#76

RE: Syrien

in Politik 27.03.2011 17:06
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: Indogermane_HS
26.03.2011 23:21 #64403


Was genau gibt Dir Anlass zu dieser Sorge?
Der Islamismus hat in Syrien nicht nur meiner Meinung nach keine Chance.
Die Aufständischen sind Leute aus allen Schichten und politischen Richtungen, die in erster Linie mehr Freiheit und weniger Kontrolle wollen. Und das zurecht.


Zitat 08.10.2008 MBO: Folgendes Szenario liegt in der Luft über der Levante: "Den Alewiten in Syrien und den Schiiten im Libanon droht der Tag des "2-ten sunnitischen Aufstands" nach dem im Irak. Der backlash der Sunnis wird seinen Ausgang in Syrien nehmen, die alewitische Minderheits-Diktatur wegspülen und den Libanon in seinen Strudel ziehen.

Begründung: Mit dem Segen der syrisch/alewitischen Regierung, (die Alewiten werden dem Schiitentum zugerechnet, und sind doch nur sehr bedingt islamisch) missioniert der iranische Klerus ungeniert Sunniten in Syrien. Dieses langfristige, auch im Jemen zu beobachtende Vorhaben der iranischen Ajatollah treibt die Gemüter der sunnitischen Araber bis zur Weißglut.


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#77

RE: Syrien

in Politik 27.03.2011 17:13
von nahal | 18.909 Beiträge | 21735 Punkte

falscher Strang



zuletzt bearbeitet 27.03.2011 17:13 | nach oben springen

#78

RE: Syrien Man höre und staune

in Politik 27.03.2011 17:19
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: nahal
27.03.2011 17:00 #64488


dto


Merci meine Herren.

Waren es bis jetzt regelmäßig immer und stets die Zionisten und die USA denen die beiden Assad-Regimes jeden erdenklichen Dreck in die Schuhe geschoben haben um ihre brutale Repression im eignen Land zu rechtfertigen zieht der Pate der Hisbollah nun ein neues Schwein aus dem Zylinder um die Vorgänge in Syrien ins richtige Licht zu rücken:

Regierung beschuldigt Palästinenser

Die Regierung in Damaskus sieht sich seit knapp zwei Wochen Protesten von noch nie dagewesenem Ausmass ausgesetzt. Für die Gewalt in Latakia machte Präsidentenberaterin Buthaina Shaaban «einige palästinensische Flüchtlinge» verantwortlich. Die Palästinenserorganisation Volksfront zur Befreiung Palästinas wies den Vorwurf zurück.


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#79

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 27.03.2011 23:32
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: Indogermane_HS
25.03.2011 21:22 #64303
Im stabilen Syrien scheint die Sache gelaufen zu sein und die Vernunft gesiegt zu haben: Reformen statt Bürgerkrieg.


Ich habe mir vorgenommen Sie in diesem Forum nicht persönlich anzugreifen, wie ich dies des öfteren schon getan habe. Die vorausgeschickt nehme ich zu Ihrer Prognose wie folgt Stellung:

In Syrien wird sich die arabische Revolution erfüllen. Keine andere Regierung hat der Sache der Araber in den vergangenen ca. 10 Jahren mehr Schaden zugefügt als die Syrische.
Ob im Irak, im Libanon oder in Palästina überall unterminieren die syrischen "Interessen" die Entwicklung und den Fortschritt zur Selbstbestimmung und den Wunsch nach Stabilität und Prosperität.

Was "gestern" erst in Syrien von Stapel lief, heute Fahrt aufnimmt und morgen bereits in Syrien hohe Wellen schlagen wird, das wird spätestens übermorgen als Tsunami mit enormer Wucht die Küsten des Irans erreichen und die Islamische Revolution unter sich begraben.

