führung ausgesendet hat wird auf sie zurückfallen. Und wenn die Hüter der Revolution (Pasdaran) ihr militärisches Potenzial gegen das eigene Volk in Stellung bringen, dann wird sie der R2P-Blitz der Staatengemeinschaft genau so treffen wie Gaddafis Libyen.

Bisher galt die Devise, dass ein Angriff von außen dazu führen würde, dass sich die Menschen im Iran hinter die Regierung stellen würden. Aber das Blatt hat sich gewendet, denn ab jetzt wird sich die Staatengemeinschaft hinter das Volk stellen, wenn dieses zum Angriff auf die iranische Diktatur ansetzt. Da helfen dann auch keine Atomwaffen in spe, denn die Staatengemeinschaft ist kein Ort den man dingfest machen könnte.



Interessante persönliche Ansichten, aber zum einen bin ich der falsche Adressat und zum anderen ist das hier ist auch eigentlich der falsche Strang. Ich habe mich nach dem massiven Wahlbertrug des Mullah-Regimes am iranischen Volk und der blutigen Niederschlagung der Proteste bereits öffentlich zur "Grünen Welle" - nein, nicht die hier in Baden-Württemberg, sondern die in Iran - bekannt. Eine Tatsache, die an Ihnen offenbar gänzlich vorbei gegangen zu sein scheint! Als jemand der von der Geburtsstunde der I.R.I. an Anhänger der volksnahen nationalen Opposition gewesen ist und der in den (vermeintlich) schicksalsträchtigen Tagen des Umbruchs im Sommer 2009 regelmäßig die brandaktuellen Twitter-Meldungen aus und über Iran fieberhaft mitverfolgt und auch weitergeleitet hat, verbitte ich mir jegliches In-die-Nähe-Rücken an das repressive theokratische Verbrecher-Regime, das die allerwenigsten Iraner 1979 gewollt haben und hinter dem auch heute nur eine Minderheit der Iraner steht, weshalb sich dieses im eigenen Volk verhasste Regime auch ohne eine kontraproduktive ausländische Einmischung - die nicht nur ich, sondern sämtliche Experten immernoch für absolut kontraproduktiv halten (Iran ist nicht Libyen) - nicht lange behaupten wird können.

Dennoch muß ich Ihren Ausführungen dagegen halten, dass der Iran in der Region keineswegs isoliert ist. In Wahrheit ist nämlich genau das Gegenteil der Fall:

- Türkei ist seit der Abkehr vom ehemaligen Verbündeten Israel der neue große Freund Irans. Ungeachtet der Sanktioen blüht das gegenseitige Geschäft und man ist sich auch in vielen Punkten politisch einig.

- Bezüglich Irak lachen sich die Mullahs in Teheran und Qom schon lange in die Fäuste, weil in Bagdad mit freundlicher Unterstützung der USA nun die ehemals von Saddam unterdrückten und drangsalierten Schiiten regieren, bei denen der Iran traditionell großen Einfluß genießt.

- In Afghanistan spielt der Iran offensichtlich sogar ein doppeltes Spiel, indem offiziell auf der einen Seite mit Regierungschef Hamid Kharzai engste Beziehungen gepflegt werden und den Afghanen wirtschaftliche und kulturelle Hilfe geleistet wird, auf der anderen Seite aber die Taliban von den Revolutinsgarden Waffen erhalten haben sollen - quasi als zweite Absicherung für die Zeit nach dem früher oder später stattfindenen Abzug der USA+KFOR-Truppen.

- In Ägypten hat die dortige Militär-Regierung erst vor einigen Wochen grünes Licht für die Durchfahrt iranischer Kriegsschiffe Richtung Mittelmeer gegeben. Eines dieser Schiffe hat nach israelischen Angaben vermutlich auch für die Hisbollah und evtl. auch für die Hamas bestimmte Waffen größeren Umfangs an Bord gehabt - was zu vermuten war... Gleichzeitig will Ägypten kein Gas mehr an Israel zum Spottpreis verschenken, was ebenfalls als eine klare Kehrtwende in der Außenpolitik Ägyptens zu bezeichnen ist.

- In Libyen wird gerade ein ideologischer Konkurrent der Mullahs beseitigt, der seit 2003 als guter Freund des Westens gilt, nach dem er vor lauter Schreck ob der Irak-Invasion sein bis dahin geheimes Atomprogramm bereitswillig offengelegt und sich so rehabilitiert hatte.

