#276

RE: RIP

in Politik 09.04.2013 12:28
von nahal | 18.421 Beiträge | 16855 Punkte

Zitat von Landegaard im Beitrag #275
Zitat von nahal im Beitrag #274
Zitat von Landegaard im Beitrag #273
Zitat von nahal im Beitrag #271
Zitat von Landegaard im Beitrag #269
Zitat von nahal im Beitrag #265
Zitat von Landegaard im Beitrag #264


Den Falklandkrieg muss man hinsichtlich seiner Kosten, seines Erfolgs im Kontext der Argumentation des Kahlschlags zuhause sehen. Da ist dieser Krieg nur sinnvoll im Vergleich zu Reagans Kriegen.




Landegaard,
Sie erstaunen mich immer wieder.
Guted Beiträge die auch gut durchdacht sind neben völlig grenzwertige die wenig durchdacht sind.

Haben Sie eine Sekunde an die Menschen auf den Falklands gedacht, als Sie diesen obigen Unsinn geschrieben haben?

Denken Sie nochmals nach, lesen Sie vorher das hier:

"The final result of the vote in the Falkland Islands’ Referendum reveals 99.8% of the Islanders affirming that they wish to retain their British status."

http://falklandsnews.wordpress.com/tag/plebiscite/




Ja, habe ich, ist das nicht offensichtlich? Theatchers Politik ist klar und ohne Einschränkung die der Beschränkung der Mittel. Angesichts der Lage, in der sich England zu Beginn ihrer Regierung befand, durchaus eine notwendige Politik. Dann aber muss ein Abwägung zum Einsatz der Mittel stattfinden. Und da steht einfach eine Generation Engländer einer Bevölkerung Falklands gegenüber, wo für mich der Mitteleinsatz schwer nachvollziehbar ist.

Es sei denn, man bewertet die Falkländer höher als die eigene Landbevölkerung, was Theatcher getan hat.




Genau das meine ich. Landegaard,

Ich halte eine doppelte Moral für eigene Staatsbürger für mehr als verwerflich.
Flakland und seine gesamte Bevölkerung ist ohne Wenn und Aber britisch. Eine Aufgabe dieser eigenen Bevölkerung aufgrund opportunistischen Erwägungen ist für mich undenkbar.



Es ist das Eine, eine andere Sicht zu vertreten, etwas anderes, andere Sichten als Unsinn zu bezeichnen. Ob die Moral doppelt ist, sei mal dahingestellt. Dafür müssten die Folgen vergleichbar sein und da gibts neben einer politischen auch eine wirtschaftliche Dimension.

Wir müssen das nicht seitenlang disskutieren, es sei denn, Ihre sicherlich durchdachte Bewertung Thatchers gleich hinter Chruchill machen Sie am Falklandkrieg fest.



Da Sie es kurz machen wollen:
Sie würden anders denken, wenn die Bürger Aachens, gegen deren Willen, wegen Kostenrechnung, von der Berliner Regierung aufgegeben würden.



Schon klar, es bleibt dennoch eine Frage der Perspektive. Wenn Berlin Aachen zunächst in eine Geisterstadt verwandelt und jeden Arbeitslosen in die vollständige Eigenverantwortung übergibt, also quasi drauf scheisst, hätte ich ein Störgefühl, wenn Düsseldorf dann eine Premiumrettung angedient wird.


Sorry, das Eine hat nichts mit dem Anderen zu tun.


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#277

RE: RIP

in Politik 09.04.2013 12:44
von Landegaard | 15.356 Beiträge | 15416 Punkte

Zitat von nahal im Beitrag #276
Zitat von Landegaard im Beitrag #275
Zitat von nahal im Beitrag #274
Zitat von Landegaard im Beitrag #273
Zitat von nahal im Beitrag #271
Zitat von Landegaard im Beitrag #269
Zitat von nahal im Beitrag #265
Zitat von Landegaard im Beitrag #264


Den Falklandkrieg muss man hinsichtlich seiner Kosten, seines Erfolgs im Kontext der Argumentation des Kahlschlags zuhause sehen. Da ist dieser Krieg nur sinnvoll im Vergleich zu Reagans Kriegen.