Mit dem absehbaren Sturz des Baath-Regimes in Syrien verliert der Iran seinen einzigen verbliebenen Verbündeten. Isoliert, unbeliebt und von der eigenen Twitter-Generation verachtet sind die Herrscher in Teheran am Prellbock ihrer langen Irrfahrt angelangt. Spätestens wenn die Frustrierten, Unterdrückten und Entrechteten im Iran den Angstschweiß auf der Stirn Mahmud Ahmadinedschad rinnen sehen, werden sie den arabischen Vorbildern von Mut und Ausdauer folgen. Der Tiger auf dem die IRI reiten wird sie zerfetzen und dabei wird mehr Gewalt freigesetzt werden als bei allen arabischen Revolten, Rebellionen und Revolutionen zusammen. Der Hass den die iranische Führung ausgesendet hat wird auf sie zurückfallen. Und wenn die Hüter der Revolution (Pasdaran) ihr militärisches Potenzial gegen das eigene Volk in Stellung bringen, dann wird sie der R2P-Blitz der Staatengemeinschaft genau so treffen wie Gaddafis Libyen.

Bisher galt die Devise, dass ein Angriff von außen dazu führen würde, dass sich die Menschen im Iran hinter die Regierung stellen würden. Aber das Blatt hat sich gewendet, denn ab jetzt wird sich die Staatengemeinschaft hinter das Volk stellen, wenn dieses zum Angriff auf die iranische Diktatur ansetzt. Da helfen dann auch keine Atomwaffen in spe, denn die Staatengemeinschaft ist kein Ort den man dingfest machen könnte.


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#80

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 27.03.2011 23:51
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: mbockstette
27.03.2011 23:32 #64519


Ich habe mir vorgenommen Sie in diesem Forum nicht persönlich anzugreifen, wie ich dies des öfteren schon getan habe. Die vorausgeschickt nehme ich zu Ihrer Prognose wie folgt Stellung:

In Syrien wird sich die arabische Revolution erfüllen. Keine andere Regierung hat der Sache der Araber in den vergangenen ca. 10 Jahren mehr Schaden zugefügt als die Syrische.
Ob im Irak, im Libanon oder in Palästina überall unterminieren die syrischen "Interessen" die Entwicklung und den Fortschritt zur Selbstbestimmung und den Wunsch nach Stabilität und Prosperität.

Was "gestern" erst in Syrien von Stapel lief, heute Fahrt aufnimmt und morgen bereits in Syrien hohe Wellen schlagen wird, das wird spätestens übermorgen als Tsunami mit enormer Wucht die Küsten des Irans erreichen und die Islamische Revolution unter sich begraben.

Mit dem absehbaren Sturz des Baath-Regimes in Syrien verliert der Iran seinen einzigen verbliebenen Verbündeten. Isoliert, unbeliebt und von der eigenen Twitter-Generation verachtet sind die Herrscher in Teheran am Prellbock ihrer langen Irrfahrt angelangt. Spätestens wenn die Frustrierten, Unterdrückten und Entrechteten im Iran den Angstschweiß auf der Stirn Mahmud Ahmadinedschad rinnen sehen, werden sie den arabischen Vorbildern von Mut und Ausdauer folgen. Der Tiger auf dem die IRI reiten wird sie zerfetzen und dabei wird mehr Gewalt freigesetzt werden als bei allen arabischen Revolten, Rebellionen und Revolutionen zusammen. Der Hass den die iranische Führung ausgesendet hat wird auf sie zurückfallen. Und wenn die Hüter der Revolution (Pasdaran) ihr militärisches Potenzial gegen das eigene Volk in Stellung bringen, dann wird sie der R2P-Blitz der Staatengemeinschaft genau so treffen wie Gaddafis Libyen.

Bisher galt die Devise, dass ein Angriff von außen dazu führen würde, dass sich die Menschen im Iran hinter die Regierung stellen würden. Aber das Blatt hat sich gewendet, denn ab jetzt wird sich die Staatengemeinschaft hinter das Volk stellen, wenn dieses zum Angriff auf die iranische Diktatur ansetzt. Da helfen dann auch keine Atomwaffen in spe, denn die Staatengemeinschaft ist kein Ort den man dingfest machen könnte.