- In Bahrain ist die schiitische Mehrheit gerade drauf und dran sich mit der Flagge der Demokratie vom Joch der sunnitischen Kalifats zu befreien, was früher oder später wegen der aufgezwungen Neutralität der USA in dieser Frage auch geschehen wird - Saudische Truppen hin oder her.

- An der Pforte zu Afrika, im Jemen, wird gerade ebenfalls ein geo-strategisch wichtiger Stützpunkt der USA und eine Stütze im Kampf gegen die Rote-Meer-Front der Al-Kaida durch die bemerkenswerterweise ausgerechnet von Ihnen so hoch gelobte arabische Freiheits-Welle beseitigt.

- In Libanon hat die Hisbollah gerade wieder an Boden gewinnen können, und in Palästina ist erst vor drei Tagen Palästinenserpräsident Abbas zu Verhandlungsgesprächen über eine Wiedervereiningung nach Gaza gereist (hatte ich im Israel-Strang verlinkt).

- Darüberhinaus pflegt Teheran beste bilaterale Beziehungen zu fast allen blockfreien Staaten (darunter die ehemaligen G.U.S-Staaten, China, Indien, Pakistan, Indonesien, Singapur, Malaysia, Venezuela, Bolivien, diverse schwarzafrikanische Staaten) sowie zu Nord- und Süd-Korea (im letzteren Fall nur wirtschaftlich).

Von einer "Isolation" Irans oder gar der Schia, wie sie es aus alter SPON-Gewohnheit aus reinem Wunschdenken heraus zu suggerieren versuchen, kann also absolut keine Rede sein.

Der derzeit einzige sozusagen "außenpolitische Schönheitsfehler" im Sinne des iranischen Regimes ist die aktuelle Reformbewegung in Syrien, was aber keineswegs heißen mag, dass das traditionell in der syrischen Gesellschaft sehr einflussreiche alawitische Militär im In- und Ausland (Libanon, Gaza) bedeutend an Einfluß verlieren wird. Notfalls etabliert dass Militär ganz legal eine "Paralell-Regierung", eine Art Staat im Staate, in dem defacto das Militär regiert, obgleich die offizielle Regierung aus Zivilisten besteht und demokratisch gewählt wird, wie bspw. bisher in der Türkei üblich gewesen.



zuletzt bearbeitet 29.03.2011 15:50 | nach oben springen

#136

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 29.03.2011 19:37
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte

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zuletzt bearbeitet 29.03.2011 20:12 | nach oben springen

#137

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 29.03.2011 19:45
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte

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zuletzt bearbeitet 29.03.2011 20:11 | nach oben springen

#138

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 29.03.2011 20:12
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: mbockstette
29.03.2011 19:37 #64762
Ich habe mich nach dem massiven Wahlbertrug des Mullah-Regimes am iranischen Volk und der blutigen Niederschlagung der Proteste bereits öffentlich zur "Grünen Welle" - nein, nicht die hier in Baden-Württemberg, sondern die in Iran - bekannt. Eine Tatsache, die an Ihnen offenbar gänzlich vorbei gegangen zu sein scheint! Als jemand der von der Geburtsstunde der I.R.I. an Anhänger der volksnahen nationalen Opposition gewesen ist und der in den (vermeintlich) schicksalsträchtigen Tagen des Umbruchs im Sommer 2009 regelmäßig die brandaktuellen Twitter-Meldungen aus und über Iran fieberhaft mitverfolgt und auch weitergeleitet hat, verbitte ich mir jegliches In-die-Nähe-Rücken an das repressive theokratische Verbrecher-Regime, das die allerwenigsten Iraner 1979 gewollt haben und hinter dem auch heute nur eine Minderheit der Iraner steht, ….

Laut Ihrem Eingansstatement verachten Sie also angeblich geradezu fieberhaft das verbrecherische iranische Regime und zwar seit dem Zeitpunkt als es an die Macht gekommen ist. Nur um dann anschließend ohne Luft zu holen dessen angeblichen außenpolitischen Erfolge ellenlang zu preisen und zu untermauern.

Das sind die Errungenschaften die Sie im Einzelnen hervorheben:

- Türkei ist seit der Abkehr vom ehemaligen Verbündeten Israel der neue große Freund Irans. Ungeachtet der Sanktioen blüht das gegenseitige Geschäft und man ist sich auch in vielen Punkten politisch einig.