Landegaard,
Sie erstaunen mich immer wieder.
Guted Beiträge die auch gut durchdacht sind neben völlig grenzwertige die wenig durchdacht sind.

Haben Sie eine Sekunde an die Menschen auf den Falklands gedacht, als Sie diesen obigen Unsinn geschrieben haben?

Denken Sie nochmals nach, lesen Sie vorher das hier:

"The final result of the vote in the Falkland Islands’ Referendum reveals 99.8% of the Islanders affirming that they wish to retain their British status."

http://falklandsnews.wordpress.com/tag/plebiscite/




Ja, habe ich, ist das nicht offensichtlich? Theatchers Politik ist klar und ohne Einschränkung die der Beschränkung der Mittel. Angesichts der Lage, in der sich England zu Beginn ihrer Regierung befand, durchaus eine notwendige Politik. Dann aber muss ein Abwägung zum Einsatz der Mittel stattfinden. Und da steht einfach eine Generation Engländer einer Bevölkerung Falklands gegenüber, wo für mich der Mitteleinsatz schwer nachvollziehbar ist.

Es sei denn, man bewertet die Falkländer höher als die eigene Landbevölkerung, was Theatcher getan hat.




Genau das meine ich. Landegaard,

Ich halte eine doppelte Moral für eigene Staatsbürger für mehr als verwerflich.
Flakland und seine gesamte Bevölkerung ist ohne Wenn und Aber britisch. Eine Aufgabe dieser eigenen Bevölkerung aufgrund opportunistischen Erwägungen ist für mich undenkbar.



Es ist das Eine, eine andere Sicht zu vertreten, etwas anderes, andere Sichten als Unsinn zu bezeichnen. Ob die Moral doppelt ist, sei mal dahingestellt. Dafür müssten die Folgen vergleichbar sein und da gibts neben einer politischen auch eine wirtschaftliche Dimension.

Wir müssen das nicht seitenlang disskutieren, es sei denn, Ihre sicherlich durchdachte Bewertung Thatchers gleich hinter Chruchill machen Sie am Falklandkrieg fest.



Da Sie es kurz machen wollen:
Sie würden anders denken, wenn die Bürger Aachens, gegen deren Willen, wegen Kostenrechnung, von der Berliner Regierung aufgegeben würden.



Schon klar, es bleibt dennoch eine Frage der Perspektive. Wenn Berlin Aachen zunächst in eine Geisterstadt verwandelt und jeden Arbeitslosen in die vollständige Eigenverantwortung übergibt, also quasi drauf scheisst, hätte ich ein Störgefühl, wenn Düsseldorf dann eine Premiumrettung angedient wird.


Sorry, das Eine hat nichts mit dem Anderen zu tun.



In beiden Fällen reden wir von der Verantwortung des Staates für seine Bürger. Sie sehen da keinen Zusammenhang, ich sehr wohl.



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#278

RE: RIP

in Politik 09.04.2013 13:16
von nahal | 18.421 Beiträge | 16855 Punkte

Zitat von Landegaard im Beitrag #277


In beiden Fällen reden wir von der Verantwortung des Staates für seine Bürger. Sie sehen da keinen Zusammenhang, ich sehr wohl.



Nein.


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#279

RE: RIP

in Politik 09.04.2013 13:38
von Landegaard | 15.356 Beiträge | 15416 Punkte

Zitat von nahal im Beitrag #278
Zitat von Landegaard im Beitrag #277


In beiden Fällen reden wir von der Verantwortung des Staates für seine Bürger. Sie sehen da keinen Zusammenhang, ich sehr wohl.



Nein.



Doch, tue ich :)



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#280

RE: RIP

in Politik 09.04.2013 14:12
von nahal | 18.421 Beiträge | 16855 Punkte

Zitat von Landegaard im Beitrag #279
Zitat von nahal im Beitrag #278
Zitat von Landegaard im Beitrag #277


In beiden Fällen reden wir von der Verantwortung des Staates für seine Bürger. Sie sehen da keinen Zusammenhang, ich sehr wohl.