Grosse Worte. Und sicherlich hat Syrien, die Assad-Clique, in der Vergangenheit ein böses, doppelzüngiges Spiel gespielt, im Libanon (das Syrien immer noch als eigenes Staatsgebiet reklamiert), gegenüber dem Irak als Verbündeter Bush sen. im Golfkrieg II, als "Befragungshelfer" (ich verkneife mir Deutlicheres) gegenüber der CIA, als Pudel des Iran in Sachen Hisbollah und andererseits mäuschenstill gegenüber Israel. Derartiger Zynismus kann auf Dauer nicht gut gehen und in der Tat ist Syrien der einzige Verbündete der iranischen Mullahs. Sicherlich würde ein Syrien ohne Assad sich neu orientieren müssen - nur wohin? Noch enger an den Iran angelehnt? Und schon sind wir bei vagen Spekulationen, Wunschvorstellungen, Biertischpolitik.
Also abwarten, was sich da entwickelt.


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#81

RE:

in Politik 28.03.2011 00:20
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: GeorgeF
27.03.2011 23:51 #64521

Grosse Worte. Und sicherlich hat Syrien, die Assad-Clique, in der Vergangenheit ein böses, doppelzüngiges Spiel gespielt, im Libanon (das Syrien immer noch als eigenes Staatsgebiet reklamiert), gegenüber dem Irak als Verbündeter Bush sen. im Golfkrieg II, als "Befragungshelfer" (ich verkneife mir Deutlicheres) gegenüber der CIA, als Pudel des Iran in Sachen Hisbollah und andererseits mäuschenstill gegenüber Israel. Derartiger Zynismus kann auf Dauer nicht gut gehen und in der Tat ist Syrien der einzige Verbündete der iranischen Mullahs. Sicherlich würde ein Syrien ohne Assad sich neu orientieren müssen - nur wohin? Noch enger an den Iran angelehnt? Und schon sind wir bei vagen Spekulationen, Wunschvorstellungen, Biertischpolitik.
Also abwarten, was sich da entwickelt.


Da bleiben eigentlich nur die Türkei oder Ägypten. Mit beiden Varianten wäre der Region gedient.


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#82

RE: RE:

in Politik 28.03.2011 00:36
von Nante | 7.776 Beiträge | 10554 Punkte


Zitat von: mbockstette
28.03.2011 00:20 #64522


Da bleiben eigentlich nur die Türkei oder Ägypten. Mit beiden Varianten wäre der Region gedient.


Hallo, Herr Bockstette. Ist ja 'ne Überraschung. Aber ich bin nicht nachtragend.


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#83

RE: RE:

in Politik 28.03.2011 00:50
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: mbockstette
28.03.2011 00:20 #64522


Da bleiben eigentlich nur die Türkei oder Ägypten. Mit beiden Varianten wäre der Region gedient.

Mit der Türkei? Syriens Trauma ist immer noch die osmanische Knute. Und wenn nicht die, dann die Euphrat-Staudamm-Projekte der Türkei, mit denen die Türkei Syrien das Wasser ad libitum auf- und zudrehen kann. Nebenbei beansprucht Syrien immer noch den Iskenderoun-Zipfel als syrischer´s Staatsgebiet. Den Antagonismus zwischen türkischen und syrischen Interessen auszugleichen, dürfte eine schwierige Aufgabe sein, zumal es da im Grenzgebiet auch noch einen Haufen Kurden gibt. Ein demokratisches Syrien stünde da vor massiven Fragen und Problemen.
Mit Ägypten? Die mehrfachen Versuche, per Pan-Arabismus sich anzunähern, sind gescheitert. Syrien und Ägypten sind historisch, gesellschaftlich allzu unterschiedlich. Eigentlich ein Jammer, denn ich habe noch den Norden Syriens als Urbild der weltoffenen levantinischen Kultur erlebt - Aleppo als lebendige Stadt multikulturellen nah-östlichen Lebens.


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#84

RE: RE:

in Politik 28.03.2011 00:52
von Nante | 7.776 Beiträge | 10554 Punkte


Zitat von: GeorgeF
28.03.2011 00:50 #64526

Eigentlich ein Jammer, denn ich habe noch den Norden Syriens als Urbild der weltoffenen levantinischen Kultur erlebt - Aleppo als lebendige Stadt multikulturellen nah-östlichen Lebens.


Tja, Reisen bildet. Da muß ich doch gleich an unseren Dichterfürsten denken.


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#85

RE: RE:

in Politik 28.03.2011 00:59
von GeorgeF | 4.734 Beiträge | 4734 Punkte


Zitat von: Nante
28.03.2011 00:52 #64527


Tja, Reisen bildet. Da muß ich doch gleich an unseren Dichterfürsten denken.