- Bezüglich Irak lachen sich die Mullahs in Teheran und Qom schon lange in die Fäuste, weil in Bagdad mit freundlicher Unterstützung der USA nun die ehemals von Saddam unterdrückten und drangsalierten Schiiten regieren, bei denen der Iran traditionell großen Einfluß genießt.

- In Afghanistan spielt der Iran offensichtlich sogar ein doppeltes Spiel, indem offiziell auf der einen Seite mit Regierungschef Hamid Kharzai engste Beziehungen gepflegt werden und den Afghanen wirtschaftliche und kulturelle Hilfe geleistet wird, auf der anderen Seite aber die Taliban von den Revolutinsgarden Waffen erhalten haben sollen - quasi als zweite Absicherung für die Zeit nach dem früher oder später stattfindenen Abzug der USA+KFOR-Truppen.

- In Ägypten hat die dortige Militär-Regierung erst vor einigen Wochen grünes Licht für die Durchfahrt iranischer Kriegsschiffe Richtung Mittelmeer gegeben. Eines dieser Schiffe hat nach israelischen Angaben vermutlich auch für die Hisbollah und evtl. auch für die Hamas bestimmte Waffen größeren Umfangs an Bord gehabt - was zu vermuten war... Gleichzeitig will Ägypten kein Gas mehr an Israel zum Spottpreis verschenken, was ebenfalls als eine klare Kehrtwende in der Außenpolitik Ägyptens zu bezeichnen ist.

- In Libyen wird gerade ein ideologischer Konkurrent der Mullahs beseitigt, der seit 2003 als guter Freund des Westens gilt, nach dem er vor lauter Schreck ob der Irak-Invasion sein bis dahin geheimes Atomprogramm bereitswillig offengelegt und sich so rehabilitiert hatte.

- In Bahrain ist die schiitische Mehrheit gerade drauf und dran sich mit der Flagge der Demokratie vom Joch der sunnitischen Kalifats zu befreien, was früher oder später wegen der aufgezwungen Neutralität der USA in dieser Frage auch geschehen wird - Saudische Truppen hin oder her.

- An der Pforte zu Afrika, im Jemen, wird gerade ebenfalls ein geo-strategisch wichtiger Stützpunkt der USA und eine Stütze im Kampf gegen die Rote-Meer-Front der Al-Kaida durch die bemerkenswerterweise ausgerechnet von Ihnen so hoch gelobte arabische Freiheits-Welle beseitigt.

- In Libanon hat die Hisbollah gerade wieder an Boden gewinnen können, und in Palästina ist erst vor drei Tagen Palästinenserpräsident Abbas zu Verhandlungsgesprächen über eine Wiedervereiningung nach Gaza gereist (hatte ich im Israel-Strang verlinkt).

- Darüberhinaus pflegt Teheran beste bilaterale Beziehungen zu fast allen blockfreien Staaten (darunter die ehemaligen G.U.S-Staaten, China, Indien, Pakistan, Indonesien, Singapur, Malaysia, Venezuela, Bolivien, diverse schwarzafrikanische Staaten) sowie zu Nord- und Süd-Korea (im letzteren Fall nur wirtschaftlich).

Von einer "Isolation" Irans oder gar der Schia, wie sie es aus alter SPON-Gewohnheit aus reinem Wunschdenken heraus zu suggerieren versuchen, kann also absolut keine Rede sein.


Dabei übersehen Sie, dass sich die Politik der IRI nicht in zwei Teile, nämlich in eine verbrecherische Innenpolitik und eine gute erfolgreiche Außenpolitik aufteilen lässt.

Diese ganz offensichtlich eklatant widersprüchliche Argumentation raubt Ihrer Behauptung, Sie stünden uneingeschränkt auf Seiten der iranischen Oppositionskräfte jegliche Glaubwürdigkeit.


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#139

RE: «Die Kinder haben die syrische Revolution gezündet»

in Politik 29.03.2011 21:44
von FrieFie | 7.321 Beiträge | 7298 Punkte


Zitat von: Leto_II.
29.03.2011 10:02 #64680
Immerhin bekommt Syrien eine neue Regierung! Macht sich immer gut.