Nein.



Doch, tue ich :)


Dann sehen Sie es völlig flasch.

Ich nehme es Ihnen aber nicht ab:

Sie entscheiden, ob eigene Bürger existentiell vom Staat geschützt werden, abhängig von den Kosten?
Und wenn die Rechnung nicht aufgeht, dann geben Sie die Staatsbürger ab?


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#281

RE: RIP

in Politik 09.04.2013 14:26
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte

Zitat von nahal im Beitrag #271
Flakland und seine gesamte Bevölkerung ist ohne Wenn und Aber britisch.
Das sehe ich nicht so, aber man kann eine Einigung nur friedlich erzielen. Militärische Gewalt darf man einer Diktatur nicht durchgehen lassen. Michael Foot hat sich mit seiner Wischiwaschi-Haltung in dieser Frage geschadet.


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#282

RE: RIP

in Politik 09.04.2013 14:29
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte

Zitat von guylux im Beitrag #257
Zitat von Maga-neu im Beitrag #250
Margaret Thatcher:

Ich erinnere mich an meinen Aufenthalt in Northampton - ich war noch ein Schüler - und sah die Fernsehaufnahmen von Kriegsschiffen, die unter den Klängen von "Rule Britannia" in Richtung Falklands / Malvinas fuhren. De mortuis nihil nisi bene - ich muss gestehen, dass mir die Frau nicht sonderlich sympathisch war, ich ihre Politik, vor allem ihre Wirtschaftspolitik für verfehlt halte. Und dennoch war sie respektabler als ihr Nach-Nachfolger, jener amerikanische Pudel, vor dem man gar keinen Respekt haben konnte.

Ich halte ihre Wirtschaftspolitik aus heutiger Sicht immer noch für richtig .
Sie ist grandios gescheitert: Ihr Modell war ihr Vater, ein hart arbeitender, sparsamer Mann, ein "Puritaner". Der von ihr eingeführte Kapitalismus belohnt aber nicht die hart arbeitenden, sparsamen Menschen, sondern die waghalsigen, dreisten. Das hat sich in mehreren Krisen gezeigt. (Scheitern die Waghalsigen, müssen eben die Steuerzahler geradestehen.)


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#283

RE: RIP

in Politik 09.04.2013 14:34
von nahal | 18.421 Beiträge | 16855 Punkte

Zitat von Maga-neu im Beitrag #281
+
Flakland und seine gesamte Bevölkerung ist ohne Wenn und Aber britisch.
Das sehe ich nicht so,
[/quote]

Ja, es sind auch o,2% die dagegen gestimmt haben.



zuletzt bearbeitet 09.04.2013 14:35 | nach oben springen

#284

RE: RIP

in Politik 09.04.2013 14:40
von Landegaard | 15.356 Beiträge | 15416 Punkte

Zitat von nahal im Beitrag #280
Zitat von Landegaard im Beitrag #279
Zitat von nahal im Beitrag #278
Zitat von Landegaard im Beitrag #277


In beiden Fällen reden wir von der Verantwortung des Staates für seine Bürger. Sie sehen da keinen Zusammenhang, ich sehr wohl.



Nein.



Doch, tue ich :)


Dann sehen Sie es völlig flasch.

Ich nehme es Ihnen aber nicht ab:

Sie entscheiden, ob eigene Bürger existentiell vom Staat geschützt werden, abhängig von den Kosten?
Und wenn die Rechnung nicht aufgeht, dann geben Sie die Staatsbürger ab?


Natürlich sehe ich das falsch. So eine alphatiermäßige Feststellung ersetzt zuletzt häufiger das Argument.

Ich entscheide das nicht, habe aber eine Meinung dazu. Die kann ja durchaus aufgrund falscher Voraussetzungen entstehen, aber ich störe mich schon an Ihrem Aachener Beispiel. Bei den Falkländern handelt es sich nicht um Briten, sondern um BOTC, also quasi Briten nicht erster Klasse mit (je nach Herkunft) eingeschränkten Rechten. Daraus ergibt sich meine Sicht.