Nix wie hin. Man kann zZt per Baghdad-Bahn im Zug von Istanbul nach Aleppo reisen - sehr zu empfehlen!


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#86

RE: RE:

in Politik 28.03.2011 01:04
von Nante | 7.776 Beiträge | 10554 Punkte


Zitat von: GeorgeF
28.03.2011 00:59 #64529

Nix wie hin. Man kann zZt per Baghdad-Bahn im Zug von Istanbul nach Aleppo reisen - sehr zu empfehlen!


Danke für den Tip. So, jetzt muß ich aber...


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#87

RE: Syrien

in Politik 28.03.2011 08:29
von Landegaard | 16.204 Beiträge | 23896 Punkte

Ein freundliches Hallo an Michael. Schön, Dich hier zu sehen.



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#88

RE: RE:

in Politik 28.03.2011 10:16
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: Nante
28.03.2011 00:36 #64524


Hallo, Herr Bockstette. Ist ja 'ne Überraschung. Aber ich bin nicht nachtragend.


Hallo Nante, Sie sind nicht nachtragend, das kann ich von mir leider nicht behaupten.
Aber ich wüsste gerne wo und wann ich Ihnen in unmanierlicher Weise auf die Füße getreten bin, damit ich mich ggf. "korrigieren" kann.

Gruß MBO


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#89

RE: Syrien

in Politik 28.03.2011 10:18
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: Landegaard
28.03.2011 08:29 #64536
Ein freundliches Hallo an Michael. Schön, Dich hier zu sehen.


Hallo Holger, Danke für die freundliche Begrüßung.

Michael


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#90

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 28.03.2011 10:52
von Maga (gelöscht)
avatar


Zitat von: mbockstette
27.03.2011 23:32 #64519


Ich habe mir vorgenommen Sie in diesem Forum nicht persönlich anzugreifen, wie ich dies des öfteren schon getan habe. Die vorausgeschickt nehme ich zu Ihrer Prognose wie folgt Stellung:

In Syrien wird sich die arabische Revolution erfüllen. Keine andere Regierung hat der Sache der Araber in den vergangenen ca. 10 Jahren mehr Schaden zugefügt als die Syrische.
Ob im Irak, im Libanon oder in Palästina überall unterminieren die syrischen "Interessen" die Entwicklung und den Fortschritt zur Selbstbestimmung und den Wunsch nach Stabilität und Prosperität.

Was "gestern" erst in Syrien von Stapel lief, heute Fahrt aufnimmt und morgen bereits in Syrien hohe Wellen schlagen wird, das wird spätestens übermorgen als Tsunami mit enormer Wucht die Küsten des Irans erreichen und die Islamische Revolution unter sich begraben.

Mit dem absehbaren Sturz des Baath-Regimes in Syrien verliert der Iran seinen einzigen verbliebenen Verbündeten. Isoliert, unbeliebt und von der eigenen Twitter-Generation verachtet sind die Herrscher in Teheran am Prellbock ihrer langen Irrfahrt angelangt. Spätestens wenn die Frustrierten, Unterdrückten und Entrechteten im Iran den Angstschweiß auf der Stirn Mahmud Ahmadinedschad rinnen sehen, werden sie den arabischen Vorbildern von Mut und Ausdauer folgen. Der Tiger auf dem die IRI reiten wird sie zerfetzen und dabei wird mehr Gewalt freigesetzt werden als bei allen arabischen Revolten, Rebellionen und Revolutionen zusammen. Der Hass den die iranische Führung ausgesendet hat wird auf sie zurückfallen. Und wenn die Hüter der Revolution (Pasdaran) ihr militärisches Potenzial gegen das eigene Volk in Stellung bringen, dann wird sie der R2P-Blitz der Staatengemeinschaft genau so treffen wie Gaddafis Libyen.

Bisher galt die Devise, dass ein Angriff von außen dazu führen würde, dass sich die Menschen im Iran hinter die Regierung stellen würden. Aber das Blatt hat sich gewendet, denn ab jetzt wird sich die Staatengemeinschaft hinter das Volk stellen, wenn dieses zum Angriff auf die iranische Diktatur ansetzt. Da helfen dann auch keine Atomwaffen in spe, denn die Staatengemeinschaft ist kein Ort den man dingfest machen könnte.