Es liest sich, als haben die Machthaber Nordafrikas und Arabiens alle das gleiche Handbuch gelesen: erst werden die Rebellen/Demonstranten als von Amerika/Israel/Palästina/Europa ferngesteuerte, von alQuaida indoktrinierte Drogensüchtige arbeitslose Teenager dargestellt, dann wird das Militär aufgefahren (oder die Polizei) und einige totgeschossen, wenn das nicht hilft wird ein kleinerer oder grösserer Teil der Regierung ausgetauscht und dann wundert man sich, dass das nicht genügt.
Fortsetzung folgt ...


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#140

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 29.03.2011 22:09
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: mbockstette
29.03.2011 20:12 #64766



Sie brauchen mir nicht zu glauben, dass ich Sympathisant der national-iranischen grünen Oppositionsbewegung bin. Ich lege keinen Wert darauf.
Schaden tun Sie damit nur sich selbst, denn von der eingangs meinerseits Ihnen bescheinigten (für mich schon sehr überraschend gewesenen) positiven "Erkenntnis- und Entwicklungsfähigkeit" bleibt somit nicht mehr übrig.

Ihr eklatanter Irrtum besteht in erster Linie darin, dass sie in Ihrer Verblendung die von mir aufgezählten Fakten/Entwicklungen in den jeweiligen Staaten als "Erfolge der iranischen Außenpolitik" deklarieren! Das habe ich so nie behauptet.
In Wahrheit hat der Iran bzw. das iranische Regime selbst so gut wie nichts zur Verbessserung der Beziehungen zu den unterstrichenen Staaten beigetragen, sondern ist reiner Nutznießer der mangelhaften westlichen Außenpolitik - allen voran die der USA - die weltbekanntlich auf Dummheit, Arroganz und Doppelmoral basiert - alles Eigenschaften ohne Zukunft, wie die aktuelle Entwicklung in den betroffenen Staaten in Einflußsphäre der USA aufgezeigt hat. Selbst Mubarak und Gaddafi hätte die USA, wenn sie wollte, quasi über Nacht schon vor Jahren austauschen und gegen demokratischere Elemente ersetzen können... Wollten die aber nicht.



zuletzt bearbeitet 29.03.2011 22:36 | nach oben springen

#141

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 29.03.2011 22:37
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: Indogermane_HS
29.03.2011 22:09 #64776


Sie brauchen mir nicht zu glauben, dass ich Sympathisant der national-iranischen grünen Oppositionsbewegung bin. Ich lege keinen Wert darauf.
Schaden tun Sie damit nur sich selbst, denn von der eingangs meinerseits Ihnen bescheinigten für mich überraschend gewesenen positiven "Erkenntnis- und Entwicklungsfähigkeit" bleibt somit nicht mehr übrig.

Ihr eklatanter Irrtum besteht in erster Linie darin, dass sie in Ihrer Verblendung die von mir aufgezählten Fakten/Entwicklungen in den jeweiligen Staaten als "Erfolge der iranischen Außenpolitik" deklarieren! Das habe ich so nie behauptet.
In Wahrheit hat der Iran bzw. das iranische Regime selbst so gut wie nichts zur Verbessserung der Beziehungen zu den unterstrichenen Staaten beigetragen, sondern ist reiner Nutznießer der mangelhaften westlichen Außenpolitik - allen voran die der USA - die weltbekanntlich auf Dummheit, Arroganz und Doppelmoral basiert - alles Eigenschaften ohne Zukunft, wie die aktuelle Entwicklung in den betroffenen Staaten in Einflußsphäre der USA aufgezeigt hat.