Ihre Indes (vermute ich) ergibt sich aus der Regelung, dass Britannien die Interessen der BOTC zu wahren und vertreten hat, was klarstellt, dass man sie nicht einem Haufen argentinischer Spinner überlassen kann. Was allerdings durchaus beim Zusammenbruch des Empires dennoch, durchaus auch aus Kostengründen, passiert ist.



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#285

RE: RIP

in Politik 09.04.2013 16:35
von guylux (gelöscht)
avatar

Zitat von Maga-neu im Beitrag #282
Zitat von guylux im Beitrag #257
Zitat von Maga-neu im Beitrag #250
Margaret Thatcher:

Ich erinnere mich an meinen Aufenthalt in Northampton - ich war noch ein Schüler - und sah die Fernsehaufnahmen von Kriegsschiffen, die unter den Klängen von "Rule Britannia" in Richtung Falklands / Malvinas fuhren. De mortuis nihil nisi bene - ich muss gestehen, dass mir die Frau nicht sonderlich sympathisch war, ich ihre Politik, vor allem ihre Wirtschaftspolitik für verfehlt halte. Und dennoch war sie respektabler als ihr Nach-Nachfolger, jener amerikanische Pudel, vor dem man gar keinen Respekt haben konnte.

Ich halte ihre Wirtschaftspolitik aus heutiger Sicht immer noch für richtig .
Sie ist grandios gescheitert: Ihr Modell war ihr Vater, ein hart arbeitender, sparsamer Mann, ein "Puritaner". Der von ihr eingeführte Kapitalismus belohnt aber nicht die hart arbeitenden, sparsamen Menschen, sondern die waghalsigen, dreisten. Das hat sich in mehreren Krisen gezeigt. (Scheitern die Waghalsigen, müssen eben die Steuerzahler geradestehen.)


Das sehe Ich anders .
Die Gewerkschaften diktierten das Geschehen in der Industrie und verursachten einen Streik nach dem anderen .
Es gab zig Gewerkschaften , ein Monteur an einer Maschine durfte noch nicht einmal eine Glühbirne einschrauben , dazu brauchte es jemand von der Elektrikergewerkschaft . In einigen Firmen setzten die Gewerkschaften sogar durch , dass weder Taschen noch Kofferräume beim Verlassen der Fabrik kontrolliert werden durften . Man kann sich natürlich das Ausmass der Diebstähle vorstellen ..
Vor Thatcher war England bankrott , danach ging es längst nicht allen gut , aber das Land erholte sich wirtschaftlich doch recht ordentlich .Was danach kam geht nicht allein auf Thatchers Kappe , es soll sogar jetzt gibt noch Länder wo der Steuerzahler für die Kapitalisten zahlt :-))


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#286

RE: RIP

in Politik 09.04.2013 17:00
von Landegaard | 15.356 Beiträge | 15416 Punkte

Zitat von guylux im Beitrag #285
Zitat von Maga-neu im Beitrag #282
Zitat von guylux im Beitrag #257
Zitat von Maga-neu im Beitrag #250
Margaret Thatcher:

Ich erinnere mich an meinen Aufenthalt in Northampton - ich war noch ein Schüler - und sah die Fernsehaufnahmen von Kriegsschiffen, die unter den Klängen von "Rule Britannia" in Richtung Falklands / Malvinas fuhren. De mortuis nihil nisi bene - ich muss gestehen, dass mir die Frau nicht sonderlich sympathisch war, ich ihre Politik, vor allem ihre Wirtschaftspolitik für verfehlt halte. Und dennoch war sie respektabler als ihr Nach-Nachfolger, jener amerikanische Pudel, vor dem man gar keinen Respekt haben konnte.