Hallo Michael,

schön, dass du dich hier beteiligst, auch wenn ich nicht ganz einverstanden bin mit dem, was du schreibst. Aber es wäre ja langweilig, wenn nicht nur Übereinstimmungen im Grundsätzlichen, sondern auch in den Details bestünden.:-)

Ich sehe die Rolle Syriens nicht ganz so negativ wie du; ich bin mir auch nicht sicher, ob Assad wirklich stürzen wird - er soll weniger verhasst als Ben Ali oder Mubarak sein; vor allem ist Iran ein ganz anderes Kaliber als Libyen. Auch dürften Russland und China dort - vor ihrer Haustür - keine starke Stellung des Westens dulden. Und China hat ja der UN-Resolution nur deswegen zugestimmt, weil es auf die Beziehungen zu Saudi-Arabien und den Emiraten bedacht war. In Russland hingegen dürften sich die Hardliner um Putin gegen Medwedev durchsetzen.

Allerdings: Was in Tunesien und Ägypten geschehen ist, ist eine Revolution vergleichbar der von 1989. Jetzt muss diesen beiden Staaten massiv geholfen werden, sonst folgt auf die Revolution die Reaktion...


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#91

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 28.03.2011 10:56
von nahal | 18.909 Beiträge | 21735 Punkte


Zitat von: Maga
28.03.2011 10:52 #64557


er soll weniger verhasst als Ben Ali oder Mubarak sein;




Eine verlässliche Einschätzung des "Hasses" ist immer der Grad der Repression, der notwendig zur Machterhaltung ist.
Aufgrund dieses Maßstabes entbehrt Deine Aussage jeder Grundlage.



zuletzt bearbeitet 28.03.2011 11:12 | nach oben springen

#92

RE: RE:

in Politik 28.03.2011 11:08
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: GeorgeF
28.03.2011 00:50 #64526

Mit der Türkei? Syriens Trauma ist immer noch die osmanische Knute. Und wenn nicht die, dann die Euphrat-Staudamm-Projekte der Türkei, mit denen die Türkei Syrien das Wasser ad libitum auf- und zudrehen kann. Nebenbei beansprucht Syrien immer noch den Iskenderoun-Zipfel als syrischer´s Staatsgebiet. Den Antagonismus zwischen türkischen und syrischen Interessen auszugleichen, dürfte eine schwierige Aufgabe sein, zumal es da im Grenzgebiet auch noch einen Haufen Kurden gibt. Ein demokratisches Syrien stünde da vor massiven Fragen und Problemen.
Mit Ägypten? Die mehrfachen Versuche, per Pan-Arabismus sich anzunähern, sind gescheitert. Syrien und Ägypten sind historisch, gesellschaftlich allzu unterschiedlich. Eigentlich ein Jammer, denn ich habe noch den Norden Syriens als Urbild der weltoffenen levantinischen Kultur erlebt - Aleppo als lebendige Stadt multikulturellen nah-östlichen Lebens.



In Syrien hat sich zwischenzeitlich die An- und Einsicht durchgesetzt, dass man die Hand die man nicht abschlagen kann ergreifen muss und schütteln. Und es wird geschüttelt.

Was Sie schreiben ist richtig, aber nicht mehr so relevant. Den neuesten Staudamm bauen die beiden Staaten nunmehr gemeinsam.

Tayyip Erdoğan in Syrien für Bau eines Staudammes
Den Berichten zufolge wird Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan für den Bau eines Freundschaftsstaudammes - der vereinbart wurde in Syrien zu errichten- nach Syrien reisen. Für die Grundsteinlegung des Staudamms auf dem Fluss Asi wird Erdoğan Ende dieses Monats Syrien besuchen. Den ersten Mörtel für den Untergrund dieses Staudamms soll Erdoğan mit seinem syrischen Amtskollegen Naji Otri ausgießen. Dieser Freundschaftsstaudamm soll der Gewinnung von Elektrizität in Höhe von 16 Millionen Kilowatt nutzen. (Türkiye)


Sie können sich vielleicht noch daran erinnern, dass die Türkei die Auslieferung des PKK/Özlan aus Syrien ultimativ forderte und in Damaskus eine OFFIZIELLE Kriegserklärung vorgelegte und bereits rund 100.000 Soldaten entlang der Grenze in Stellung gebracht hatte. "Rückt den "APO" binnen 24 Stunden raus", so lautet die Forderung des türkischen Außenminister damals an Assad sen., "oder unsere Soldaten stehen binnen 48 Stunden in Damaskus!"