Sorry Indo - Du machst den sozusagen konträren Fehler, indem Du die Entwicklungen in den von Dir unterstrichenen Staaten sozusagen dem "rossen Shaitan" USA zuordnest.
Aber abgesehen davon hast Du da ein paar Beispile für die Deinem Endruck nach tolle Aussenploitik angeführt, die nun wirklich nichts mit dem aussenpolitischen Geschick der Mullahkratie zu tun haben. Die Durchfahrt der 2 iranischen Marine-Schiffe durch den Kanal hat lediglich etwas mit der internationalen Seerechtskonvention und den Statuten des Kanals zu tun - nicht aber mit einer Verbeugung Ägyptens vor den Mullahs. Auch die Unruhen im Jemen sind nun wahrlich nicht der Aussenpolitik der Mullahs in Teheran zuzuordnen, sie haben rein lokale Ursachen. Und dass die iranische Regierung mit Karsai in Afghanistan recht gute Beziehungen pflegt, heisst nicht, dass sie in Karsai einen starken und stabilen Verbündeteten hat. Indien benötigt dringend Öl und Gas, der Iran kann es liefern. Also soll es Pipelines vom Iran nach Indien geben. Nur Eines ist gewiss: islamistiter Radikalismus ist in Indien mehr als unwillkommen. Man sollte den Import von Wirtshaftsgütern nicht als aussenpolitischen Erfolg missverstehen. Die Inder haben zB jahrzehntelang jede Menge sowjetische Waffen importiert, aber keinem "Berater" der Roten Armee den Zutritt zum Land erlaubt.
Ach ja - Irak. Hat sich der Irak wegen shiitiscer Mehrheit und shiitischem Ministerpräsident bereits zur soundsovielten Provinz des Iran erklärt? Meines Wissens nach nicht. Deine nebulöse Bemerkung vom "Enfluss" ist leider ohne wesentliche Substanz.
Bleibt unterm Strich: Das Mullah-Regime ist auch und entgegen der Annäherung (?) der Türkei weitgehend isoliert. Niemand traut diesen Brüdern, sie stecken ihre schmutzigen Finger mit mehr oder weniger Erfolg in die Konflikte der Region - aussenpolitische Erfolge kann ich das nicht nennen.



zuletzt bearbeitet 29.03.2011 22:38 | nach oben springen

#142

RE: Iranisches Flugzeug zur Landung in der Türkei gezwungen

in Politik 29.03.2011 23:13
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: Indogermane_HS
29.03.2011 22:09 #64776


Sie brauchen mir nicht zu glauben, dass ich Sympathisant der national-iranischen grünen Oppositionsbewegung bin. Ich lege keinen Wert darauf.
Schaden tun Sie damit nur sich selbst, denn von der eingangs meinerseits Ihnen bescheinigten (für mich schon sehr überraschend gewesenen) positiven "Erkenntnis- und Entwicklungsfähigkeit" bleibt somit nicht mehr übrig.

Ihr eklatanter Irrtum besteht in erster Linie darin, dass sie in Ihrer Verblendung die von mir aufgezählten Fakten/Entwicklungen in den jeweiligen Staaten als "Erfolge der iranischen Außenpolitik" deklarieren! Das habe ich so nie behauptet.
In Wahrheit hat der Iran bzw. das iranische Regime selbst so gut wie nichts zur Verbessserung der Beziehungen zu den unterstrichenen Staaten beigetragen, sondern ist reiner Nutznießer der mangelhaften westlichen Außenpolitik - allen voran die der USA - die weltbekanntlich auf Dummheit, Arroganz und Doppelmoral basiert - alles Eigenschaften ohne Zukunft, wie die aktuelle Entwicklung in den betroffenen Staaten in Einflußsphäre der USA aufgezeigt hat. Selbst Mubarak und Gaddafi hätte die USA, wenn sie wollte, quasi über Nacht schon vor Jahren austauschen und gegen demokratischere Elemente ersetzen können... Wollten die aber nicht.



- Türkei ist seit der Abkehr vom ehemaligen Verbündeten Israel der neue große Freund Irans. Ungeachtet der Sanktioen blüht das gegenseitige Geschäft und man ist sich auch in vielen Punkten politisch einig.

Dienstag, 22. März 2011 - Iranisches Flugzeug zur Landung in der Türkei gezwungen
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage wird ein iranisches Frachtflugzeug auf dem Weg nach Syrien im türkischen Luftraum zur Landung gezwungen. Wie Arztz 7 berichtet, befinden sich grosse Mengen von Waffen an Bord des Frachters IL-76, darunter Maschinengewehre, Munition, Raketenwerfer, Abschussrampen, Mörser und grosse Mengen Sprengstoff. Die vollständige Liste der "Güter" bleibt vorerst unter Verschluss. Eine F-16-Stafel der türkischen Luftwaffe "landete" das iranische Flugzeug, wie auch letztes Mal, auf der Luftwaffenbasis Diyarbakir.



zuletzt bearbeitet 29.03.2011 23:18 | nach oben springen

#143

RE: Iranisches Flugzeug zur Landung in der Türkei gezwungen

in Politik 29.03.2011 23:29
von tbn | 4.131 Beiträge | 4131 Punkte


Zitat von: mbockstette
29.03.2011 23:13 #64784


- Türkei ist seit der Abkehr vom ehemaligen Verbündeten Israel der neue große Freund Irans. Ungeachtet der Sanktioen blüht das gegenseitige Geschäft und man ist sich auch in vielen Punkten politisch einig.