Ich halte ihre Wirtschaftspolitik aus heutiger Sicht immer noch für richtig .
Sie ist grandios gescheitert: Ihr Modell war ihr Vater, ein hart arbeitender, sparsamer Mann, ein "Puritaner". Der von ihr eingeführte Kapitalismus belohnt aber nicht die hart arbeitenden, sparsamen Menschen, sondern die waghalsigen, dreisten. Das hat sich in mehreren Krisen gezeigt. (Scheitern die Waghalsigen, müssen eben die Steuerzahler geradestehen.)


Das sehe Ich anders .
Die Gewerkschaften diktierten das Geschehen in der Industrie und verursachten einen Streik nach dem anderen .
Es gab zig Gewerkschaften , ein Monteur an einer Maschine durfte noch nicht einmal eine Glühbirne einschrauben , dazu brauchte es jemand von der Elektrikergewerkschaft . In einigen Firmen setzten die Gewerkschaften sogar durch , dass weder Taschen noch Kofferräume beim Verlassen der Fabrik kontrolliert werden durften . Man kann sich natürlich das Ausmass der Diebstähle vorstellen ..
Vor Thatcher war England bankrott , danach ging es längst nicht allen gut , aber das Land erholte sich wirtschaftlich doch recht ordentlich .Was danach kam geht nicht allein auf Thatchers Kappe , es soll sogar jetzt gibt noch Länder wo der Steuerzahler für die Kapitalisten zahlt :-))


Was Sie schildern ist eher das Scheitern der britischen Gewerkschaften, weniger den Erfolg Thatchers Politik.

Abgesehen davon ging es danach anderen gut. Ob das die zukunftsfähigeren sind, wird sich erst noch zeigen müssen.



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#287

RE: RIP

in Politik 09.04.2013 17:31
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte

Zitat von nahal im Beitrag #283
Zitat von Maga-neu im Beitrag #281
+
Flakland und seine gesamte Bevölkerung ist ohne Wenn und Aber britisch.
Das sehe ich nicht so,



Ja, es sind auch o,2% die dagegen gestimmt haben.[/quote]Die Argentinier würden darauf verweisen, dass ihnen die Inseln damals "geklaut" worden sind. Aber ich glaube auch, dass die Inseln britisch bleiben werden.


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#288

Sine ira et studio

in Politik 09.04.2013 17:35
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte

Zitat von guylux im Beitrag #285
Das sehe Ich anders .
Die Gewerkschaften diktierten das Geschehen in der Industrie und verursachten einen Streik nach dem anderen .
Es gab zig Gewerkschaften , ein Monteur an einer Maschine durfte noch nicht einmal eine Glühbirne einschrauben , dazu brauchte es jemand von der Elektrikergewerkschaft . In einigen Firmen setzten die Gewerkschaften sogar durch , dass weder Taschen noch Kofferräume beim Verlassen der Fabrik kontrolliert werden durften . Man kann sich natürlich das Ausmass der Diebstähle vorstellen ..
Vor Thatcher war England bankrott , danach ging es längst nicht allen gut , aber das Land erholte sich wirtschaftlich doch recht ordentlich .Was danach kam geht nicht allein auf Thatchers Kappe , es soll sogar jetzt gibt noch Länder wo der Steuerzahler für die Kapitalisten zahlt :-))

Sicher, der Kampf gegen die Gewerkschaften war notwendig. Ich schreibe nur, dass das Konzept Thatchers gescheitert ist: Man muss fairerweise sagen, dass sie die Vorstellung eines "Volkskapitalismus" hatte, durch den die hart arbeitenden, sparsamen und tüchtigen Bürger belohnt werden. Das ist offensichtlich nicht der Fall. Insofern ist sie grandios gescheitert. Immerhin gehört auch zum grandiosen Scheitern eine Größe, die ich ihr nicht absprechen will. MT war eine polarisierende Frau, die verehrt und gehasst wird. Ich tue weder das eine noch das andere.