Das ist DAS jüngste syrische Trauma, welches Syrien aus seinem Träumen erweckte.

Für eine engere Kooperation mit der Türkei spricht für Syrien nicht nur die räumliche nähe, sondern deren wirtschaftliche Potenz im Vergleich zu Ägypten kranker Wirtschaftslage.

Gruß MBO


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#93

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 28.03.2011 11:24
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: Maga
28.03.2011 10:52 #64557


Hallo Michael,

schön, dass du dich hier beteiligst, auch wenn ich nicht ganz einverstanden bin mit dem, was du schreibst. Aber es wäre ja langweilig, wenn nicht nur Übereinstimmungen im Grundsätzlichen, sondern auch in den Details bestünden.:-)

Ich sehe die Rolle Syriens nicht ganz so negativ wie du; ich bin mir auch nicht sicher, ob Assad wirklich stürzen wird - er soll weniger verhasst als Ben Ali oder Mubarak sein; vor allem ist Iran ein ganz anderes Kaliber als Libyen. Auch dürften Russland und China dort - vor ihrer Haustür - keine starke Stellung des Westens dulden. Und China hat ja der UN-Resolution nur deswegen zugestimmt, weil es auf die Beziehungen zu Saudi-Arabien und den Emiraten bedacht war. In Russland hingegen dürften sich die Hardliner um Putin gegen Medwedev durchsetzen.

Allerdings: Was in Tunesien und Ägypten geschehen ist, ist eine Revolution vergleichbar der von 1989. Jetzt muss diesen beiden Staaten massiv geholfen werden, sonst folgt auf die Revolution die Reaktion...




So wie der "Westen" in Afghanistan schon durch Russland unter der Hand unterstützt wird, so könnte sich das im Iran im Falle eines Falles ganz offiziell ergeben. So könnte Russland den Einfluss des Westens reduzieren und gleichzeitig seinen eigenen ausbauen. Es wäre ja nicht das erste Mal, nicht wahr?

Ja, die EU ist dringend gefordert eine Art Marshall-Plan aufzulegen, um der Mittelmeer-Union leben einzuhauchen, damit sich die Wirtschaften der nordafrikanischen Staaten endlich nachhaltig entwickeln können und so eines der Hauptprobleme dieser Länder offensiv zu bekämpfen. Wehe die EU versagt in diesem Punkt, dann war alles was sich dort derzeit an Veränderungen abspielt nämlich für die Katz.


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#94

RE: Das Ziel des Hasses

in Politik 28.03.2011 11:31
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: nahal
28.03.2011 10:56 #64558


Eine verlässliche Einschätzung des "Hasses" ist immer der Grad der Repression, der notwendig zur Machterhaltung ist.
Aufgrund dieses Maßstabes entbehrt Deine Aussage jeder Grundlage.


Dem Grunde nach hast Du Recht nahal, aber der Hass bezieht sich mehr aus das Regime als auf die Person B. Assad.


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#95

RE: Das Ziel des Hasses

in Politik 28.03.2011 11:39
von nahal | 18.909 Beiträge | 21735 Punkte


Zitat von: mbockstette
28.03.2011 11:31 #64563


Dem Grunde nach hast Du Recht nahal, aber der Hass bezieht sich mehr aus das Regime als auf die Person B. Assad.


1. Wo ist der Unterschied? Man kann in Syrien auf keiner Nebenstrasse gehen, ohne vom übergroßen Bild des Landesvaters erdrückt zu werden. Assad IST das Regime.

2. Ich glaube kaum, dass die Menschen einen großen Unterschied machen oder machen können.

Gorbi, ob er wollte oder nicht, wurde auch als das Gesicht des verhassten Regimes gesehen.
So auch Jaruzelksi, Modrow und Co.