Dienstag, 22. März 2011 - Iranisches Flugzeug zur Landung in der Türkei gezwungen
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage wird ein iranisches Frachtflugzeug auf dem Weg nach Syrien im türkischen Luftraum zur Landung gezwungen. Wie Arztz 7 berichtet, befinden sich grosse Mengen von Waffen an Bord des Frachters IL-76, darunter Maschinengewehre, Munition, Raketenwerfer, Abschussrampen, Mörser und grosse Mengen Sprengstoff. Die vollständige Liste der "Güter" bleibt vorerst unter Verschluss. Eine F-16-Stafel der türkischen Luftwaffe "landete" das iranische Flugzeug, wie auch letztes Mal, auf der Luftwaffenbasis Diyarbakir.


Nun bisher ist der Fund noch nicht bestätigt worden. Was aber bestätigt ist, ist dass im ersten zur Landung gezwungenen Flugzeug nichts gefunden worden ist.


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#144

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 29.03.2011 23:33
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: GeorgeF
29.03.2011 22:37 #64780

Sorry Indo - Du machst den sozusagen konträren Fehler, indem Du die Entwicklungen in den von Dir unterstrichenen Staaten sozusagen dem "rossen Shaitan" USA zuordnest.


Sorry, George, aber als nachweislicher System-Unterstützer ist Dein Ex-Oberbefehlshaber definitiv MITverantwortlich bzw. MITverantwortlich gewesen.


Zitat von: GeorgeF
29.03.2011 22:37 #64780

Aber abgesehen davon hast Du da ein paar Beispile für die Deinem Endruck nach tolle Aussenploitik angeführt,


Hier machst Du den gleichen Fehler, wie mb.: Keine "tolle Außenpolitik", sondern ich habe lediglich den für viele offensichtlich sehr unangenehme Tatsache aufgezeigt, dass der Iran nicht isoliert da steht wie mb. es eingangs behauptet hatte. Also bitte nicht wieder zuviel Fehlerhaftes hineininterpretieren!


Zitat von: GeorgeF
29.03.2011 22:37 #64780

die nun wirklich nichts mit dem aussenpolitischen Geschick der Mullahkratie zu tun haben. Die Durchfahrt der 2 iranischen Marine-Schiffe durch den Kanal hat lediglich etwas mit der internationalen Seerechtskonvention und den Statuten des Kanals zu tun - nicht aber mit einer Verbeugung Ägyptens vor den Mullahs. Auch die Unruhen im Jemen sind nun wahrlich nicht der Aussenpolitik der Mullahs in Teheran zuzuordnen, sie haben rein lokale Ursachen. Und dass die iranische Regierung mit Karsai in Afghanistan recht gute Beziehungen pflegt, heisst nicht, dass sie in Karsai einen starken und stabilen Verbündeteten hat.


Habe ich so auch nie behauptet.


Zitat von: GeorgeF
29.03.2011 22:37 #64780

Indien benötigt dringend Öl und Gas, der Iran kann es liefern. Also soll es Pipelines vom Iran nach Indien geben.


Und das nennst Du isoliert? Das Motiv, warum man mit dem Iran Beziehungen pflegt, ist doch völlig wurscht.


Zitat von: GeorgeF
29.03.2011 22:37 #64780

Nur Eines ist gewiss: islamistiter Radikalismus ist in Indien mehr als unwillkommen. Man sollte den Import von Wirtshaftsgütern nicht als aussenpolitischen Erfolg missverstehen. Die Inder haben zB jahrzehntelang jede Menge sowjetische Waffen importiert, aber keinem "Berater" der Roten Armee den Zutritt zum Land erlaubt.


Ja, gewiss. Ich meinte es im Falle von Indien auch wirtschaftlich, nicht politisch. Aber nicht-isoliert sein, kann eben auch wirtschaftlich nicht-isoliert sein bedeuten.


Zitat von: GeorgeF
29.03.2011 22:37 #64780

Ach ja - Irak. Hat sich der Irak wegen shiitiscer Mehrheit und shiitischem Ministerpräsident bereits zur soundsovielten Provinz des Iran erklärt? Meines Wissens nach nicht.


Muss es auch ganz und gar nicht. Die Situation in Irak genügt so wie sie ist, um den Mullahs ein zufriedenes Lächeln abzugewinnen.


Zitat von: GeorgeF
29.03.2011 22:37 #64780

Deine nebulöse Bemerkung vom "Enfluss" ist leider ohne wesentliche Substanz.