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#289

RE: Sine ira et studio

in Politik 09.04.2013 17:59
von nahal | 18.421 Beiträge | 16855 Punkte

Zitat von Maga-neu im Beitrag #288

Ich schreibe nur, dass das Konzept Thatchers gescheitert is




Sogar mein "Lierblingsökonom" ist da vorsichtiger:

"Now, there is no question that Britain did turn around. In the 1970s it was a country with huge economic problems; today, despite the failure of austerity policies, it’s in a much stronger position. "
.....,
Anyway, I guess there is a case that the Thatcher changes in taxes, labor regulation, etc. created a more flexible economy, which made the good years under Blair possible."
http://krugman.blogs.nytimes.com/2013/04...britain-around/



zuletzt bearbeitet 09.04.2013 17:59 | nach oben springen

#290

RE: Sine ira et studio

in Politik 09.04.2013 19:06
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte

Zitat von nahal im Beitrag #289
Zitat von Maga-neu im Beitrag #288

Ich schreibe nur, dass das Konzept Thatchers gescheitert is




Sogar mein "Lierblingsökonom" ist da vorsichtiger:

"Now, there is no question that Britain did turn around. In the 1970s it was a country with huge economic problems; today, despite the failure of austerity policies, it’s in a much stronger position. "
.....,
Anyway, I guess there is a case that the Thatcher changes in taxes, labor regulation, etc. created a more flexible economy, which made the good years under Blair possible."
http://krugman.blogs.nytimes.com/2013/04...britain-around/
Nahal, ich schreibe ja nicht, dass Thatcher in jeder Beziehung gescheitert ist. Ich schreibe, dass sie im Hinblick auf die gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Politik gescheitert ist. btw, sie leugnete ja, dass es so etwas wie Gesellschaft überhaupt gäbe. Auf jeden Fall war sie eine starke Persönlichkeit, die unter nicht selten mediokren Gestalten in der Downing Street herausragt.


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#291

RE: Sine ira et studio

in Politik 09.04.2013 19:26
von Willie | 16.003 Beiträge | 13568 Punkte
nach oben springen

#292

RE: Sine ira et studio

in Politik 09.04.2013 19:59
von Willie | 16.003 Beiträge | 13568 Punkte

Paul Krugman: Margaret Thatcher Shouldn't Get Too Much Credit

“For now, consider this a caution: if anyone tells you that Thatcher saved the British economy, you should ask why the results of that salvation took so very long to materialize,” Krugman writes....

...It's true that the British economy didn't take off until much later. During Thatcher's tenure, unemployment climbed to a record high, GDP never grew by more than a few percentage points and poverty soared, according to the Guardian. And, as Krugman notes, it was actually after Thatcher was no longer prime minister, in the mid-1990s, when the British economy experienced its real rebound.

Krugman’s argument may go unnoticed in the post-Thatcher, nostalgia-fueled environment, as even many of those who once opposed her policies now claim that they were transformative. John Rentoul, the chief political commentator for the left-leaning Independent, wrote Monday: “She was, in my view, a necessary prime minister who saved the British economy, but at too high a social cost.”
http://www.huffingtonpost.com/2013/04/09..._n_3043866.html

Did Thatcher Turn Britain Around?
"...Britain had terrible unemployment for a while, but has done pretty well since (France has done better than the numbers suggest, for technical reasons, but still).

So, a real turnaround. Was it the Iron Lady wot did it?

Well, there’s a bit of a problem: Thatcher came to power in 1979, and imposed a radical change in policy almost immediately. But the big improvement in British performance doesn’t really show in the data until the mid-1990s. Does she get credit for a reward so long delayed?

This is, by the way, somewhat like a similar issue in America: right-wingers were eager to give Ronald Reagan credit for the productivity boom of the Clinton years, which also didn’t start until around 1995; if Reagan could get credit for events that were 14 years or more after his 1981 tax cut, shouldn’t Richard Nixon be given credit for anything good that happened in the Reagan years?
http://krugman.blogs.nytimes.com/2013/04...britain-around/



zuletzt bearbeitet 09.04.2013 20:02 | nach oben springen

#293

RE: Sine ira et studio

in Politik 07.05.2013 09:21
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte

Abschied vom "Divo Giulio", vom göttlichen Julius:

http://www.lastampa.it/2013/05/07/italia...aFN/pagina.html

Ich erinnere mich an ein Interview im Palazzo Madama mit einem bemerkenswert großen (in physischer Hinsicht) Mann, der um sich eine Eiseskälte verströmte. Der aber - das unterschied ihn von den Zwergen der "Zweiten Republik" - Humor, Schlagfertigkeit und große Bildung besaß.