Die Menschen wollen sichtbare und fühlbare radikale Änderungen.



zuletzt bearbeitet 28.03.2011 11:43 | nach oben springen

#96

RE: Das Blatt hat sich gewendet

in Politik 28.03.2011 11:41
von Hans Bergman | 15.584 Beiträge | 28938 Punkte


Zitat von: mbockstette
28.03.2011 11:24 #64562
...Ja, die EU ist dringend gefordert eine Art Marshall-Plan aufzulegen, um der Mittelmeer-Union leben einzuhauchen, damit sich die Wirtschaften der nordafrikanischen Staaten endlich nachhaltig entwickeln können und so eines der Hauptprobleme dieser Länder offensiv zu bekämpfen. Wehe die EU versagt in diesem Punkt, dann war alles was sich dort derzeit an Veränderungen abspielt nämlich für die Katz.


Dann sehe ich wenig Hoffnung für die Zukunft. Wenigstens für jene Länder, die kein Öl haben. Die EU kommt ja nicht einmal mit sich selber zurecht.



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#97

RE: Blut triefende Prophezeihung

in Politik 28.03.2011 12:30
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: nahal
28.03.2011 11:39 #64567


1. Wo ist der Unterschied? Man kann in Syrien auf keiner Nebenstrasse gehen, ohne vom übergroßen Bild des Landesvaters erdrückt zu werden. Assad IST das Regime.

2. Ich glaube kaum, dass die Menschen einen großen Unterschied machen oder machen können.

Gorbi, ob er wollte oder nicht, wurde auch als das Gesicht des verhassten Regimes gesehen.
So auch Jaruzelksi, Modrow und Co.

Die Menschen wollen sichtbare und fühlbare radikale Änderungen.


Man kann in Syrien sogar kein einziges Geschäft, Hotel, Café oder Büro betreten ohne auf ein Bildnis von B. Assad zu stoßen.

Assad hätte das Regime überleben können, wenn er seinen anfänglichen Versprechungen Taten hätte folgen lassen. Jetzt sieht es in der Tat so aus, dass beide zusammen in die Grube fahren werden.

"Wir sind durch Gewalt an die Macht gekommen und werden nur durch Gewalt wieder von ihr vertrieben werden können - Mustafa Tlass - ehemaliger Verteidigungsmister des alten Assad und dessen engster Gefolgsmann. Seine von Blut triefende Prophezeiung scheint sich dieser Tagen zu erfüllen.


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#98

RE: Sorge und Hoffnung

in Politik 28.03.2011 12:38
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: Hans Bergman
28.03.2011 11:41 #64569

Dann sehe ich wenig Hoffnung für die Zukunft. Wenigstens für jene Länder, die kein Öl haben. Die EU kommt ja nicht einmal mit sich selber zurecht.


Die EU, Herr Bergmann, ist der Welt größte Wirtschaftsmacht. Ich denke, dass sie sich ihrer wirtschaftlichen Verantwortung für den Mittelmeerraum bewusst ist und das was mit der Türkei erfolgreich vorexerziert wurde auf Nordafrika übertragen wird. Ihre Sorge ist nicht weniger begründet als meine Hoffnung.


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#99

RE: Kopf vs. Hals

in Politik 28.03.2011 12:42
von mbockstette | 7.881 Beiträge | 6023 Punkte


Zitat von: nahal
28.03.2011 11:39 #64567


Assad IST das Regime.


Assad ist der Kopf des Regime aber nicht der Hals. Der Hals des Regimes ist das Militär.


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#100

RE: Sorge und Hoffnung

in Politik 28.03.2011 12:44
von Hans Bergman | 15.584 Beiträge | 28938 Punkte


Zitat von: mbockstette
28.03.2011 12:38 #64576


Die EU, Herr Bergmann, ist der Welt größte Wirtschaftsmacht. Ich denke, dass sie sich ihrer wirtschaftlichen Verantwortung für den Mittelmeerraum bewusst ist und das was mit der Türkei erfolgreich vorexerziert wurde auf Nordafrika übertragen wird. Ihre Sorge ist nicht weniger begründet als meine Hoffnung.


Dann hoffe ich mal sehr, die treffen sich da wenigstens in dieser Mitte...



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