Wieso "nebulös"? Es scheint an Dir gänzlich vorbeigegangen zu sein, dass der Iran in Gebieten mit schiitischer Bevölkerungsmehrheit, als auch im irakischen Parlament bei einigen Ministern, sowie bei vielen irakischen Mullahs und Geschäftsleuten sehr wohl großen Einfluß genießt. Ob ich das aber gut finde? Weiß ich eherlich gesagt selbst nicht so genau...!


Zitat von: GeorgeF
29.03.2011 22:37 #64780

Bleibt unterm Strich: Das Mullah-Regime ist auch und entgegen der Annäherung (?) der Türkei weitgehend isoliert.


Jetzt kommen wir der Sache schon näher: "weitgehend isoliert"... das ist aber nicht isloliert. Wenn das Regime tatsächlich politisch und wirtschaftlich so isoliert wäre, dann wären die Mullahs auf der einen Seite erfreulicherweise nicht so mächtig, auf der anderen Seite wäre aber die Bevölkerung wieder einmal der Hauptleidtragende...! Die haben es dort so eingerichtet, dass es tatsächlich so ist.


Zitat von: GeorgeF
29.03.2011 22:37 #64780

Niemand traut diesen Brüdern, sie stecken ihre schmutzigen Finger mit mehr oder weniger Erfolg in die Konflikte der Region -

Natürlich, wem sagst Du das!


Zitat von: GeorgeF
29.03.2011 22:37 #64780

aussenpolitische Erfolge kann ich das nicht nennen.

Es kommt wie immer auf das Einflußgebiet an, und was sich damit anstellen lässt.
Oder betrachtest Du die Schiiten in Irak, Hamas, Hisbollah & Co, die afghanische Regierung, Syrien, Sudan, Venezuela, Nord-Korea und (man munkelt auch) die Taliban politisch und/oder geo-strategisch als unbedeutend?!

Fakt ist, dass das Macht- und Einflußgebiet des Iran seit der unüberlegten US-Invasion Iraks und Afghanistan und seit der zunehmenden Gewaltpolitik der israelischen Regierung (verlustreiches Süd-Libanon-Abenteuer und international geächtetes Gaza-Massaker) proportional zugenommen, nicht abgenommen hat, was selbst die NeoCons in den USA zähneknirschend zugeben. Die Medien sind seit Jahren voll davon! Du und mb. seit so ziemlich die einzigen, die das noch nicht glauben bzw. wahrhaben können...: Ihr steht somit isoliert da. :-)

Hier mal drei Quellen, so auf die Schnelle:

<<US Influence Weakens in Iraq, Iran Gains>>
http://www.thenation.com/blog/156415/us-...iraq-iran-gains

<<Iran Gains from American Strategic Errors>>
http://www.foreignpolicyjournal.com/2010...rategic-errors/

"[...]He (Chomsky) concludes that the nature of Iran's threat to the U.S. is that Iran's move to form regional partnerships undermines U.S. power in the region. See: Chomsky: is the U.S. Gearing Up for the Destruction of Iran?"
http://traprock.info/focus%20areas/iraqandafghanistan.html



zuletzt bearbeitet 29.03.2011 23:52 | nach oben springen

#145

RE: Iranisches Flugzeug zur Landung in der Türkei gezwungen

in Politik 29.03.2011 23:38
von Landegaard | 16.204 Beiträge | 23896 Punkte


Zitat von: RagnarLodbrok
29.03.2011 23:29 #64785

Nun bisher ist der Fund noch nicht bestätigt worden. Was aber bestätigt ist, ist dass im ersten zur Landung gezwungenen Flugzeug nichts gefunden worden ist.



Es ging wohl auch eher um die super Freundschaft beider Länder, die sich anhand des Vorgangs zeigt und weniger um die Fracht.



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#146

RE: Iranisches Flugzeug zur Landung in der Türkei gezwungen

in Politik 29.03.2011 23:40
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: RagnarLodbrok
29.03.2011 23:29 #64785

Nun bisher ist der Fund noch nicht bestätigt worden. Was aber bestätigt ist, ist dass im ersten zur Landung gezwungenen Flugzeug nichts gefunden worden ist.