"Sie haben mir außer den punischen Kriegen alles vorgeworfen", hat Andreotti einmal beklagt.

Am weisesten über seine Rolle in der italienischen Politik hat Präsident Napolitano geurteilt: "Giudicherà la storia", die Geschichte wird ihr Urteil sprechen...

Hmm, ich hätte fast Lust, eine Biographie über diesen Politiker zu schreiben. :-)



zuletzt bearbeitet 07.05.2013 09:22 | nach oben springen

#294

RE: Sine ira et studio

in Politik 07.05.2013 09:54
von Indogermane_HS | 5.260 Beiträge | 5223 Punkte

Zitat von Maga-neu im Beitrag #293
Abschied vom "Divo Giulio", vom göttlichen Julius:

http://www.lastampa.it/2013/05/07/italia...aFN/pagina.html

Ich erinnere mich an ein Interview im Palazzo Madama mit einem bemerkenswert großen (in physischer Hinsicht) Mann, der um sich eine Eiseskälte verströmte. Der aber - das unterschied ihn von den Zwergen der "Zweiten Republik" - Humor, Schlagfertigkeit und große Bildung besaß.

"Sie haben mir außer den punischen Kriegen alles vorgeworfen", hat Andreotti einmal beklagt.

Am weisesten über seine Rolle in der italienischen Politik hat Präsident Napolitano geurteilt: "Giudicherà la storia", die Geschichte wird ihr Urteil sprechen...

Hmm, ich hätte fast Lust, eine Biographie über diesen Politiker zu schreiben. :-)




Er soll ja nicht unumstritten gewesen sein... Vor allem wegen der nachgesagten Verbindung zur Mafia. Aber an der Regierungsspitze Italiens geht es wahrscheinlich gar nicht anders(?).


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#295

RE: Sine ira et studio

in Politik 07.05.2013 14:15
von Maga-neu | 18.377 Beiträge | 18275 Punkte

Zitat von Indogermane_HS im Beitrag #294
Zitat von Maga-neu im Beitrag #293
Abschied vom "Divo Giulio", vom göttlichen Julius:

http://www.lastampa.it/2013/05/07/italia...aFN/pagina.html

Ich erinnere mich an ein Interview im Palazzo Madama mit einem bemerkenswert großen (in physischer Hinsicht) Mann, der um sich eine Eiseskälte verströmte. Der aber - das unterschied ihn von den Zwergen der "Zweiten Republik" - Humor, Schlagfertigkeit und große Bildung besaß.

"Sie haben mir außer den punischen Kriegen alles vorgeworfen", hat Andreotti einmal beklagt.

Am weisesten über seine Rolle in der italienischen Politik hat Präsident Napolitano geurteilt: "Giudicherà la storia", die Geschichte wird ihr Urteil sprechen...

Hmm, ich hätte fast Lust, eine Biographie über diesen Politiker zu schreiben. :-)




Er soll ja nicht unumstritten gewesen sein... Vor allem wegen der nachgesagten Verbindung zur Mafia. Aber an der Regierungsspitze Italiens geht es wahrscheinlich gar nicht anders(?).

Das hat leider Tradition von Crispi bis Berlusconi... :-(

Immerhin schreibt auch ein Kommunist über ihn, er sei ein Gegner von Format gewesen, während die heutigen Gegner der Linken nur noch Kleinwüchsige seien wie die Linken selbst. Stimmt...



zuletzt bearbeitet 07.05.2013 14:18 | nach oben springen

#296

Marcel Reich-Ranicki

in Politik 19.09.2013 09:04
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zeitzeuge des 20. Jh., "Literaturpapst", Unterhaltungskünstler, nicht unumstritten in seinem Wirken, aber zweifellos unvergesslich als Mensch und Charakterkopf. Im ehrwürdigen Alter von 93 Jahren ist gestern MRR an einer Krebserkrankung gestorben.

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2013...ch-Erinnerungen

Ich persönlich mochte an ihm am liebsten seine sehr prononcierte Art zu sprechen.
Rest in peace.



zuletzt bearbeitet 19.09.2013 09:26 | nach oben springen

#297

RE: Marcel Reich-Ranicki

in Politik 19.09.2013 09:39
von Landegaard | 15.356 Beiträge | 15416 Punkte

Zitat von Swann im Beitrag #296
Zeitzeuge des 20. Jh., "Literaturpapst", Unterhaltungskünstler, nicht unumstritten in seinem Wirken, aber zweifellos unvergesslich als Mensch und Charakterkopf. Im ehrwürdigen Alter von 93 Jahren ist gestern MRR an einer Krebserkrankung gestorben.

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2013...ch-Erinnerungen

Ich persönlich mochte an ihm am liebsten seine sehr prononcierte Art zu sprechen.
Rest in peace.




Wahrlich ein großer im öffentlichen Raum. Ich konnte ihm nie etwas abgewinnen, weder seinem beruflichen Tun, noch seinem Habitus. Einzig seine Rede im Bundestag fand ich ergreifend, was mir allerdings mit allen derartigen Reden von Zeitzeugen dieser Zeit so geht.
Trotzdem ist dieses Land mal wieder um ein Original ärmer.



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#298

RE: Marcel Reich-Ranicki

in Politik 19.09.2013 10:16
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Landegaard im Beitrag #297

Trotzdem ist dieses Land mal wieder um ein Original ärmer.


Seine unglaubliche Poluarität in Deutschland ist eigentlich ein Wunder, verköperte er doch vieles, was die Deutschen prinzipiell eher ablehnen: Emotionalität, Subjektivität, Pathos, Eitelkeit. Aber eben auch Eigenschaften, die in Deutschland geschätz werden: Direktheit, Witz, Autentizität.
.


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#299

RE: Marcel Reich-Ranicki

in Politik 19.09.2013 14:47
von Hans Bergman | 14.407 Beiträge | 17168 Punkte

Zitat von Swann im Beitrag #298
Zitat von Landegaard im Beitrag #297

Trotzdem ist dieses Land mal wieder um ein Original ärmer.


Seine unglaubliche Poluarität in Deutschland ist eigentlich ein Wunder, verköperte er doch vieles, was die Deutschen prinzipiell eher ablehnen: Emotionalität, Subjektivität, Pathos, Eitelkeit. Aber eben auch Eigenschaften, die in Deutschland geschätz werden: Direktheit, Witz, Autentizität.
.

Was manche gar nicht gerne mögen, das ist eine Rechthaberei, die keine andere Meinung gelten läßt. Das bleibt von diesem kleinen Mann für mich in Erinnerung. Keinerlei Selbstzweifel, keine Fragen (außer rhetorisch an sich selbst natürlich).
Wer selbst glaubt, er sei der Größte, ist immer ein Zwerg.


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#300

RE: Marcel Reich-Ranicki

in Politik 19.09.2013 18:24
von ente (gelöscht)
avatar

Zitat von Swann im Beitrag #296
Zeitzeuge des 20. Jh., "Literaturpapst", Unterhaltungskünstler, nicht unumstritten in seinem Wirken, aber zweifellos unvergesslich als Mensch und Charakterkopf. Im ehrwürdigen Alter von 93 Jahren ist gestern MRR an einer Krebserkrankung gestorben.

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2013...ch-Erinnerungen

Ich persönlich mochte an ihm am liebsten seine sehr prononcierte Art zu sprechen.
Rest in peace.




Ich habe ihn als rechthaberisch empfunden. Hochachtung hat er von mir geerntet, als er den Fernsehpreis auf der offenen Bühne ablehnte und verbal zertrat, wie ein lästiges Insekt. "Ich nehme diesen Preis nicht an ..."

Auch die Rede im Bundestag wird mir in Erinnerung bleiben.


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