Mittwoch, 16. März 2011 - Nur einen Tag nach der Beschlagnahmung einer illegalen Lieferung iranischer Waffen an das Hamas-Regime in Gaza hat das umtriebige iranische Regime erneut die Aufmerksamkieit auf sich gezogen, diesmal hat die türkische Luftwaffe ein iranisches Frachtflugzeug auf dem Flug von Teheran nach Aleppo [Syrien] zur Landung in Diyarbakir gezwungen. Die entsprechende Meldung von AP hat die türkische Regierung bestätigt, ....

Der türkische Zoll und die Luftwaffe haben Atomexperten zur Inspizierung der Fracht herangezogen. Der letztere Umstand hat die verdeckte Kooperation im nuklearen Bereich zwischen dem Iran und Syrien erneut offengelegt,


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#147

RE: Iranisches Flugzeug zur Landung in der Türkei gezwungen

in Politik 29.03.2011 23:55
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: RagnarLodbrok
29.03.2011 23:29 #64785

Nun bisher ist der Fund noch nicht bestätigt worden. Was aber bestätigt ist, ist dass im ersten zur Landung gezwungenen Flugzeug nichts gefunden worden ist.



Dienstag, 15. März 2011 - 50 Tonnen aus dem Iran für die Hamas - Israel fängt Waffenlieferung ab
http://www.n-tv.de/politik/Israel-faengt...cle2851586.html


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#148

RE: Iranisches Flugzeug zur Landung in der Türkei gezwungen

in Politik 29.03.2011 23:57
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: mbockstette
29.03.2011 23:40 #64791


Mittwoch, 16. März 2011 - Nur einen Tag nach der Beschlagnahmung einer illegalen Lieferung iranischer Waffen an das Hamas-Regime in Gaza hat das umtriebige iranische Regime erneut die Aufmerksamkieit auf sich gezogen, diesmal hat die türkische Luftwaffe ein iranisches Frachtflugzeug auf dem Flug von Teheran nach Aleppo [Syrien] zur Landung in Diyarbakir gezwungen. Die entsprechende Meldung von AP hat die türkische Regierung bestätigt, ....

Der türkische Zoll und die Luftwaffe haben Atomexperten zur Inspizierung der Fracht herangezogen. Der letztere Umstand hat die verdeckte Kooperation im nuklearen Bereich zwischen dem Iran und Syrien erneut offengelegt,


So what? Warum sollte Iran Syrien nicht beim Aufbau seines Atomprogramms behilflich sein dürfen?


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#149

RE: Iranisches Flugzeug zur Landung in der Türkei gezwungen

in Politik 29.03.2011 23:59
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte


Zitat von: mbockstette
29.03.2011 23:55 #64794


Dienstag, 15. März 2011 - 50 Tonnen aus dem Iran für die Hamas - Israel fängt Waffenlieferung ab
http://www.n-tv.de/politik/Israel-faengt...cle2851586.html


Auch das ist nichts neues. Iran beliefert die Hamas schon seit Jahren. Seit der international zurecht geächteten Bombardierung der Gaza-Bevölkerung durch die IDF noch mehr as zuvor.



zuletzt bearbeitet 29.03.2011 23:59 | nach oben springen

#150

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 30.03.2011 00:06
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte

Vorweg: Bitte sei so gut, nicht mehr mit derart "zerhackten" Beiträgen zu antworten. Erstens macht es sich nicht gut, einzelne Sätze einer Argumentation a la Willie zu zerpflücken, andererseits ist mein Rechner doch tatsächlich bei dem ersten Versuch zu "zitieren" schlicht abgestürzt.
Und zur Sache: Du betonst heftig die Shia als Band des Zusammenhaltes zwischen Iran, Irak, Bahrein, Afghanistan, Hisbollah... siehst es als Begründung für die Dominanz des Iran - unabhängig vom Mullah-Regime - in der Region. Das kann nicht unwidersprochen bleiben. Denn wenn sich die Shia als das darstellt, was sie im Iran realisiert, dass steht sie im krassen Widerspruch zu dem, was die arabischen Revolten fordern: mehr Demokratie. Und keine der arabischen Revolten - weder in Tunesien, noch in Ägypten, in Libyen, im Jemen oder in Syrien - auch nicht in Marokko oder Algerien - hatten auch nur den entferntesten Touch islamistisch-shiitischer Elemente. Ausserdem sind es arabische Revolten und dass es einen grundsätzlichen historischen Antagonismus zwischen Arabern und Iranern gibt, wirst Du kaum bestreiten können. Es sind zwei höchst unterschiedliche Kulturen.


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